Beiträge vom Juli, 2009

Magento Workshop Teil I – Shop aufsetzen

Donnerstag, 23. Juli 2009 7:17

In den letzten Monaten wurde sehr intensiv über die Zukunft von Shopsystemen diskutiert. Unabhängig vom Ausgang der Diskussion führt momentan kein Weg an einem Test von Magento oder Oxid vorbei. Ich selber habe seit 2-3 Jahren nicht mehr hinter die Kulissen geschaut und will deshalb mit Magento (und später ggf. Oxid) testen wie leicht/schwer es tatsächlich ist einen Shop aufzusetzen und erst einmal an den Markt zu kommen. Nach unserem unterhaltsamen Zlio Experiment also der zweite “Anwendungsfall”.  Das soll kein Handbuch für Magento werden. Ich nutze als Wissensbasis die außerordentlich gute KnowledgeBase von Magento und das Buch “Webshops mit Magento” von Steireif/Riecker.

Ziele des Workshops sind:

  • Ein Gefühl dafür bekommen wie schwierig die technische Seite des E-Commerce ist
  • Rausfinden wie hoch die Barrieren für einen Markteintritt für kleine/mittlere Händler sind
  • Ein paar Basics bezüglich SEO/SEM testen
  • Magento kennenlernen

Es geht nicht darum den perfekten Shop aufzusetzen (lokal testen, Architekturdiskussion….), Shopsysteme zu vergleichen (xtCommerce, osCommerce, intershop…) und schon gar nicht um die Herausforderungen bei der Skalierung (Warenwirtschaft, Fakturierung…).

Dafür möchte ich gerne mit Hilfe der Kassenzone.de Leser die folgenden Teilgebiete behandeln:

  • Webshop aufsetzen
  • Domain für seine Nische finden
  • Den Webshop einrichten
  • Ein wenig SEM/SEO
  • ggf. ein paar Plugins & Themes testen

Mein alter Hosting Anbieter unterstützt leider nicht alle Magento-Anforderungen. Deshalb habe ich gegen Mittag bei der Hosting-Agency ein kleines Webpaket bestellt. Das reicht zwar nicht für einen operativen Betrieb, aber für den Test reicht es allemal. Nach ca. 2 Stunden hatte ich den ftp Zugang und konnte dank 700kb großem Installer für Magento sofort starten und nach 20min stand der Shop :-) Anbei ein paar Eindrücke.

Installer Datei im Browser aufrufen

Installer Datei im Browser aufrufen

 

Der Installer lädt alles auf dem Webspace

Der Installer lädt alles auf dem Webspace

 

Datenbankdaten eingeben und... der Shop ist aufgesetzt

Datenbankdaten eingeben und... der Shop ist aufgesetzt

 

Der Admin Bereich ist nat. auch aufgesetzt

Der Admin Bereich ist nat. auch aufgesetzt

Bis hier hat es 20min gedauert und es war sehr einfach. Wer einen produktiven Shop betreiben möchte, darf natürlich keinen Shared Webspace nutzen, aber ein leistungsfähiger Server verlangt ca. 99€/Monat und das wäre für unseren Test etwas übertrieben.  Im nächsten Schritt geht es um die Identifizierung der richtigen Domain für meine Shopnische. Ich weiß allerdings noch nicht, ob es ein Shop für digitale Güter oder eine Modenische wird. Habt ihr Tipps für mich?

Thema: Commerce, Technologie | Kommentare (10) | Autor: Alexander Graf

10 Regeln für den richtigen Umgang mit Bloggern

Mittwoch, 22. Juli 2009 9:11

Inspiriert durch zwei Artikel auf dem Law Blog, und weil die Wahrheit manchmal langweilig ist:

  1. Schreibe mit einer PR Mitteilung alle Blogger an, die du in den wichtigen Blogrankings finden kannst.
  2. Behaupte, dass dein Projekt besonders innovativ ist, und fordere den Blogger zum bloggen darüber auf.
  3. Wenn er nicht bloggt, schreibe ihm eine Mail und fordere den Eintrag mit Nachdruck. Der Blogger muss froh sein, wenn er durch deine PR Abteilung berücksichtigt wird.
  4. Befass dich auf keinen Fall mit den Inhalten des Blogs. Das lenkt nur ab.
  5. Versuche möglichst allgemeine Inhalte zu schicken, weil der Blogger Lust hat die exklusiven Dinge über dein Projekt alleine zu recherchieren.
  6. Falls der Blogger Fragen zu deinem Projekt hat, antworte möglichst wieder mit PR Informationen. Dafür sind sie ja auch da.
  7. Fang direkt an den Blogger mit “Du” anzureden. Wir sind doch alle gleich im Internet.
  8. Wenn der Blogger dich (oder dein Projekt) nicht interessant findet, schick ihm ungefragt Gutscheine oder exklusive Betaphasenmitgliedschaften. Darauf wartet er nur.
  9. Falls der Blogger über dein Projekt schreibt, versuche die Diskussion in den Kommentaren zu beeinflussen! Das hilft dem Blogger, weil du ihm damit Arbeit abnimmst.
  10. Rede mit anderen Personen immer über “Die Blogger”. Alle Blogger sind gleich, haben keinen festen Job und möchten sich eigentlich nur mitteilen. Diese Erkenntnis macht den Umgang mit ihnen einfacher.

….to be continued.

Thema: Bloggen | Kommentare deaktiviert | Autor: Alexander Graf

Wertlose Followers

Mittwoch, 22. Juli 2009 7:17

Vor ein paar Wochen habe ich das Tool www.refollow.com getestet. Damit kann man Bulk Actions (Massenbearbeitung) auf seinen Twitter Account ausführen. Man kann z.B.:

  • Allen Personen folgen die auch Person @xyz folgen
  • Den meistgefolgten 1000 Twitternutzern folgen
  • Alle Personen denen man folgt und die nicht zurückfolgen “entfollowen”
  • ……

Diesen Mechanismus kann man nutzen um sehr nützliche Dinge zu tun, oder um einfach seine Followerzahl zu erhöhen. Das hat zwar reine Egogründe (bei mir natürlich nicht!), aber wenn man sich kein großes Auto leisten kann muss das reichen. Ich konnte mir vor dem Test nicht vorstellen, dass der Deal “Folgst du mir, folge ich dir” funktioniert, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Ich bin testweise 2.000 Personen gefolgt und zu meinem großen Erstaunen folgt eine große Anzahl der Personen zurück. Meine Twitterseite war damit zwar unbrauchbar (x Tweets pro Minute), aber mein virtueller Freundeswert ist unglaublich gestiegen. Nach ein paar Tagen habe ich den meisten Personen wieder gekündigt und wurde deshalb ebenfalls wieder aus vielen Profilen entfernt. Dieser Effekt ist sehr schön in der folgenden Grafik dargestellt.

twitter.grader.com Statistik

twitter.grader.com Statistik

Den Effekt kann man aufgrund der max 2.000 Follower und 10% Follower vs. Following Differenz Regeln zwar nicht unendlich skalieren, aber wenn man den Followeraufbau linear genug betreibt, kommt man auf beachtliche Followerzahlen ohne tatsächlich einen Mehrwert zum Netzwerk beizutragen. Damit kann man dann diverse Twitterrankings anführen und Twitterbücher verkaufen und….. sonst leider nichts.

Die vielen Follower (ca. 1.700 im Maximum bei mir) haben sonst nur SPAM in meine Direct Messages (siehe Screenshot) gebracht und meine Twitterseite mit sinnlosen Tweets gefüllt. Die Klickrate auf meine geposteten Links bzw. Bilder ist um genau 0% gestiegen. Dass meine Tweets mehr gelesen wurden, wage ich zu bezweifeln. Ein großer Teil der Follower waren mE Spamaccounts die ähnliche Mechanismen nutzen, um schnell zu wachsen. Sorry an alle “Ge- und Entfolgten” die mehr oder weniger unfreiwillig bei dem Test mitgemacht haben.

SPAM DM

SPAM Direct Message

In diesem Sinn:

[youtube hAmCmNa-NSE]

Thema: Strategie | Kommentare deaktiviert | Autor: Alexander Graf

Outlet versus Clubsale

Dienstag, 21. Juli 2009 10:29

Im Bereich innovative E-Commerce Verkaufskonzepte tut sich in Deutschland leider recht wenig. Dafür werden massweise “Abverkaufskonzepte” in den Markt geworfen, die sich aber im Mechanismus nur in einem Faktor unterscheiden: Geschlossen oder nicht geschlossen.

Dress-for-less.de hat die offene Variante gewählt und damit das Geschäftsmodell der Online Outlets geprägt. Sehr ähnlich (quasi kopiert) will nun brandsparadise diesen Markt aufrollen.  In der Pressemitteilung heißt es:

…BRANDS-PARADISE ist das weltweit erste Online Factory Outlet Center. Wir verstehen uns als die zentrale Anlaufstelle im Internet für Menschen, denen es Freude bereitet hochwertige Markenprodukte und einzigartige Mode-Kombinationen zu reduzierten Preisen in einem sehr exklusiven Ambiente zu erwerben. Nur bei BRANDS-PARADISE können Sie bequem von zu Hause aus und rund um die Uhr Kreationen der angesagtesten Markenhersteller mit ein paar Mausklicks erleben und völlig unkompliziert bestellen….

Das mit dem “erste Online…” denken wir uns einfach mal weg. Das ist schlichtweg PR Quark. Die Seite weist keine innovativen Besonderheiten auf. Es geht (wie immer) um Markenmode 30-70% günstiger.  Die Preiskomponente als USP auszuweisen ist zwar strategisch mE vollkommener Quatsch, aber scheinbar ist der Markt noch nicht gesättigt.

Trotzdem stellt sich die Frage: Welches Konzept ist erfolgreicher?

Gemäß Google Trends ist das Ergebnis relativ klar:

Traffic Vergleich (Update!)

Traffic Vergleich (Update!)

Ob es offen oder geschlossen ist spielt dabei mE keine so große Rolle. Ein Clubkonzept mag für den Kundenaufbau besser funktionieren, aber wenn die gleichen Mechanismen (Gutscheine…) von den offenen Konzepten eingesetzt werden, dann wird es dort auch klappen. Wichtiger ist die Ware. Wer gute (begehrliche) Ware hat, bekommt die Kunden. Und die Ware geht nunmal an die Shoppingclubs, weil:

  1. sie ggü. den Marken/Herstellern immer noch verkaufen können, dass sie in einem abgeschlossenen Umfeld verkaufen = Markenwerte nicht beschädigen
  2. sie garantieren, dass die Ware nicht per Google gefunden wird und somit die (Online-) Marktpreise beschädigt
  3. sie eine Möglichkeit bieten Restposten bzw. Überproduktionen preisdiskriminierend an den Markt zu bringen, also extra Profite für die Marke abwerfen (Alternative: Ware schreddern)
  4. sie sogar so große Mengen abnehmen können, dass extra Ware für die Clubs produziert wird

Das alles kann ein “Outlet” nicht. Das einzige was die Marken haben ist…. ihre Marke. Das ist trivial, aber die Clubkonzepte haben einen (nicht ganz perfekten) Mechanismus, um gerade diesem Interesse gerecht zu werden. Mit wachsender Clubgröße muss man aber die Punkte 1,2 und 3 zumindest in Frage stellen. Wenn die Clubs es  schaffen alle o.g. Punkte weiter zu bedienen, dann ist die Chance für brandsparadise & Co. eher gering. Bei brands4friends habe ich da allerdings meine Zweifel.

Thema: Commerce | Kommentare deaktiviert | Autor: Alexander Graf

Joost gescheitert – es lebe Hulu

Mittwoch, 1. Juli 2009 19:20

joost_huluNach der Strategieänderung im letzten Herbst: Streaming nicht mehr über ein spezielles Programm sondern direkt im Browser anzubieten (Joost’s letzte Chance), ist Joost nun scheinbar endgültig gescheitert.

Heute wurde bekannt gegeben, dass man sich vom CEO Mike Volpi trennt, ein erneuter Strategiewechsel ansteht und man den zukünftigen Fokus auf White Lable Lösungen legen will. Die bisherige Website soll dabei vermutlich als  Beispielseite Democase weiterbetrieben werden. Die aktuelle Entwicklung kommt damit im Grunde einem Ausverkauf des Unternehmens gleich und die Erfolgschancen der Neuausrichtung dürfen stark angezweifelt werden.

Wenn man sich einmal die Traffic-Entwicklung der letzten Monate anschaut wird schnell klar, weshalb die Entscheidung nun gefallen ist. Das Konzept P2P-Videostreaming über die Website abzuwickeln ging nicht auf und führte zu einem kaum sichtbaren Traffic-Zuwachs. Die Entwicklung von Hulu hingegen zeigt wie es hätte auch laufen können.

joost_traffic

Technisch kann man Joost mit Sicherheit keine Vorwürfe machen. Die Technologie schien ausgereift und die Idee Videos via P2P zu distribuieren innovativ. Allerdings fehlten die relevanten Inhalte und zu Beginn die Möglichkeiten Videos über die bestehenden Social Media-Wege zu verbreiten (Links zu verschicken, von SEO-Maßnahmen zu profitieren etc.). Bleibt zu hoffen, dass Hulu nun möglichst bald seine Beschränkungen aufhebt und auch in Deutschland zu nutzen ist.

Thema: Allgemein, Technologie | Kommentare deaktiviert | Autor: Florian Hermsdorf