Barcamp 1 Euro

Das Barcamp Hamburg rückt näher und mit ihm eine immer wieder aufkommende Diskussion: Wie regelt man am besten die Teilnehmerakkreditierung und senkt die No Show Quote? Pixelsebi hat sich dazu bereits sehr ausführliche (und gute!) Gedanken gemacht. Eine bisher immer verworfene Lösung, aufgrund von Kommerzcharakter und Orgaaufwand, ist die Einführung einer Teilnahmegebühr.

Bisher hat sich das Thema immer irgendwie von selbst geregelt, aber die immer noch anhaltende und sogar steigende Popularität von Barcamps hat dazu geführt, dass sogar größere Barcamps innerhalb von kürzester Zeit „ausgebucht“ sind. Das ist meines Erachtens auch auf die einfache „barrierefreie“ Buchungsmethode zurückzuführen. Man kann sich einfach mal einen Platz reservieren ohne bei Nichterscheinen ausgebuht zu werden. (Schlechtes Karma bekommt man trotzdem).

Ich hatte den Gedanken an eine Barcampgebühr eigentlich schon verloren, aber beim Lesen von Chris Andersons „Free“ ist das Thema für mich noch einmal aktuell geworden. (Eine detailierte Buchkritik folgt hier noch). In einem Abschnitt beschreit er grob den Effekt „kostenlos vs. nicht-kostenlos“. Dabei ist es egal, ob die Kosten 0,01 Euro oder 100 Euro betragen. Alleine die Tatsache, dass ein Produkt etwas kostet zwingt den Konsumenten zu einem radikal veränderten Verhalten auch wenn der Preis lachhaft gering ist. Das ist laut Anderson auf eine Art „mind barrier“ und nicht auf eine „economic barrier“ zurückzuführen. Man wird durch den Preis gezwungen sich mit dem Produkt auseinanderzusetzen. Man kann es nicht einfach „einstecken“ oder „buchen“.

Nun wäre es zu diskutieren, ob dieser Effekt nicht auch für das Barcamp Anwendung finden kann/darf. Dabei ist es erst mal egal wie das organisatorisch abgewickelt werden kann. Ich bitte um Meinungen!

Darf das Barcamp 1 Euro kosten? Die Gesamteinnahmen daraus können später an eine Einrichtung gespendet werden, die im Rahmen einer Session auf dem Barcamp „ausgelost“ wird.

16 Gedanken zu „Barcamp 1 Euro

  1. Du könntest mal bei Cem Basman nachfragen, welche No-Show-Quote er beim WordCamp in Hamburg hatte bspw. Das hatte ja sogar ein gutes Stück mehr als 1 Euro gekostet.

  2. Barcamps sind nach ihrem Selbstverständis voll gesponsorte Veranstaltungen, dh kostenfrei für alle Teilnehmer was Teilnahme & Kosten vor Ort für verpflegung und mehr angeht. Die No-Show-rate ist, wie wir wissen teilweise erschreckend hoch (20%-30% und mehr) und verursacht bei den Veranstaltern ein grosses finanzielles Risiko in der Kalkulation. Das ist bekannt.

    Bei Non-Profit-Veranstaltungen wie StartupWeekend, WordCamp usw, wo eine persönliches Spüonsoring von jedem Teilnehmer (geringfügiges kostenpflichtiges Ticket um 20-40 Euro) gefordert wird, liegt die No-Show-Rate verschwindend gering bei unter 10% und weniger. Das schafft auch nebei eine geringere Anhängigkeit von Sponsoren. Wegen der kostenpflichtigen teilnahme wurden sie auch nicht BarCamp genannt auch wenn das Format denen ähnelt.

  3. Das widerspricht sich für mich nicht. 1 Euro wäre rein ökonomisch gesehen immer noch kostelos, weil symbolisch und wieder für etwas anderes gesponsert. Es ist also nicht zur Kostendeckung gedacht. Aber 10% und weniger No Show ist ja schon mal eine Aussage.

  4. Ich finde den Euro fast etwas niedrig, da auch er immer noch dazu verleitet „erstmal anmelden, und wenn ich nicht da bin, ist der euro auch egal“.
    Sehr nett fand ich das Konzept auf dem BCLondon: Dort wurde ca 10 Tage vor der Veranstaltung noch eine Mail an alle Angemeldeten verschickt, mit der Aufforderung die Anmeldung noch einmal zu verifizieren. Erfolgte dies nicht, wurde der Platz neu vergeben. Finde ich wesentlich besser als die „bitte bitte tragt Euch doch aus den Listen aus“-Mails hier. Auf der Seite konnte man dann gleich noch per Paypal eine kleine Spende dazugeben (von diesen wurde Lego gekauft, mit dem auf dem BC lustige Sachen gemacht wurden.

  5. Soweit ich mich erinnere, wurde die Mail schon bei der Anmeldung angekündigt, dadurch wurden klare Verhältnisse geschaffen, daher sollte es für die Urlauber kein Problem sein, sich da vorher schon zu melden?

  6. Ich finde es völlig in Ordnung, für ein BarCamp auch Eintritt zu bezahlen. Das BarCamp ist eine Veranstaltung von Teilnehmern für Teilnehmer, also warum sollte man so etwas nicht auch mit CrowdFunding finanzieren. So eine Veranstaltung kostet nun einmal Geld. Soll halt jeder das Geld geben, was ihm das Camp wert ist. Mindestens jedoch einen Euro. Reicht das zum Decken der Kosten ist es gut. Falls nicht, muss man halt noch Sponsoren finden. Und wenn am Ende etwas übrig bleibt, kann man es immer noch für einen guten Zweck spenden.

    Wichtig ist, dass das Format in den Händen der Teilnehmer bleibt und nicht so UnCamps wie das GearCamp entstehen, bei dem die Veranstalter verdienen. 71,40 Eintritt für eine gesponsorte Veranstaltung ist kein BarCamp mehr und sollte sollte daher auch nicht mehr „Camp“ heißen.

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  8. An sich keine schlechte Idee. Sicherlich wird es einen Effekt haben, fragt sich nur wie groß dieser bei 1Euro ausfallen wird.
    Ich wäre da eher für eine Art Pfandsystem. Bei Anmeldung wird ein beliebiger Betrag im voraus fällig. Gehen wir einfach mal von 20Euro aus. Nach erfolgreicher Anmeldung beim Barcamp vor Ort wird der Betrag dann einfach zurücktransferiert. Für die Teilnehmer würde das Barcamp kostenlos bleiben und lediglich die „Platzblocker“ treffen/bestrafen. Die Einnahmen hieraus können dann auch gespendet werden… Sicherlich mehr Aufwand durch eventuelle Sonderfälle Krankheit, Hund hat den Autoschlüssel gefressen etc.. Würde meiner Ansicht die No-Show-Rate deutlicher senken und für die Teilnehmer den Barcamp-Gedanken beibehalten.

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  11. Pingback: mixxt

    • Das Problem an der Sache ist mMn der doch relative große organisatorische Aufwand: Entweder man muss 100-500 Überweisungen durchführen oder da dann größere Mengen Bargeld vorhalten. Und am Einlass würde es dadurch auch nicht grade weniger stressig…

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