Beiträge vom März, 2010

Einfach mal was Gutes tun

Samstag, 27. März 2010 23:27

Meine kleine Schwester arbeitet gerade an einer Aidswaisenstation in Südafrika, und ich möchte hier gerne ihren Aufruf zur kleinen Hilfsaktion veröffentlichen:

….dieses wochenende haben wir ganz viele kleider- und spielzeugspenden sortiert und in kleinen päckchen zusammen gepackt, die dann an die betreffenden patienten und kinder im laufe der zeit verteilt werden können. es ist immer viel arbeit so etwas zu tun, aber wenn man dann die kleinen kinderaugen sieht, wenn sie ein paar stifte und etwas zum anziehen bekommen, ist die arbeit längst wieder vergessen.
es ist manchmal ganz schön erschütternd, wenn man auf hausbesuche geht und sieht in welchen umständen und mit wie wenig die menschen hiir leben und jeden tag überleben und wenn dann noch diese schreckliche viruserkrankung dazu kommt und man auf sich allein gestellt ist, merkt man erstmal wieder wie gut es doch einem selbst geht.

wenn jemand von euch etwas für die Südafrfika Hilfe e.V. tun möchte, der kann er sehr gerne ACC-AKUT aus der apotheke in einem kleinen gepolsterten umschlag schicken, man bekommt zwar dieses medikament hier, allerdings zum 5-fachen des deutschen preises und das würde das medikamenten-budget von der klinik sprengen.
also wer lust hat etwas kleines gutes zu tun, der könnte ein paar tütchen ins ferne afrika schicken, wie gesagt in einem DIN A5 oder DINA6 gepolsterten umschlag, die adresse lautet:

Thabang Society
M-L Graf
P.O. Box 2047
9585 Parys
South Africa

Es würde mich sehr freuen, wenn ein paar Umschläge zusammenkommen. Das Porto beträgt 6€.

Update: Nach den guten Hinweisen in den Kommentaren, kann man nun auch für die Aktion Spenden. Ich kümmere mich dann um die Abwicklung.


Thema: Allgemein | Kommentare (9) | Autor: Alexander Graf

Der Tot von Reichweite (n basierten Geschäftsmodellen)

Donnerstag, 25. März 2010 7:01

Ein Artikel von RWW aus der letzten Woche trägt den Titel “The Death of Pageview“. Darin geht es um die gesunkende Relevanz von primären Trafficwerten (Visits, Pageviews, …) und den damit verbundenen Aufruf an Startups sich wirklich wesentlichen Messwerten zu widmen und sich nicht mit alberne Reichweitenwerte zu definieren.

Das ist an sich nichts wirklich Neues, weil in der Regel klar ist, dass am Ende zählt wieviel Geld verdient wird, allerdings ist mir vorgestern bei der (empfehlenswerten) Ventoure Lounge in Hamburg aufgefallen, dass die präsentierenden Startups vorrangig genau diese Trafficwerte als Erfolgsmesser aufgeführt haben. Die Hälfte der Startups hat Kapital gesucht (zwischen 100 Tsd. und 2 Mio.€), um mehr Reichweite aufzubauen.

Das ist aus meiner Sicht schon ein Hinweis darauf, dass diese Geschäftsmodelle kaum funktionieren können. Wenn ein Geschäftsmodell für einen erfolgreichen Businessplan eine hohe Reichweite braucht, dann wird es in der Regel nicht funktionieren, weil Reichweite per se begrenzt ist und der Wettbewerb um Aufmerksamkeit permament wächst. Wir alle haben nur zwei Augen und schauen in der Regel auf einen Monitor. Viel interessanter sind deshalb Geschäftsmodelle die mit “wenigen Augen” auskommen und aus einer geringen Reichweite viel Umsatz schöpfen, oder Reichweite generisch nutzen können (z.B. Facebook Apps).

Wenn diese Geschäftsmodelle dann noch groß im Sinne von Reichweite werden, dann sind sie umso spannender. Der Fokus muss also deutlich stärker in Richtung “Geld verdienen” ausgelegt sein. Wieviel Umsatz macht ein durchschnittlicher Nutzer? Wie lange bleibt ein Nutzer auf meiner Website? Wie hoch ist die CLV? Wie hoch sind meine Fixkosten?…..

Ich persönlich finde Trafficvergleiche zwischen den Grouponklonen auch sehr interessant, allerdings wäre es falsch daraus die Umsetzungsexcellenz des jeweiligen Modells abzuleiten. Die Reichweite hat überhaupt nichts mit dem Erfolg des entsprechenden Geschäftsmodells zu tun. Schaut euch studivz o.ä. an. Was kann man daraus lernen? Sollten euch in Zukunft Geschäftsmodelle über den Weg laufen die das erreichen des Break Even an eine bestimmte (i.d.R. hohe) Reichweite koppeln, dann sollte man sich zumindest Gedanken darüber machen, ob der Ansatz wirklich nachhaltig ist und Reichweite dazu führt Markteintrittsbarrieren zu errichten. Bei den Groupon Klonen ist das übrigens nicht der Fall.

Update: Eine schöne Fortsetzung des Gedankens findet sich bei Martin im Mailorderportal:

…Der Versender investiert viel Geld in eine Beziehung, die nur in einem Bruchteil der Fälle wirklich zustande kommt. Der Lohn des langwierigen Aufbaus von Beziehungen mit teuren Werbeträgern ist – oder vielmehr: war – eine langfristige Geschäftsbeziehung. Auf diesem Prinzip beruht die Ermittlung des Wertes, den ein Kunde im Lauf der aktiven Saisons für den Versender darstellt. Der Customer Lifetime Value ist eines der wichtigsten und zentralen Steuerungselemente im Versandhandel….

Ihr seid anderer Meinung? Ab in die Kommentare damit.

Thema: Strategie | Kommentare (3) | Autor: Alexander Graf

“Viele Händler sind kaum auf E-Commerce vorbereitet” – 10min mit Matthias Schrader

Montag, 22. März 2010 7:17

Matthias Schrader von sinnerschrader stand uns für ein 2x5min Interview zum Thema “E-Commerce im Wandel” zur Verfügung und erzählt aus erster Hand wie er den Wandel bei Händlern erlebt und welche Geschäftsmodelle in Zukunft spannend werden können. Groupon Klone sind nicht dabei. Er bloggt auf fischmarkt.de (Lesetipp).

Nach meinen durchwachsenen Kameraerfahrungen bei den letzten Interviews musste diesmal die (Profi-) Kamera von Florian herhalten die zwar sehr gute Bilder mit gutem Ton macht, aber diesmal hat Youtube bei der Konvertierung gespart. Wir reichen bald ein Video mit besserem Bild nach.

Hallo Herr Schrader. Herzlich Willkommen zu den 5 Minuten auf Kassenzone zum Thema E-Commerce und Next-Commerce. Schön, dass Sie sich bereit erklärt haben ein paar Insides mit uns zu teilen und natürlich mit der Leserschaft von Kassenzone.

Dann geht’s auch schon direkt los. Was meinen Sie macht E-Commerce heute aus?

Also das was E-Commerce heute ausmacht, ist nichts anderes als das, was E-Commerce seit 14 Jahren eigentlich ausmacht. Die Spannungschancen von Marken und Händler, direkt halt mit den Konsumenten in Kontakt zu kommen. Zu spüren, was interessiert die Konsumenten. Wo sind die Bedürfnisse der Konsumenten. Und mit einem neuen Team zusammenzukommen.

Ok. Aber die letzten 12 Monate oder vielleicht die letzten 24 Monate hat sich ja schon einiges getan im Online-Markt. Was sind aus Ihrer Sicht die ganz zentralen Veränderungen?

Der große Treiber ist tatsächlich immer noch der interaktive Konsument. Und wir haben im letzten Jahr auch noch mal so eine Schallmauer durchbrochen, weil im stationären Handel die Umsätze rückläufig waren. Das einmal die Internet-Nutzer weiterhin gebucht haben; gekauft haben. Und dieser Schalter bei den Märkten und bei den Händlern ist einfach nochmal so richtig umgedreht worden. Und ich glaube, es gibt heute keine Marke und keinen Händler mehr, für den das Thema E-Commerce nicht relevant ist. 70% sind vielleicht online, 30% noch nicht.

Sind die Händler darauf vorbereitet?

Nein. Die wenigsten Händler sind halt darauf vorbereitet.

Wie drückt sich das aus, in Ihrer Erfahrung?

Es drückt sich so aus, dass sie im Grunde glauben, dass es damit halt getan ist, letztendlich halt die Prozesse einfach zu digitalisieren. Versandhandel-fähig zu werden. Aber sie arbeiten halt wenig am Sortiment, wenig am Marketing, wenig an ihrem USP. Und verkennen damit auch auf der einen Seite die Gefahr, dass sie im Internet total vergleichbar sind mit dem Sortiment. Von der Sortimentierung bis zur Preisgestaltung. Auf der anderen Seite nehmen sie sich aber auch Chancen, sich dort halt zu differenzieren. Insofern gibt es da noch viel zu erklären und zu beraten.

Ist es das, was Next-Commerce hauptsächlich für die Händler macht? Erklären und beraten?

Ja und dann halt auch umsetzen. Im Kern ist es tatsächlich so, dass Next-Commerce wie andere Service-E-Commerce Anbieter auch, den gesamten Service von Fulfillment über Logistik und Payment anbieten. Aber das ist eher eine Convenience Leistung. Der Pitch ist eher, dass wir Marken und Händlern versprechen, sehr schnell in eine Region von 7 bis 10% Online-Anteile ihrer Gesamtumsätze zu kommen. Also in eine Region zu kommen, wo ihr Geschäft Online sich selber trägt, profitabel ist, die Fixkosten einfährt. Und es letztendlich auch finanzierbar macht, Online-Marketing Investitionen zu tätigen. Die letztendlich auch einen positiven Effekt auf das Stationärgeschäft haben.  Und dann macht es eigentlich auch für Marken und Händler erst richtig Spaß.

Sie bringen sozusagen die Händler ins E-Commerce?

Ja. Und schneller von 3% auf 10%, als wenn sie es halt selber machen würden oder wenn sie da rein prozessorientierte Logistik- und Technologie-Dienstleister wählen.

Das heißt, wenn die Händler noch keine Erfahrungen im E-Commerce haben, dann verbleiben sie länger bei einer relativ niedrigen Umsatzanteilsquote im E-Commerce, als es mit Ihrer Hilfe zum Beispiel geht?

Ja.

Das kann ich verstehen. Aber, welche Rolle spielen dann die Händler, ob das nun die sind die Sie beraten, oder ob das nun Händler sind, die auf andere Dienstleistungen setzen. Was muss man dafür eigentlich tun? Muss man dafür überhaupt irgendwas tun, wenn sie eine Marke haben? Dann gibt es wahrscheinlich noch Dienstleister, die Sie online darin intensiv beraten beziehungsweise alles für sie machen.

Alles nicht. Also der Händler hat natürlich immer noch die Aufgabe, den entsprechenden Dienstleister zu steuern: wie ist mein Pricing, wann mache ich Sales, welche Kampagnen gibt es? Und er muss natürlich noch Know How aufbauen. Aber dieses Know-How heute aufzubauen ist gar nicht so einfach. Denn das Know-How wird überall gesucht. Und es ist ein Prozess, so glauben wir, von drei bis fünf Jahren. Dieses Know-How in den Unternehmen so aufzubauen, sodass man dann wieder es riskieren kann dieses Geschäft umzusourcen. Sofern verstehen wir uns auch als Partner für die ersten drei bis fünf Jahre, sozusagen zu einer Partnerschaft. Und danach steht es halt dem Unternehmen frei, den kompletten Bereich wieder zu integrieren und selber weiter zu betreiben.

Hat sich die Rolle von der Agenturen, ob es sich nun um Interactive Agenturen wie SinnerSchrader oder andere Agenturen geht, hat es sich verändert in diesem Prozess?

Also wenn wir jetzt nun noch mal diesen Blick auf Next-Commerce halten, lernt man natürlich als Agentur unglaublich viel davon. Weil wir uns als Fragestellungen uns beschäftigen mit Retourenvermeidung, Logistikproblemen. Mit denen man normalerweise als Agentur wenig am Hut hat. Das ist natürlich wirklich so ein Know How Beschleuniger. Insgesamt glaube ich, wandelt sich die Rolle der Agentur aber auch davon unabhängig, insofern, dass der gesamte Bereich digital wieder in der Aufmerksamkeit des Top-Managements der Marken, der Unternehmen an Bedeutung gewinnt. Die Unternehmen haben wieder die Hoffnung, dass „digital“ ein Thema ist, um sie im Wettbewerb stärker zu differenzieren und erfolgreicher zu machen. Und damit steigt natürlich auch die Bedeutung derjenigen Dienstleister, die diese Erwartung und Umsetzungsleistung anbieten können. Also wie es schon mal vor zehn Jahren der Fall war, steigt man so ein bisschen wieder in der Hierarchie  auf. Und wo jetzt auch wieder Lösungen entwickelt werden, die Umsetzungsprojekte sind. Davon haben die Agenturen die letzten acht Jahre gut gelebt und das auch gelernt aber sie müssen jetzt auch wieder ihren Kunden Innovationen liefern. Und das ist natürlich für alle Agenturen eine Riesenanstrengung. Aber natürlich auch eine Chance.

Und welche Innovation oder Geschäftsidee im E-Commerce begeistert Sie denn heute am meisten?

Also was mich momentan begeistert ist, dass auf der Sortimentsthematik das Thema fmtg und Food. Ich glaube, dass da einfach noch viel geht. Man hat sich in den Staaten alice.com aber auch P&G vorgenommen – fünf Milliarden Dollar in den nächsten drei Jahren online umzusetzen. Da sieht man, dass da relativ viel passiert. Und was mich auf der anderen Seite interessiert, auch bei bestehenden Geschäftsmodellen ist: „Was kann man eigentlich aus Daten machen“? Wie kann ich eigentlich Transaktionsdaten nutzen, zu einem langweiligen Thema wie Retouren-Verwaltung. Jüngst für ein Unternehmen einen Schuhshop gelauncht, wo wir genau dieses Thema genutzt haben. Wie kriegen wir sozusagen Millionen von Kaufakten aggregiert und können daraus Ableitungen machen für das zukünftige Retouren-Verhalten und können einen Mehrwert für den Nutzer darstellen und es hat für alle Seiten einen echten Mehrwert. Wie kann man letztendlich halt das Geschäft tatsächlich des Kunden mit Hilfe von Algorithmen, von Daten aber auch von echten nutzerrelevanten Mehrwert halt tatsächlich innovieren. Das ist natürlich auch wieder spannend. Das ist wirklich eine Innovation, in die Projekte halt einzubauen und die Konsumenten einfach begeistern und auf jeden Fall einfach weiter zu erzählen.

Ok. Also Innovationen auch in innovative Geschäftsmodelle sozusagen sie treiben?

Ja, ich glaube, dass man Innovationen in kleine Geschäftsmodelle halt machen kann, man kann auch total viele Innovationen in alte Geschäftsmodelle einbauen. Also wenn Sie sich TUIfly beispielsweise anschauen. Wird von uns seit sechs Jahren betreut. Fünfeinhalb Jahre von diesen sechs Jahren hatte TUIfly eine eigene Flotte. Heute haben sie keine eigene Flotte mehr. Zu großen Teilen haben sie ihre Flotte abgegeben an airberlin und trotzdem ist die TUIfly.com extrem erfolgreich halt unterwegs und verkauft extrem viele Flugtickets jeden Tag. Und hat das Geschäftsmodell quasi einmal gedreht. Und ich glaube, dass man bei Touristik, bei Banken, im Bereich aber auch natürlich Retail, wenn man mal genauer hinschaut, überall Dinge entdeckt, wo man auf bestehende Geschäftsmodelle noch mal natürlich mit diesem Connect zwischen Unternehmen, Konsument, Daten einfach nochmal neu strukturieren kann, nochmal neu erfinden kann. Das ist sowohl von der Umsetzung und natürlich intellektuell natürlich eine tolle Aufgabe.

Im Rahmen von innovativen Geschäftsmodellen und neuen Geschäftsmodellen wird in Deutschland momentan sehr viel von Coupon und beziehungsweise von den Klonen in Deutschland geredet. Glauben Sie, dass das funktioniert?

Also ich bin da ein bisschen skeptisch. Gar nicht weil ich sozusagen an das Thema Coupons denke. Also ich glaube Coupons sind total bewährte Mechanik. Was halt schwierig ist oder eine echte Herausforderung ist: „Wie kriege ich diesen manuellen und Sales-Prozess letztendlich auch in diese Fläche herausgebrochen. Also wenn ich mir diese ganzen Coupon-Plattformen mal heute anschaue und zähle mal diese ganzen Deals zusammen also das sind echt lausige Pennys die ich da sehe wenn ich sie zusammen addiere. Das fällt mir schwer sozusagen da ein Gefühl für Skalierungen zu bekommen. Ein Feature auf ein bestehendes Modell draufzusetzen, kann es glaube ich sehr gut funktionieren. Aber ich glaube als Solo-Geschäftsmodell —- eher skeptisch.

Was können wir, in drei Sätzen erklärt, in den nächsten 3 Jahren erwarten?

Hoffentlich Generationen-  von Bestandskunden, viele Generationen auch bei neuen Kunden und eine tolle iphone-Anwendung.

Vielen Dank.
Hinweis: Das Video wurde halbautomatisch vertextet. Ggf. sind einige Wörter & Sätze falsch abgebildet.

Thema: Commerce, Strategie | Kommentare (10) | Autor: Alexander Graf

5min mit Kim Felixmüller von idbeer.de

Freitag, 12. März 2010 7:17

Heute begrüßen wir im Rahmen der “Ein Herz für Startups” Aktion Kim Felixmüller von idbeer.de – ein Service im Bereich Food Mass Customization. Nach den lausigen Erfahrungen mit der Soundqualität beim Interview mit barcoo, habe ich diesmal einen Versuch mit Skype & Pamela gewagt, um das Videogespräch aufzuzeichnen. Ergebnis: Sound super, Bild geht so. Das könnte an Kims Kamerea gelegen haben oder am falschen Aufnahmeformat.

Wer seid ihr und was macht ihr?

Also ich bin Kim Felixmüller und Geschäftsführer von idbeer. Wir sind eine Internetplattform und personalisieren Bier. Das bedeutet, wir geben dem Kunden die Möglichkeit, dass sie mit unserem Etikettenkonfigurator, online, einfach und schnell ihr eigenes Bier gestalten.

Wer ist Eure Zielgruppe?

Unsere Zielgruppe sind sowohl Männer und Frauen zwischen 20 und 45 Jahren circa. Die alle ein bisschen gesellig sein sollten und Spaß haben möchten.

Personalisiertes Bier, so etwas gibt es schon oder so etwas gab es schon, oder? Es gibt so einen Etikettendruckservice. Seid ihr dort innovativ am Markt unterwegs oder habt ihr dort schon einen starken Wettbewerb?

Also richtig ist, dass es das Ganze schon einmal gab. Wir sind da auch ein bisschen drauf gestoßen, dadurch das es Utopia in Australien gab. Und wir haben aber versucht diese Idee weiterzuentwickeln, da alle Konkurrenten von uns im Moment auf dem deutschen Markt nur anbieten, dass der Kunde seinen Namen einsetzt in ein bestehendes Etikett. Was er aber nicht mehr großartig verändern kann. Und wir haben einen vollkommen freien Etikettenkonfigurator. Das bedeutet, der Kunde kann mit Hilfe von Elementen, Motiven oder auch seinen eigenen Fotos hochladen. Wirklich komplett sein eigenes Etikett gestalten.

Ist das Euer differenzierendes Merkmal, wenn noch irgendein Wettbewerber in den Markt eintritt?

Das ist es definitiv. Also der Etikettenkonfigurator ist ein USP und das andere ist die B-Qualität. Wir arbeiten mit der Schlossbrauerei Au in der Hallertau zusammen. Das mag jetzt für die meisten nichtssagend sein aber das ist eine kleine Familienbrauerei in der Nähe von München. Und ein absolutes Top-Bier, ein bayerisches Premiumbier.

Wie löst ihr das Problem der Kundenaquisition? Präzisiert seid ihr ja ein Oneshot-Business. Also man verkauft wahrscheinlich so ein personalisiertes Bier für ein Geburtstag oder für die WM oder für irgendeine Firmenfeier. Und dann wahrscheinlich erstmal nicht wieder. Das heißt ja, ihr müsst ja relativ hohe Kundenaquisitionskosten haben! Stimmt das?

Richtig ist dabei, dass wir bis jetzt sehr geschenkelastig sind. Aber das war bei uns auch so gewollt. Wir sind kurz vor Weihnachten online gegangen letzten Jahres 2009. Und natürlich um das Weihnachtsgeschäft mitzunehmen! Und haben darauf auch abgezielt. Allerdings wollen wir uns weiterentwickeln von diesem Geschenk, dass man idbeer nur kauft um jemand anderem eine Freude zu machen sondern wir wollen auch in Zukunft, dass die Leute sich selbst und im Freundeskreis eine Freude machen. Und damit diese Aquisitionslastigkeit ein wenig verringern!

Und habt ihr da auch B2B Vertriebspartner die Euch da helfen oder reagieren diese nur mit einem Lächeln darauf?

Nein, wir machen B2B selber. Wir sprechen selbst Kunden an. Also Unternehmen und vor allem Messeaussteller. Die Reaktion auf idbeer; personalisiertes Bier freut erstmal jeden. Finden alle klasse. Sehr positiv ist damit auch der B2B-Bereich mit sehr großem Erfolg. Was für uns natürlich als junges Unternehmen sehr wichtig ist.

Verdient ihr damit schon Geld?

Wir verdienen als Unternehmen Geld. Wir sind drei Geschäftsführer und ein IT, der beratend mitgegründet hat. Verdienen damit noch nicht Geld. Aber das ist definitiv angepeilt und soll alles noch in diesem Jahr stattfinden.

Ihr macht das also auch Vollzeit? Das ist keine Hobbyveranstaltung?

Das ist überhaupt keine Hobbyveranstaltung. Drei von uns haben die Uni letztes Jahr abgeschlossen. Und wir machen das jetzt Full-time.

Würde das auch mit anderen Produkten funktionieren? Zum Beispiel idwodka, idwhiskey und ähnlichem?

Das schöne dabei ist, wir haben es geschafft diesen Prozess der Messkasten mal ein bisschen runterzubrechen auf eine wirklich kleine Stückzahl von Flaschen. Man kann so allgemein sagen, was dann in den Flaschen ist, ist eigentlich sekundär. Das bedeutet, wir haben definitiv das Potenzial, dadurch Ausweisungen in der Produktpalette id auf andere Getränke zu übertragen.

Das es technisch funktioniert kann ich mir auch vorstellen. Aber glaubst du das wird von Kunden angenommen?

Aufjedenfall. Wir haben jetzt mit Bier angefangen. Das hat seine Gründe in der Geselligkeit im Endeffekt. Weil wir suchen natürlich Multiplikatoren. Und Bier trinkt man natürlich nicht alleine. Das heißt wenn einer unserer Kunden ein idbeer kauft, gehen wir davon aus, dass er es mit vielen Freunden trinkt. Und denen es dann auch gefällt. Und davon gibt es definitiv noch andere Getränke, die auch gesellig sind. Vielleicht für andere Geschlechter viel interessanter sind. Und da sehen wir viel Potenzial für die Zukunft.

Ihr seid ja erst vor kurzem gestartet,. Kannst du uns verraten wieviele Kästen ihr schon verkauft habt?

Das möchte ich nicht sagen. Das bleibt ein Geheimnis!

Spielen online neue Verkaufsmechanismen für euch eine Rolle, also zum Beispiel ID auf der Facebookseite oder Aktion über Twitter? Oder ist das alles noch eher klassisches E-Commerce Geschäft?

Nein überhaupt. Wir sind gegenüber diesen Medien sehr,sehr aufgeschlossen. Haben eine ziemlich erfolgreiche Fanpage von idbeer auf Facebook. Ist auch jeder herzlich eingeladen, Facebook-Fan von uns zu werden. Und wir twittern auch sehr aktiv. Ich glaube die Facebook-Fanpage hat jetzt so 1400 Mitglieder. Ist auch erst im Dezember gegründet worden.

Was können wir 2010 von idbeer erwarten?

Wir planen natürlich jetzt, im Hinblick auf die Fussballweltmeisterschaft und auch auf den Sommer allgemein aktiv zu werden und massiv unsere Bekanntheit zu steigern. Und mit den einen oder anderen Aktionen auch unseren Kunden und Fans eine Freude zu machen.

Möchtest du noch irgendetwas an die kassenzone-Leserschaft richten? Irgendwelche Investoren gesucht? Oder sonstige Hilfe, dann hast du jetzt die Möglichkeit dazu!

Nein. Wir suchen nicht aktiv Investoren aber wir sind natürlich daran immer interessiert an strategischen Partnern die uns begleiten. Das ist aber für uns ein fortlaufender Prozess und unterhalten uns gern mit verschiedensten Leuten, die glauben, dass sie in unserer Kette eine ganz wichtige Rolle spielen können. Ansonsten habe ich dem nichts beizufügen.

Super. Dann wünschen wir von kassenzone Euch viel Erfolg! Und beobachten das hochinteressiert weiter, wie das mit dem personalisierten Bier vorangeht.

Vielen Dank auch an dich für das Gespräch!

Das Gespräch wurde halbautomatisch übersetzt. Teilweise können Wörter und Sätze nicht vollständig korrekt angezeigt werden.

Umfrage: Ist idbeer cool?

Bewerbe dich jetzt bei Ein Herz für Startups. Wenn du ein innovatives Startup im Bereich E-Commerce, Mobile oder Technologie betreibst und bisher nicht ausreichend Beachtung in den Blogs gefunden hast, dann schicke eine Mail an info@kassenzone.de mit den folgenden Infos:

  1. Link zu eurer Website
  2. Was macht ihr genau? Wer ist euer Wettbewerber?
  3. Keyfacts inkl. Gründerteam und Startdatum des Startups
  4. Warum seid ihr innovativ?
  5. Keine Businesspläne anhängen! (die sind meistens total langweilig)
  6. Wenn ihr länger als 5 Minuten braucht diese Mail zu schreiben, dann trifft Punkt Nr. 4. wahrscheinlich nicht zu.

Danach schauen wir uns das Startup an und schreiben vielleicht ein ausführliches Review über euer Projekt bei Kassenzone.de.

Thema: Allgemein | Kommentare (3) | Autor: Alexander Graf

Wenn vom Handel nichts mehr übrig bleibt

Mittwoch, 10. März 2010 7:17

Wettbewerbsdruck, technische Komplexität und rechtliche Fallstricke machen E-Commerce heute nicht mehr so einfach wie es mal war. Einen Shop bringt man schnell online, aber damit Geld verdienen…. das gelingt nur den wenigsten. Entweder sind es die Marktteilnehmer die versuchen alle Wertschöpfungsstufen auszulagern, oder Marktteilnehmer mit Mut zur Innovation. Letztere finden sich eher selten.

Wer die Marktforschung Google Trends überlässt, statt eigenem Sourcing und Warenbewirtschaftung alles über Dropshopping regelt und den Vertrieb über möglichst dritte Plattformen erledigt, der freut sich über eine 2% Umsatzrendite. Das sind auch die potentiellen Kunden für den neuen Amazon Webstore. Eine feine Sache, wenn man nur noch Handelsmanagement betreiben möchte und sein eigenes Risiko klein halten will:

Selling online does not have to be expensive. Get multiple online stores for $59.99 per month plus 7% commission.

Diese Marktteilnehmer sollten sich aber später nicht beschweren, dass es immer schwerer wird damit Geld zu verdienen. Kaum verwunderlich eigentlich, wenn man sich in ein Wettbewerbsumfeld begibt in dem jeder mit “1-Click-Onlinshop” erfolgreich sein möchte und das sogar kann. In diesen Fällen kann man mE nicht mehr von Händlern sprechen, sondern nur noch von LongTail Projektmanagern.

Wie muss ich mir das vorstellen? Nische egal, USP egal, Hauptsache irgendein Sortiment, dass kurz- bis mittelfristig Profit abwirft und danach wird weitergeschaut?

So wie sich die Technologie hinter dem Handel entwickelt, wird auch diese Strategie langsam versanden, weil die ROI zu klein werden. Dann wird es langsam interessant für uns, weil man sich über Handelsmechanismen Gedanken machen muss. Also: Wie verkaufe ich zum maximalen/optimalen Preis oder wie erreiche ich den richtigen Kunden im richtigen Zeitpunkt. Diese Fragen lassen sich dann leider nicht mehr mit WHU-like SWOT Analysen beantworten.

Thema: Commerce | Kommentare (7) | Autor: Alexander Graf