Beiträge vom Mai, 2010

Get Users – Schritt für Schritt Anleitung

Sonntag, 16. Mai 2010 17:25

Schöne Chartsammlung von den Dropbox Gründern. Neben den Trivialitäten (Baue ein Produkt das ein Problem löst), finden sich ein paar wirklich coole Tipps (Täusche Funktionen vor die du noch gar nicht hast). Ein Lesetipp für Gründer mit innovativen Ideen & Technologien. Welches Problem hatte (damals) eigentlich Dealstreet gelöst?

P.S.: Damit unsere WHU Leser auch etwas zu lesen haben: Tolle  andere Präsentation

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Der iPad Effekt – es ist doch wichtig

Freitag, 7. Mai 2010 17:35

In den letzten Wochen konnte man viele Diskussionen über die Relevanz des ipads verfolgen. Dabei wird häufig versucht mit Analogien zu arbeiten, um sich zu erklären wie das iPad wohl unser Nutzungsverhalten beeinflusst. Die Antwort “Ich habe doch schon ein Netbook.” greift da mE aber viel zu kurz. Teilweise wird auch versucht das Gerät verschiedenen Zielgruppen zuzuschreiben. “Für meine Eltern könnte das toll funktionieren.” ist eine der anderen viel gehörten Antworten.

Zusammenfassend kann man sagen, dass niemand wirklich weiß wohin die Reise geht. Das macht für die potentiellen Anwendungsbetreiber (Medienhäuser, Webshops…) die Entscheidung über mögliche “Apps” natürlich schwer. Am meisten überzeugt mich bisher die Analyse von Stephan Uhrenbacher, der den Einfluss des iPads am Beispiel der Kanäle  für den Webkonsum beschreibt. Passend dazu zeigt er noch die Analogie zum Einfluss der mobilen Nutzung von Webinhalten auf.

Ipad Effect nach Uhrenbacher

Ich glaube diese Analyse beschreibt es sehr gut. Das iPad ersetzt keine anderen Anwendungen, sondern es erzeugt neue Web (-inhalte) Nutzungssituationen. Es wird z.B. auf dem Sofa zu einer Art digitalen Zeitung. Aus diversen Anwendungskommentaren auf vielen Blogs zu den Thema könnte man so ein Szenario tatsächlich ableiten. Damit versteht sich das iPad als Second Screen Device (parallel zum Fernsehkonsum) und es wird klarer welche “Apps” darauf funktionieren können: Apps die im  Second Screen Umfeld funktionieren und dem Anwender helfen. Diese Apps unterscheiden sich in der Regel erheblich von den mobilen Apps die in einem vollkommen anderen Nutzungsumfeld funktionieren müssen. Da fallen mir ad hoc 4-10 sinnvolle Anwendungen für das Sofa ein.

Analog zum iPhone lässt sich meines Erachtens auch die Verbreitung von iPads voraussagen. Es ist zu 100% davon auszugehen, dass wir in Kürze diverse iPad ähnliche Geräte von anderen Herstellern sehen und android/linux Software und dementsprechende Appstores darauf laufen. Einen ähnlichen Verzug der Apple Wettbewerber  wie beim iPhone (1-2 Jahre) erwarte ich hier nicht. Der iPad Effekt nach Uhrenbacher könnte daher deutlich schneller eintreten – insbesondere weil keine bestehende Geräte (z.B. Handys) ersetzt werden müssen, sondern ein nützliches Gerät dazukommt. Da ist die Zielgruppe (Eltern, Oma, Opa) oder der vermeintliche Gerätekonkurrent (Netbook, Laptop) ziemlich egal.

Vielleicht verhilft das iPad damit endlich dem Television-Commerce zum Durchbruch. Bezeichnenderweise findet dieser Durchbruch dann doch nicht auf dem Fernseher statt. Interessierte können das iPad im Prepaid Tarife Modus erwerben.

Thema: Commerce, Strategie | Kommentare (8) | Autor:

I like, oder doch nicht?

Mittwoch, 5. Mai 2010 6:16

Kaum ein Blog/Newsseite hat nicht über die kürzlich vorgestellten Neuerungen von Facebook gesprochen. Mit fast 500 Mio. Mitgliedern ist FB einfach zu wichtig und kann quasi  per Mausklick neue Monopole aufbauen. Mit der Einführung eines universell einsatzbaren “Like Buttons”, so eine Art Stumble Upon Interpretation von Facebook, ist es nun noch einfacher die eigene Website in den Status Feeds der FB Mitglieder zu platzieren.

Eine detailierte Beschreibung der Neuerungen gibt es bei Jochen. Der Button, nur eine von mehreren Neuerungen, wird sehr kontrovers diskutiert. Neben diversen Verschwörungstheorien, die Googles Vormachtstellung gefährdet sehen, und intensiven Diskussionen der Datenschutzfreunde, gibt es sogar schon “Dislike-Button” Angebote aus der OpenSource Szene. Nach Google Buzz also mal wieder ein sehr heiß diskutiertes Thema. Im Gegensatz zum Google Dienst, findet der Like Button aber viele Freunde und wurde angeblich innherhalb der ersten 24h nach dem Launch bereits über eine Milliarde (=1.000.000.000) mal angezeigt. Bereits jetzt haben über 50.000 Websites diesen Button eingebunden und nicht nur excitingcommerce.de sieht darin einen sehr wichtigen Baustein für die moderne Interpretation von E-Commerce.

Braucht man das nun, oder nicht?

Es ist einfach zu verlockend von der Macht der 500 Mio. zu profitieren. Warum soll nicht mein Blogeintrag, mein Webshop oder mein Xing Profil in unzähligen Status Feeds verlinkt werden? Da erscheint die Datenschutzdebatte vorerst nebensächlich. Sollte nun aber jeder hanz&franz webshop eine Fläche für den Like Button schaffen und so auf mehr Umsatz hoffen?

Wenn genug Platz vorhanden ist (Usability) und der Shop auf ein Mindestmaß Nutzerbegeisterung zählen kann, dann ja. Für den SEO optimierten Taiwan-Akku Shop mit niedriger Nutzerinteraktion (abgesehen vom Check Out) lohnt sich das  wahrscheinlich nicht.

Qype Gründer und Avocado Store Betreiber Stephan Uhrenbacher hat kürzlich auf einer Konferenz etwas interessantes gesagt: Entweder schafft man Reichweite über Suchmaschinen (Google, Günstiger…) oder über Netzwerke (Twitter, Facebook, direkte Kontakte…). Klassischerweise haben sich Shops immer im vorderen Bereich platziert. Ausnahmen waren bisher eher die Shopping Clubs. Nun besteht die Möglichkeit neben dem Twitterprofil und der Facebook Fanpage aktive Reichweite über Netzwerke zu schaffen – sogar auf Produktebene. Das befördert Shops mit tollen Angeboten und/oder tollem Service und beschleunigt so das Transparenzdilemma.

Das heißt also, dass die guten Seiten noch dominanter werden und die schlechten Seiten schneller verlieren. Gut für die Nutzer – schlecht für die Anbieter.

Thema: Commerce, Technologie | Kommentare (7) | Autor:

Groupon – Segmentierter Markt oder Monopolmarkt?

Montag, 3. Mai 2010 6:16

Auf Techcrunch findet sich eine sehr lesenswerte Analyse zu Groupon und den großen Wettbewerbern in den USA.

Much has been written about the rapid growth and success of Chicago-based local daily deal company, Groupon. And it is for good reason. No other startup has gone more quickly from launch to $1 billion+ in valuation except YouTube (12 months), which Groupon achieved in 16 months with its latest $135 million infusion two weeks ago. Just as unprecedented, the popularizer of the “group coupon” increased its valuation 4X in the span of just 3 months. What is going on here? Is Groupon yet another example of frothy venture capital valuations or is the company one of the next, enduring consumer Internet brands?

Der Autor des Artikels geht aufgrund seiner Beobachtungen davon aus, dass die Größe zählt und langfristig ein Oligopol ensteht. Insofern würde das Investorenrennen in Deutschland/Europa Sinn machen.

I think the potential for these kinds of offers on the web is a $5B+ opportunity. There is no reason to believe that this concept couldn’t be extended to virtually any category or service provider.

But I do not think this is a winner-take-all market like auctions were when eBay took that market.
There are no real technology advantages, there is nothing preventing a local vendor from using multiple platforms, and buyers don’t care where they buy so long as the deals are good.
That said, my take is that this is a winner-take-most market and looks more like search, where the bulk of the revenues will fall to the leader. There are definitely network effects in play and they appear to be stronger than I initially assumed. When Groupon enters a new market it is starting from scratch but it can leverage its significant investment in its platform.

Ich sehe diese Netzeffekte allerdings nicht bei den deutschen Klonen, weil die Deals nicht so gut sind und das schnelle Wachstum massiv zu Lasten der operativen Exzellenz geht. Heißt: Die Weiterempfehlungsrate ist zu gering und die “Retourenrate” zu hoch. In diesem Fall bekommt der größte Anbieter “nur” das beste Übernahmeangebot. Ich bin der Meinung, dass demantsprechend noch ausreichend Platz für intelligente Groupon Adaptionen ist, die ggf. eine Nische besetzen müssen und das Wachstum tatsächlich über Netzeffekte skalieren und nicht über TV Werbung und SEM. Ich bin gespannt auf luxusdeal.de und Co.

Thema: Commerce | Kommentare (17) | Autor:

Kaffeeklatsch über Rakete Berlin

Sonntag, 2. Mai 2010 13:13

Auf Gründerszene wird über die Einstellung von ein paar Samwermodellen spekuliert:

…Gleich drei Gründungen aus dem Samwer-Umfeld werden in nächster Zeit womöglich vom Netz gehen – das gemeinsame Moment: alle diese Gründungen stellen Copycats deutscher StartUps dar, zwei davon im Ecommerce-Bereich. Gründerszene brachte in Erfahrung, dass eCareer, DealStreet und Mybrands zukünftig wohl nicht mehr von Rocket Internet, dem Inkubator der Samwer-Brüder Alexander, Marc und Oliver betrieben werden….

Ich kann nichts über den Wahrheitsgehalt dieser Meldung sagen, aber möglich ist alles in Berlin. Wir haben bereits vor ein paar Monaten über die Immitationsstrategie der Samwers geschrieben und per se ist daran nichts auszusetzen. Im Gegenteil, in unserem Marktumfeld kann das sogar sehr sinnvoll sein. Konsequenterweise werden daher Konzepte mit geringer Aussicht auf Erfolg eingestellt. Die Messkriterien für Erfolg sind in Berlin ggf. etwas anderes als bei anderen. Dort geht es eher um die Betrachtung von Opportunitäten, weil auch Rocket nur begrenzt Personal und Geld zur Verfügung hat. Da muss ein Geschäftsmodell, dass kurz- bis mittelfristig nur 10% Rendite erwirtschaften kann einen Modell mit einer höheren Erwartungsrendite sofort weichen.

Die von Gründerszene angeführte Begründung für die Einstellung von mybrands ist deshalb aus meiner Sicht nicht ganz richtig. Kundenseitige Kannibalisierungseffekte sind in diesem Portfolio sogar erwünscht. Ein Auflösungsgrund ist wohl eher bei den ressourcenseitigen Kannibalisierungseffekten, vor allem im Bereich Personal, zu suchen.

Das wäre sehr interessant, weil es Skalierungsgrenzen des Samwer Inkubatorenmodells aufzeigt. Vielleicht ist das aber auch nicht im Modell begründet, sondern eher in der überschaubaren Beliebtheit der Familie S.

Thema: Commerce, Strategie | Kommentare deaktiviert | Autor: