Der Autohandel verändert sich nicht – warum?

w124-kassenzoneIn meinem beruflichen Alltag habe ich es mit Herstellern und Händlern aus den verschiedensten Branchen zu tun. Meistens geht es irgendwie darum vom Internet mit neuen Geschäftsmodellen zu profitieren, oder zumindest sinkende Umsätze im stationären Umfeld zu kompensieren. Nicht weiter überraschend sind dabei Menschen aus Verlagen und Handelsunternehmen oft gesehene Gesprächspartner. Im Handelsbereich fehlen mir nur noch ganz wenige Branchen, um sagen zu können „Ich habe sie alle gesehen.“. Eine davon ist erstaunlicherweise die Automobilbranche, das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Preistransparenz, verändertes Kaufverhalten, Smart Shopper,…… das alles scheint von der deutschen Autobranche spurlos abzutropfen wie der Regen von einer nanoversiegelten Windschutzscheibe. Zwar lassen sich im Markt insgesamt sinkende Absatzzahlen beobachten, aber das Vertriebsmodell (der Handel) hat sich über Jahrzehnte kaum verändert. Dabei müsste doch alleine schon das immense Wachstum der Carsharing Angebote Anlass genug für ein verändertes Handelsmodell sein. Aus einem Zeit Artikel erfährt man z.B.

Mehr als die Hälfte der autobesitzenden Neukunden hat ihren Wagen nach einigen Monaten Carsharing-Mitgliedschaft abgeschafft. Der Autobesitz von Carsharing-Neukunden ist von 43,4 Prozent auf nur noch 19 Prozent gesunken.

Der Trend zum Auto oder Zweitauto lässt nach, und VW/BMW/Mercedes können sicherlich niemals alleine mit Carsharingangeboten diesem veränderten Konsumverhalten begegnen. Die Tonalität und der Anspruch der Deutschen Automobilindustrie steht in einem krassen Widerspruch zum Kundenverhalten – auch wenn das ggf. nur meine Sichtweise widerspiegeln mag. Die Aussage zum liebsten Kind des Deutschen stimmt meines Erachtens zunehmend weniger.

Ich freue mich daher sehr über fundierte Meinungen zu diesem Markt. Stefan Vorbeck ist ein mittelgroßer Autohändler (Jahreswagen und junge Gebrauchte) in der Nähe von Hamburg. Er hat mir zu dem Thema in einem kurzen Interview einige Fragen beantwortet. Interessant dabei sind die Aussagen über die Maßnahmen der Hersteller möglichst viele junge Gebrauchtwagen in den Markt zu drücken und das zukünftige Geschäft (-smodell) mit den Fahrdaten (Motor, Strecke, Orte, Fehler) von Autofahrern.

Das veränderte Konsumverhalten bei Automobilen ist aus meiner Sicht einer der weiteren großen Treiber einer veränderten Handels- und Konsumlandschaft in Deutschland. Den wichtigsten Effekt habe ich bereits an anderer Stelle beschrieben.

6 Gedanken zu “Der Autohandel verändert sich nicht – warum?

  1. Ich interessiere mich sehr für die Videos, leider sind diese aufgrund der schlechten Tonqualität (bei Rakuten war es sehr schlimm) kaum hörbar. Benutze doch einfach ein Ansteckmikro für deine Interviewpartner (kostet nicht die Welt und jede halbwegs gute Kamera hat einen Mikroeingang)…

  2. Danke für das Feedback. Die Tonqualität der Rakuten Videos war wirklich unterirdisch. Das stimmt. Ich nehme die Videos mit einer Samsung NX 1000 Kamera auf, die wirklich super ist, aber leider keinen externen Mikro Eingang besitzt. Deshalb mache ich die Videos auch nur noch in relativ stillen Büroräumen. Ich bin noch auf der Suche nach einer guten Lösung. Ein zweites Gerät (Diktiergerät…) mitzuschleppen finde ich eher nervig. Ggf. gibt es eine gute Lösung in Verbindung mit dem Smartphone. Also: Problem ist erkannt. Die Lösungssuche läuft noch.

  3. Alex, nimm doch einfach auf dem iPhone den Voice Recorder – android & co werden ähnliche (free) apps bieten.

  4. Damit funktioniert es leider auch nicht so gut, aber ich habe nun ein externes Mikro zum aufstecken für das Android Gerät. Mal schauen, ob es damit besser klappt.

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