Beiträge vom April, 2010

Buch: Web-Exzellenz im E-Commerce

Donnerstag, 29. April 2010 15:00

Normalerweise halte ich mich hier bei der Bewerbung von Büchern zurück, allerdings kann ich das folgende Buch nur empfehlen, weil es auch ein Artikel von Kassenzone.de in die Ausgabe geschafft hat.

Das Buch ist ein Sammelwerk mit vielen aktuellen Artikeln zum E-Commerce. Die Qualität der Beiträge bzw. die “Flughöhe” ist eher….. heterogen, aber damit ist das Buch sicherlich auch für sehr viele Leser geeignet und bietet so einen schönen Einstieg in die aktuellen Herausforderungen dieser Industrie. Es richtet sich mE an Einsteiger und Fortgeschrittene.

Web Exzellenz im E-Commerce

E-Commerce Buch

Viel Spass beim Lesen!

Thema: Commerce | Kommentare (3) | Autor:

5min mit “Happy Coffee”

Dienstag, 27. April 2010 8:02

Wer seid ihr und was macht ihr?

Hallo. Ich bin Christian Häfner und Gründer des Projektes „Happy Coffee“. Happy Coffee ist eine Initiative zur Unterstützung des fairen Kaffeehandels in Deutschland und soll durch Qualität und Vertrauen mehr Aufmerksamkeit auf dieses wichtige Thema lenken. Gerade die letzten Jahre haben gezeigt, wie wichtig der faire Handel ist um den Kleinbauern ein Existenzminimum gewährleisten zu können. Mit der Kampagne wollen wir einerseits den fairen Handel unterstützen, auf der anderen Seite Unternehmen aber auch die Möglichkeit geben, sich aktiv am fairen Handel zu beteiligen.

Wie können sich die Unternehmen denn einbringen?

Neben dem Versand an Endkunden bieten wir Unternehmen auch die Möglichkeit einer Kooperationspartnerschaft an. Das bedeutet, dass jede Kaffeeverbrauchende Firma bei Umstellung ihres Kaffees auf Happy Coffee auch etwas zurück bekommt. Aktuell bieten wir kostenlose Werbung (Logoplatzierung inkl. Verlinkung) auf happycoffee.org an, sowie die Erwähnung auf Facebook und Twitter. Das Netzwerk und die Reichweite wächst auch durch viele Offline-Aktionen (Flyer, Proben, etc.) täglich. Dadurch erhalten Firmen einen Möglichkeit zu zeigen, dass sie nachhaltigen denken und handeln, und zwar direkt!

Wer ist Eure Zielgruppe?

Die Zielgruppe sind in erster Linie natürlich Kaffeetrinker. Speziell diese, die viel Wert auf  Qualität und fairen Handel legen. Die Grundidee von Happy Coffee ist aber auch, mehr Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Das wollen wir hauptsächlich über ein unschlagbar günstiges Angebot, aber vor allem auch über die Qualität erreichen. Alle Besitzer eines Vollautomaten oder einer Kaffeemühle sind damit potentielle Kunden.

Fairtrade Kaffee bietet doch mittlerweile auch jeder große Hersteller an. Warum sollen die Kunden auf einmal Happy Coffee trinken?

Das ist ganz richtig und prinzipiell auch eine positive Entwicklung des Trends. Was jedoch bei den meisten Hersteller fehlt, ist der Bezug zum Ursprung des Kaffees. Wir können genau sagen, wo unser Kaffee angebaut wurde, wie er von wem verarbeitet wurde und letztlich zum Kunden gelangt. Dank des Fairtrade Siegels sind alle Stufen für den Kunden transparent und nachvollziehbar. Daneben steht der Faktor Qualität. Die meisten großen Kaffeemarken bieten z.B. Bohnenmischung an, um den Preis gering zu halten. Der Kunde vertraut häufig der Marke, kontrolliert oder hinterfragt aber selten den Inhalt der Packung. Den Mehrpreis zahlt der Kunde letztlich nicht für die Qualität, sondern für die Marke. Wir bieten echte Qualität zu günstigen Preisen und machen das sichtbar, wo andere sich zurück halten. Als Marke wollen wir den Kunden nicht nur das Gefühl geben etwas Gutes zu tun, sondern lassen sie aktiv teilhaben. Ein weiteres Argument ist der Preis: Bei aktuell 15,50€ inkl. Versand kommt kein vergleichbares Produkt (weder im Online-, noch im Offline-Handel) mit!

Wie löst ihr das Problem der Kundenaquisition?

Aller Anfang ist schwer, das gilt auch für Happy Coffee! Mit Mundpropaganda, Flyern und Adwords haben wir in den ersten Tagen bereits über 40kg verkauft. Das ist schon eine gute Bilanz, allerdings sind wir noch lange nicht am Ziel. Das Gute ist, dass viele das Projekt gut finden und gerne darüber reden. Auf dieses Vertrauen sind wir angewiesen und freuen uns – gerade am Anfang – auch über jede Unterstützung wie Bannerwerbung, Retweets, Blogeinträge, Flyer auslegen im Geschäft, etc.

Plant ihr auch einen B2B Vertriebspartner einzubinden, oder ist es schwer bei den aktuellen Mengen jemanden zu finden?

Aktuelle machen wir das B2B  Geschäft noch selbst. Für die Zukunft ist aber vieles denkbar. Es wäre schön, wenn wir z.B. auch große Supermarktketten oder Konzerne von dem Projekt und dem Produkt überzeugen können. Nach  2 Wochen haben wir weder das eine, noch das andere. Der B2B Vertrieb geschieht momentan noch persönlich über ein enges Netzwerk aus Freunden mit Schwerpunkt in Bonn/Köln und Hamburg.

Ihr macht das also auch Vollzeit?

Nein, aktuell gibt es nur mich als offiziellen Ansprechpartner und Geschäftsführer. Alle weiteren Unterstützer arbeiten „ehrenamtlich“. Das Projekt ist nicht aus der Motivation heraus entstanden kurzfristig viel Geld zu verdienen.

Vielmehr gab es zwei Hauptgründe:

  1. Als Kaffeetrinker ist mir ist das Thema Kaffeehandel tatsächlich sehr wichtig und ich wollte eine Basis schaffen, auch anderen eine Möglichkeit zur Unterstützung zu geben.
  2. Wer das Buch „Die vier-Stunden-Woche“ von Tim Ferris gelesen hat weiss, dass heute nahezu allen Stufen im Wertschöpfungsprozess ausgegliedert werden können. Diese Herausforderungen habe ich angenommen und begann letztes Jahr nach Importeuren, Röstern und Logistikern zu suchen. So ist Happy Coffee entstanden.

Ihr bietet nur ein Produkt in einer Variante an, warum?

Prinzipiell will ein Kunde ja Vielfalt. Im Vordergrund von Happy Coffee steht jedoch nicht, die Palette eines Supermarktes online abzubilden, sondern den fairen Handel zu unterstützen. Der aktuelle Hochland Kaffee wurde sehr sorgsam nach umfangreichen Verkostungen ausgewählt und ist schlichtweg der beste Kaffee, der für den Preis zu finden ist. Eine Erweiterung der Produktpalette ist nur in kleinem Umfang geplant. So wollen wir z.B. perspektivisch noch eine Espressobohne und ggf. eine gemahlene Variante anbieten. Mehr erst mal nicht.

Wie wichtig sind neue Verkaufsmechanismen für Happy Coffee? Geht es auch ohne Facebook und Twitter?

Facebook ist eine wirklich gute Sache, da wir auch an Menschen heran kommen, die das Projekt und die Idee zwar gut finden, aber keinen Vollautomaten besitzen. Das ist wichtig und zeigt Präsenz! Viele der aktuellen Kunden kamen auch über Facebook. Daher ist dieser Kanal extrem wichtig für die Entwicklung des Projektes.

Was können wir 2010 von Happy Coffee erwarten?

Zunächst muss das Geschäft erst einmal richtig starten. Im weiteren Verlauf wollen wir – wie bereits erwähnt – die Produktpalette erweitern und möglichst viele Kooperationspartnerschaften abschließen um das Geschäft zu stabilisieren. Für die Zukunft planen wir darüber hinaus uns selbst an der Quelle des Kaffees für Projekte einzusetzen und z.B. eine Berichterstattung über Mindestpreise finanzierte Projekte nach Deutschland zu bringen. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass Happy Coffee selbst Projekte finanzieren wird, das hängt jedoch auch maßgeblich von der Entwicklung der Umsätze und Gewinne ab.

Möchtest du noch irgendetwas an die kassenzone-Leserschaft richten? Irgendwelche Investoren gesucht? Oder sonstige Hilfe, dann hast du jetzt die Möglichkeit dazu!

Wir suchen aktuell keine Investoren, aber große Firmen, die bereit sind mit uns eine Kooperationspartnerschaft einzugehen. Das würde unser Geschäft gerade zu Beginn recht schnell stabilisieren und ermöglicht uns mehr Flexibilität beim Aufbau weiterer Vertriebskanäle. Ansonsten freuen wir uns natürlich über jeden Kunden und jedes Feedback zum Projekt und zum Produkt. Feedback jederzeit gerne an info(at)happycoffee.org

Super. Dann wünschen wir von kassenzone Euch viel Erfolg! Wir finden die Idee sehr gut und unterstützen gerne mit!

Vielen Dank an Fair Trade Kaffee für die Unterstützung und das Gespräch!

Thema: Commerce | Kommentare (7) | Autor:

Shopsysteme systematisch vergleichen

Freitag, 23. April 2010 9:04

Es gibt unzählige Vergleichstests zwischen gängigen Shopsystemen und das Ergebnis ist oft ähnlich: Es kommt auf den Einsatzzweck an.. Nicht immer ist das aktuell sehr populäre Magento System die richtige Wahl, und meistens werden die Vergleichskriterien auch nicht den komplexen Anorderungen an E-Commerce Geschäftsmodelle gerecht. Keyvan Karimi hat nun im Rahmen seiner Diplomarbeit ein Modell entwickelt, dass eine Struktur für solche Vergleichstest anbietet und führt am Ende damit einen kleinen “Praxistest” durch. (u.a. mit Magento, XT-Commerce, OS-Commerce)

Der Test ist allerdings nebensächlich. Die Arbeit ist sehr lesenswert, wenn man grundsätzliche Anregungen braucht wie eine Shopsoftwareevaluierung funktionieren könnte.

Thema: Commerce, Technologie | Kommentare (8) | Autor:

750.000€ Affiliate Umsatz bei netbooknews.de

Sonntag, 18. April 2010 13:29

Ein paar Regeln über Blogvermarktung und (jetzt wird es spannend) Umsatzzahlen von netbooknews.de und netbooknews.com. Respekt!

via: http://twitter.com/jkrisch

Thema: Bloggen, Commerce | Kommentare deaktiviert | Autor:

Mediamarkt Online – Kann das funktionieren?

Samstag, 17. April 2010 7:17

Über zwei Jahre nach der Schließung von mediaonline.de versucht sich Mediamarkt mal wieder mit einem eigenen Webshop.

Wer mediaonline.de noch kannte, einen Shop mit einem kolpotierten Umsatzvolumen von 90 Mio. €/Jahr (wahrscheinlich waren es viel weniger), kann sich wahrscheinlich noch an die Diskussionen über die Online Strategie von Mediamarkt erinnern.

Bevor ich auf die neuen Gehversuche von Mediamarkt eingehe, möchte ich noch einmal kurz die beiden wesentlichen Gründe erinnern, warum es mit mediaonline.de damals nicht geklappt hat.

  • Mediamarkt & Saturn arbeiten mit aggressiver Werbung daran als günstiger Anbieter wahrgenommen zu werden. Sie spielen also mit dem (Niedrig-) Preisimage. Das funktioniert recht einfach. Ein paar populäre Produkte werden zu sehr günstigen Preisen angeboten, um die Leute in den Laden zu locken. Die per Cross-Selling verkauften anderen Produkte liefern dann die Marge, um die kostenintensive Filialstruktur zu tragen. Das funktioniert in einem Markt ohne perfekte Informationen – dem Offline Markt. Online klappt das leider nicht, weil der günstigste Preis nur einen Klick weit weg ist. Mediaonline konnte also nur bedingt dem Onlinepreiswettbewerb standhalten.
  • Für den Aufbau der Mediamärkte hat sich das Konzept der eigenständigen Gesellschaften mit jeweils beteiligten Geschäftsführern durchgesetzt. Offline trägt das zu einem hohen Grad an Lokalisierung und Flexibilität auf Filialebene bei. Das führt u.a. auch dazu, dass diverse Produkte nicht zentral, sondern von Einzelfilialen bestellt werden, so dass sogar zwischen den einzelnen Filialen unterschiedliche Preise bei gleichen Produkten geben kann. Diese Asymmetrie in den Preisen ist online nicht abbildbar, aber viel wesentlicher ist in dieser Konstellation die schwierige Auflösung der Zielkonflikte zwischen Offline und Online. Warum sollte der Kieler Mediamarkt Geschäftsführer einen Online Shop neben sich dulden? Warum sollte er auch nur im Traum daran denken, dass es Online Gutscheine gibt die er in SEINEM Markt einlösen lassen muss.

Die Voraussetzungen für einen Neustart sind also alles andere als einfach und auch diesmal scheint es schwer zu werden mit dem Erfolg.

Wenn man sich das Setup anschaut, dann kommt man schnell zu dem Schluss, dass es Mediamarkt nicht zwingend mit einem Onlineshop versuchen sollte, um im Konzert der erfolgreichen Online Elektronikhändler mitzuspielen. Es  gibt meines Erachtens diverse Online Konzepte die zu Mediamarkt passen, ohne dass sich der Konzern verbiegen muss. Vom Liveshopping bis zur Groupon Adaption ist da einiges möglich, aber davon ist bisher bei mediamarkt nichts zu sehen. Ich würde sogar noch weiter gehen. Ich halte es für strategisch falsch das erfolgreich aufgebaute Preisimage des Stationärhändlers durch ein Onlinekonzept zu gefährden, nur um zu sagen: “Wir sind auch auch Online.”

Genau das passiert jetzt aber. Martin hat es bereits schön beschrieben:

…Interessant ist, dass Mediamarkt neben dem Onlinepreis auch einen Storepreis abbildet. Keine schlechte Idee, um Kunden gezielt in Filialen zu locken, wenn die ihre regionalen Aktionen fahren. Die Preise werden nämlich explizit gesplittet.

Dennoch kann die Transparenz fatal sein. Wer etwas genauer prüft (was bei Elektronika ja fast Usus ist), findet bei diversen Wettbewerbern oft günstigere Angebote. Mit “ich bin doch nicht blöd” kann Mediamarkt so jedenfalls nicht werben….

Die Entscheidung beide Preise abzubilden kann ich nicht nachvollziehen. So transparent es damit für den Kunden wird, so schlecht ist das für mediamarkt. Die Umsetzung des Shops ist ziemlich ärmlich. Web 1.0 in Reinform, gemischt mit schlechter Usability. Das muss man aber eher der Agentur anlasten und nicht mediamarkt.

Fazit: Mediamarkt zieht keine inhaltlichen Konsequenzen aus dem mediaonline.de Fehlern. Ich kann nur hoffen, dass man sich für den deutschen Roll Out ein paar bessere Berater holt und etwas passenderes aufbaut.

Thema: Commerce, Strategie | Kommentare (25) | Autor: