Beiträge vom April, 2009

“Der VC Markt ändert sich dramatisch.” – Interview mit Andreas Haug (eVenture Capital Partners)

Donnerstag, 16. April 2009 7:17

Andreas Haug

Andreas Haug, Managing Director, eVenture Capital Partners

In Zeiten unsicherer Märkte, versiegender liquider Mittel und panischer Desinvestments interessiert uns, wie sich der Markt für Venture Capital, insbesondere im E-Commerce Bereich, verändert. Zu diesem Thema stand uns der Managing Diretor Andreas Haug von eVenture Capital Partners für ein Interview zur Verfügung.

Welchen branchenspezifischen Investmentfokus hat eVenture?
Wir haben keinen branchenspezifischen Investmentfokus, sondern segmentieren eher nach Geschäftsmodellen bzw. Technologien. Uns interessieren insbesondere Geschäftsmodelle, die transaktionsorientiert arbeiten und weniger auf eine Werbefinanzierung ausgerichtet sind. Innerhalb dieses Bereiches sind es E-Commerce und Subscription Modelle, die uns besonders interessieren.

In welcher Branche sehen Sie gerade die vielversprechenste Entwicklung?
Wir sehen u.a. sehr gute Chance im Bereich alternativer Zahlungsmethoden, z.B. Barter-Modelle oder auch Finanzierungs- bzw. Pfandhausmodelle. Auch im M-Commerce ist die Entwicklung, z.B. Couponing, besonders interessant, weil diese (Zahlungs-) Prozesse mobil Nutzer-/Nutzungsvorteile bieten.

Was sind die für Sie relevanten Entscheidungskriterien für ein Investment?
An erster Stelle steht das Team in seiner Zusammensetzung und seiner komplementären Kompetenzen, Erfahrung und der Motivation das Geschäftsmodell umzusetzen. Dabei interessiert uns auch, wie das Profil des Teams zu den sich verändernden Anforderungen im Lauf des Unternehmenswachstums passt. Ein Team, was für den Aufbau eines Startups fit ist (Marketing, Technologie,…), ist nicht unbedingt immer für die Skalierung (Logistikprozesse, Internationalisierung,…) eines GM geeignet. Dann ist es umso wichtiger, dass das Team bereit ist, sich diese Kompetenzen von außen zu holen bzw. entsprechend qualifizierte Führungskräfte in das Team aufzunehmen.
An zweiter Stelle kommt der Businessplan, aus dem hervorgeht, mit wie viel Realitätssinn und operativer Orientierung das Geschäft aufgebaut werden soll. Im Regelfall verbirgt sich hinter einem guten Startup solides Handwerk, was sich im Businessplan widerspiegeln muss. Dieser Pragmatismus und diese operative Orientierung sind für uns relevant.
Zudem muss das Geschäftskonzept in unseren Investitionsfokus passen.

Wie verändert sich der VC Markt in Deutschland durch die Finanzkrise?
Der VC Markt im Digital Business Bereich ändert sich dramatisch. Venture Capital Firmen, die neue Fonds auflegen wollen, haben aktuell erhebliche Schwierigkeiten neue Finanzmittel einzuwerben. Das in den Fonds vorhandene Kapital wird eher für Folgefinanzierungsrunden bei bestehenden Beteiligungen reserviert, als in neue Beteiligungen zu fließen. Das wird sich m.E. auch in den nächsten 1-2 Jahren aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht ändern. Neues Kapital fließt insbesondere dann in den VC-Bereich, wenn erfolgreiche Exits zu hohen Bewertungen möglich sind. Im aktuellen Marktumfeld ist das nicht zu erwarten, weil momentan kaum Investoren bereit sind, für hohe zukünftige Erwartungswerte zu bezahlen. Wir werden im Exit-Bereich in naher Zukunft eher Übernahmen durch strategische Investoren zu deutlich niedrigen Bewertungen erleben.
Viele bestehende VCs haben in dem Bullenmarkt der letzten Jahre aus heutiger Sicht viel zu hohe Bewertungen bezahlt und außerdem sehr breit investiert, anstatt sich auf wenige gute Investments zu konzentrieren und ein Polster für Anschlussfinanzierungen zu reservieren. Hier werden wir bei einigen Startups Schwierigkeiten bei Folgefinanzierungsrunden sehen, die dann wiederum zu niedrigeren Bewertungen führen werden. Bei eVenture Capital Partners streben wir aktuell bei den meisten Investments ein 1:1 Verhältnis zwischen Erstinvestment und Liquiditätsreserve für Folgefinanzierungen an. Das war in den vergangenen Jahren eher unüblich.

Die (Web-) Investorenszene in Deutschland ist ein eingeschworener Kreis. Ist das vor- oder nachteilig für Startups?
Es ist eher die Frage, wie ein Startup auf die Kapitalsuche geht. Wenn ein Startup sehr breit und undifferenziert auf die Kapitalsuche geht, dann ist dies ein Nachteil, weil in der Regel Exklusivität und Attraktivität eines Investmentvorhabens die Konzentration eines VCs auf das Thema erhöht. Ein Thema, das von allen Seiten an die VCs gebracht wird läuft Gefahr, in der Investorenszene zerredet und eher als uninteressant eingestuft zu werden.
Ein Startup ist gut beraten, wenn es sich bei der Suche nach einem VC ebenso verhält, wie es der VC bei der Auswahl seiner potentiellen Beteiligungsunternehmen tut. Die Startups müssen genau auswählen, welcher VC aufgrund seines Teams, Profils, Investmentfokus oder Track Records gut zum jeweiligen Geschäftskonzept passt.

Ist es ein Vor- oder Nachteil als Corporate VC der Otto Group aufzutreten?
Wir agieren nicht wie eine “verlängerte M&A-Abteilung” der Otto Group und werden folglich auch nicht als klassische “Corporate” Venture Capital Firma am Markt wahrgenommen. Wir sind ausschließlich den Investitionsleitlinien unseres Fonds verpflichtet und agieren von der organisatorischen Aufstellung und Entscheidungsfindung wie ein völlig unabhängiger VC. In vielen Fällen ist es aber für unsere Beteiligungsunternehmen von Vorteil, dass wir uns dort, wo es für das Startup sinnvoll erscheint, auf direktem Wege um Kooperationen mit Unternehmen der Otto Group bemühen können. Die Otto Group ist sehr international aufgestellt und im eCommerce weltweit die Nummer 2 – da gibt es dann schon operative, wertstiftende Anknüpfungspunkte.

Ist E-Commerce für Startups attraktiv bzw. gibt es wesentliche Unterschiede zu anderen Konzepten?
Es ist komplexer, weil man sich in der Regel in Geschäftsfeldern bewegt, die es auch in der Offline Welt schon gab. Viele E-Commerce Geschäftsansätze versuchen, bisher offline etablierte Wertschöpfungsprozesse skalierbarer oder effizienter online abzubilden. Das setzt natürlich eine detailierte Auseinandersetzung mit den Geschäftsansätzen im Offline Bereich voraus. Das betrifft zum Beispiel Fragestellungen zum Produktsourcing oder der Logistik. Erst wenn man diese Prozesse verstanden hat, kann man versuchen mit Online Lösungen noch besser zu werden. Insofern ist E-Commerce im Vergleich zu anderen Geschäftsmodellen oft deutlich komplexer .


Haben die vielen Copycat-Ansätze im Bereich Live Shopping aus Ihrer Sicht eine Chance in Deutschland?

Ich glaube, dass solche innovativen Geschäftsmodelle beim Kunden durchaus eine Chance haben. Die Frage ist eher, ob sie eine Chance als eigenständige Geschäftsmodelle haben, im Bezug auf ihre Kostenstrukturen und die anfallende Prozesskomplexität. Diese Geschäftsmodelle könnten auch ein sinnvolles “PlugIn” für bestehende Händler bzw. Marken mit einer großen (trafficstarken) Website sein. Das könnte ein interessanter Exit Kanal sein.

Magento plant standardmäßig ein Shopping Club Modul in seinem System anzubieten. Das wird wohl zu einer Schwemme von Clubs führen. Wie schätzen Sie diesen Markt ein?
Ein Shopping Club ist meines Erachtens ein Konzept, das perspektivisch deutlich stärker an die Hersteller/Marken bzw. führende Händler heranwachsen wird. Aus Markensicht ist es zum Schutz der eigenen Marke eigentlich wichtig möglichst wenig E-Mails mit hoher Effizienz zu verschicken; und zwar im Optimalfall nur an genau die Kundengruppe, die auch kaufen wollen. Bei einigen unabhängigen Shopping-Clubs werden dagegen zu Marketingzwecken oft eher breite Verteiler genutzt, um mit der Attraktivität der Angebote neue Mitglieder zu werben. Wenn alle ggf. Millionen Mitglieder die gleichen Mails bekommen, dann versagt langfristig das Konzept als “diskreter Abschleusungskanal” für Marken, da der potentielle Markenschaden höher ist als der Vorteil aus dem Resteerlös. Nischenclubs, die “Marken-kompatibel” agieren, haben aber m.E. noch gute Marktchancen.

Wie schätzen Sie den Personalmarkt für E-Commerce Konzepte ein (Einkäufer, Vermarkter…)? Können die kleinen Konzepte ohne professionelle Mitarbeiter bestehen?
Ich glaube, dass es schwieriger wird. Eine besondere Schwierigkeit besteht darin, den Spirit eines Startups mit den Interessen von erfahrenen “Fachkräften” zusammenzubringen. Viele Startups konnten sich oft ohne Branchen-Know how gut entwickeln, weil die etablierten Unternehmen die Marktveränderungen unterschätzt haben bzw. schlicht zu träge in der Umsetzung waren. Das ändert sich nach meiner Wahrnehmung. D.h. man benötigt jetzt für ein eCommerce-Startup mehr Fachexpertise. Die passenden Fachkräfte zu finden, ist aber nicht leicht. Wenn jemand Erfahrung im Einkauf hat, dann hat er die in der Regel deshalb, weil er 10-15 Jahre in einem großen Unternehmen in dem Bereich gearbeitet hat. Er hat sich an die Strukturen gewöhnt und hatte sicherlich Gründe in diesem Umfeld zu arbeiten. Eine Arbeit im Startup Umfeld kann nur dann erfolgreich sein, wenn ein solcher Mensch aus sich heraus erkennt, dass sich bspw. besondere Marktchancen ergeben bzw. das alte Geschäftsmodell substituiert werden wird. Erkenntnis + Erfahrung wäre also ein super Teamasset. Wenn ein Wechsel dagegen eher aus Frustration, Gier oder Unternehmensmüdigkeit erfolgt, sehen wir nur selten einen Teamfit. Was auf Powerpoint gut aussieht (20 Jahre Einkaufserfahrung, internationale Kontakte…) heißt noch lange nicht, dass es dann in einem Startup auch funktioniert.


Haben Sie noch Tipps für die Gründerszene in Deutschland?

Ich würde eine stärkere Orientierung an traditionellen Unternehmerwerten empfehlen und beim Aufbau des Businessplans und des Teams eine längere Betrachtungsperspektive zugrunde legen. Die Perspektive sollte nicht nur die nächsten 12 Monate beinhalten, sondern einzelne Entwicklungsphasen des Unternehmens mit Blick auf die Marktveränderungen, die wesentlichen KPI’s und vor allem eine solide Umsatz-, Kosten- und Investitionsplanung berücksichtigen. “Unternehmerische / Kaufmännische Grundtugenden” wäre hier wohl das richtige Stichwort.

Vielen Dank für das Interview.


Profil eVenture Capital Partners:

Unser Ziel ist es, mit einem breiten Netzwerk, einer großen Start-up Expertise und dem direkten Zugang zu einem der weltgrößten eCommerce-Retailer die bestmögliche operative Entwicklung unserer Beteiligungsunternehmen im Bereich “Digital Business” zu unterstützen und eine maximale Wertsteigerung zu erreichen.Mit ihren Büros in Hamburg, San Francisco und Kiew agiert eVenture Capital Partners in einem starken internationalen Netzwerk mit erfahrenen Experten, potentiellen strategischen Partnern sowie anderen Venture Beteiligungsunternehmen im Digital Business.

Der Ankerinvestor in den eVenture Capital Partners Fund ist die Otto Group. Die Otto Group ist der zweitgrößte eCommerce Händler der Welt und baut seit vielen Jahren konsequent seine Geschäfte im “Digital Business” aus. Die Otto Group ist mit 123 wesentlichen Gesellschaften in mehr als 19 Ländern weltweit tätig.

Gründung: 2008
Verwaltetes Kapital:
Mittlerer zweistelliger Mio.-Euro-Betrag
Transaktionsvolumen:
Min: 0,2 Mio. € – Max: 2 Mio. €
Branchenschwerpunkte:
Digital Business: (Handel / E-Commerce,
Multichannel, Communities/Social Networks, Mobiles Internet, IPTV)
Finanzierungsphasen:
Seed, Early-Stage
Geographischer Fokus:
Europa, USA
Investoren: Otto Group (Hauptinvestor)
Web: www.evcpartners.com
Mail: info_hh@evcpartners.com
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Auf der Suche nach einem (Blog-) Geschäftsmodell

Montag, 13. April 2009 22:03

Nach einem Jahr Kassenzone.de neige ich hin und wieder dazu die Opportunitätskosten für dieses Blogprojekt zu berechnen. Was könnte ich verdienen, wenn ich diese Zeit in bezahlte Arbeit investieren hätte? Das lässt sich mE nicht so leicht beantworten, weil das sehr vom Betrachtungshorizont abhängt. Hätte ich seit meiner Schulzeit kurzfristig und opportunitätskostenorientiert gehandelt, würde ich heute wohl ohne Abschluss dastehen und 16h/Tag Zeitungen austragen.

Halten wir deshalb einfach fest, dass uns Kassenzone.de inhaltlich weiterbringt und es sich irgendwie lohnt. Die Frage ist nun, ob sich dieses “Lohnen” auch monetär ausdrücken könnte. Der Status Quo bei Kassenzone.de lässt sich in Bezug auf das fehlende Geschäftsmodells wie folgt beschreiben: Unabhängigkeit; kein Vermarktungsstreß; keine Erklärungsnotwendigkeit ggü. Arbeitgeber, Finanzamt, Lesern; hohe Glaubwürdigkeit, gratis Infrastruktur auf wordpress.com.. Das ist bereits viel wert. Wenn wir ein Geschäftsmodell finden, dann müsste es den ggf. teilweisen Verlust dieser Vorteile wettmachen. Um es besser ausrechnen zu können, beziffere ich den Wert dieser Vorteile einfach auf 1.000€ pro Monat.

Es gibt nur wenige Geschäfts- bzw. Erlösmodelle für Blogs die ich bisher beobachtet habe. Wenn in der Aufzählung wesentliche Modelle fehlen, dann reicht ein Hinweis in den Kommentaren.

  • Werbung/Anzeigen: deutsche-startups.de, mobile-zeitgeist.de
  • Abo bzw. Aboförderung: iBusiness.de, internetworld.de
  • Bezahlte Beiträge: z.B. Trigami
  • Spam: siehe Askimet Ergebnisse
  • Affiliate Links: Netbooknews.de, mydealz.de
  • Sponsoring: zum Teil excitingcommerce.de

Nun müssen wir unsere monatlichen Blogwerte (1.000 Abonnenten, 10.000 Aufrufe, Commerce Nische) mit diesen Modellen abgleichen und kommen sofort zu dem Ergebnis, dass uns keines dieser Modelle auch nur annähernd 1.000€ im Monat bringen könnte. Ich finde das Modell der Affiliate Links sehr clever, allerdings haben unsere Themen keine Endkundenrelevanz und somit fällt dieses Modell für uns aus. Am besten wäre es, wenn sich ein Sponsor findet der Kassenzone.de ein Jahr lang mit seinem Banner bestückt. Das ist zwar am Ende nur eine erweitere Form der Anzeigenwerbung, klingt aber besser und ist entspannter, weil man nicht dauernd Rechnungen schreiben muss. Für 3,50€ Werbeerlös im Monat aus klassischer Werbung bin ich zumindest nicht bereit auch nur einen der og. Vorteile aufzugeben.

Tja, dann bleibt es wohl bei der werbefreien und kurzfristig opportunitätskostensuboptimalen Contentproduktion. Vielleicht unterschätze ich den Wert von Kassenzone.de auch. Dann freue ich mich natürlich auf aufklärende Tipps in den Kommentaren.

Thema: Bloggen, Commerce | Kommentare deaktiviert | Autor:

Kassenzone.de wird ein Jahr alt – Ein kurzer Rückblick

Mittwoch, 8. April 2009 18:08

Am 21.03.2008 haben wir auf Kassenzone.de unseren ersten Blogpost verfasst. Zu der Zeit war Bloggen noch etwas innovatives und Twitter etwas für die ganz Verrückten. Das hat sich mittlerweile gewandelt. Ein E-Commerce Qualitätsblog wollten wir sein, eine Mischung aus Exciting Commerce und Techcrunch mit einer Brise konzeptionellen Inhalten. Was ist daraus geworden? Das können nach 100 Artikeln und 500 Kommentaren nur die Leser beurteilen. Anbei ein paar Fakten und Eindrücke.

Der erste Trafficschub

Die ersten drei Monate haben wir das Blog nicht sehr gepflegt. Erst im Juni ging es richtig los und mein Artikel zum Thema Social Commerce wurde prominent von Robert Basic verlinkt. Das gab den ersten Ego Trafficschub.

Wir hatten es aber nicht so auf Traffic abgesehen, auch wenn wir mit der Entwicklung sehr zufrieden sind. Bei den Rivva Leitmedien waren wir in der Zeit regelmäßiger Beiträge in den Top 50 und auch gemessen an den Google Reader Zahlen sieht es schon sehr gut aus bei uns. Dank der vielen prominenten Links von Robert und Jochen haben wir wohl schon einen Großtteil der für uns relevanten Leser erreicht.

Erstaunlich ist zudem, wieviel Leser man durch Trackbacks bei Rivva und Golem.de erreichen kann. Je nach Beitragsfrequenz erreichen wir pro Monat zwischen 2.000 und 5.000 Visits. Darin sind die RSS Abrufe nicht gezählt. Das WordPress.com Statistik Plugin ist etwas limitiert, aber aufgrund der angefügten Grafik kann man sich die Trafficentwicklung anschauen.

Visits pro Monat auf Kassenzone.de

Visits pro Monat auf Kassenzone.de

Was kann besser werden?

Leider kommen die Diskussionen auf dem Blog noch nicht so richtig in Schwung. Wir meinen hierbei insbesondere die kontroversen, weiterführenden Diskussionen. Deshalb schreiben wir eigentlich unsere Gedanken hier auf, um im Sinne von Open Innovation auch von der Diskussion zu partizipieren. Es gibt scheinbar ein paar Themen zu denen jeder etwas sagen kann und will, aber deshalb bashen wir noch nicht auf Microsoft oder Apple rum. Kommentare sind zwar wichtig, aber Qualität ist unserer Meinung nach wichtiger.

Während die A-B-C- und D-Blogger in Deutschland sich im Zuge der re:publica`09 gerade noch ein Scharmützel um die Bedeutung des jeweils anderen Medium mit einigen Journalisten liefern, stellt sich die Bedeutungsfrage in der E-Commerce Nische nicht. Es gibt kaum (Papier-) Publikationen die sich dem Thema annehmen (wollen). Es gibt aber noch so viele interessanten Nischen im E-Commerce in denen man sich austoben kann und in denen Diskussionen allen Beteiligten helfen. Danke Jochen für deine Pionierarbeit in diesem Bereich.

Was können wir also rückblickend sagen?

So ein Blog macht viel mehr Arbeit als man denkt, aber es lohnt sich. Es hilft bei der Strukturierung von Themen, bei der Weiterbildung und beim Vernetzen. Es ist motivierend wenn man gelesen wird und dafür Feedback bekommt (“Ihr schreibt ein cooles Blog.”), aber es geht nicht von heute auf morgen und schon gar nicht sofort von Null auf Hundert. Wir finden die gemachten Erfahrungen sehr wertvoll und wollen noch aktiver werden. Am liebsten sollte hier jeden Tag ein neuer Beitrag stehen und das auch noch zweisprachig. Mal schauen, ob wir noch weitere Gastautoren finden mit denen wir diese Frequenz erreichen können.

Danke liebe Leser und bitte kommentiert doch mehr. Das hilft uns und auch euch!

Thema: Allgemein, Bloggen | Kommentare deaktiviert | Autor:

Shopping Clubs für Alle

Dienstag, 7. April 2009 9:38

Wie ich gerade in einem Kommentar von Roy Rubin (Magento CEO) bei Techcrunch lese, wird das Magento Shopsystem in der nächsten Version Private Sales als eigene Funktion anbieten.

Magento, our enterprise open source eCommerce platform, will natively support private sales in the enterprise edition (availability announced mid-April). This will bring private sales via our multi-store-retailing functionality to online merchants at a very low, competative price point.

I expect proliferation of private sale sites as a result – its a great model and the companies mentioned in the article have been highly successful. Congrats!

Magento ist das Shopsystem der Stunde und wird von vielen kleineren und mittleren Onlineshops eingesetzt. Das wird die ohnehin inflationäre Verbreitung von Shopping Clubs weiter beflügeln. Hoffen wir, dass es nicht so langweilig wird wie bei den Live Shopping Anbietern in Deutschland. Ich wünsche mir tolle Nischen und gut gemachte Konzepte und nicht reine Adressensammeltools von etablierten Marktteilnehmern.

Thema: Commerce | Kommentare (4) | Autor:

re:publica´09 Eindrücke

Donnerstag, 2. April 2009 22:02

republica21Wir waren die letzten beiden Tagen bei der „Blogger-Konferenz“ in Berlin und konnten bei schönstem Wetter den Beiträgen der digitalen Avantgarde lauschen. Insgesamt war es ein lohnenswerter Ausflug, was nicht zuletzt an die günstigen Tickets und dem mit Berlin günstigen Ort der Konferenz lag.

Als absolute Barcamp-Fans benchmarken wir natürlich jede Veranstaltung mit dem Barcamp Hamburg 2008. Das ist nicht ganz fair, weil Frontalvorträge (=Konferenz) natürlich nicht den Input wie Peergroup Diskussionen (=Barcamp) liefern können, aber fair ist doch was für alte Medien. Dieses alte Medien vs. Neue Medien Dings hat sich am ersten Tag auch durch viele Diskussionen gezogen, wobei nicht immer ganz klar wurde was die Teilnehmer sagen wollten. Eigentlich wollen alle das Gleiche, aber naturgemäß fällt den „Digital Natives“ der Umgang (Shift) mit Neuen Medien leichter als den „Digital Imigrants“. Es scheint wohl nur eine Frage der Zeit bis man über diese Art der Diskussionen nur noch rückblickend lachen kann. So sieht es auch die Zeit. Ab zur Bewertung:

Location:
Die Locations waren mit dem Friedrichstadtpalast und der Kalkscheune sehr gut gewählt. Der Saal im Friedrichstadtpalast war zwar sehr dunkel, aber die vielen Besucher sind dort bequem untergekommen und es haben sich genügend Ecken zur Entspannung und zum Networken gefunden. Leider stand der Palast nur bis Dienstag 15.00 Uhr zur Verfügung, so dass es danach in der Kalkscheune doch sehr eng wurde. Dank der Berliner Sonne konnte man sich aber auch außerhalb der Kalkscheune gut entspannen.

Kurz vor der Keynote

Kurz vor der Keynote

Infrastruktur/Orga:
Das der Palast um 15.00 geschlossen wurde, war für viele Besucher überraschend. Die Garderobe wurden dort auch eingeschlossen, so dass sich die ein oder andere Abreise etwas verzögerte. Das Krisenmanagement des Orgateams hat aber gut funktioniert. Trotz Amiandotickets war die Anmeldung listenbasiert und damit naturgemäß chaotisch. Gab es keine Barcodescanner mehr bei Amiando? Insgesamt war die Location gut und die Orga, Verpflegung immer auf der Höhe. Ein dickes Minus gibt es allerdings für die technische Planung. W-Lan stand nur extrem unzuverlässig zur Verfügung und das kann bei einer Webkonferenz im Jahr 2009 einfach nicht mehr sein. Hier muss der Vergleich mit Barcamps zugelassen sein, die es auch schaffen ein halbwegs stabiles W-Lan zur Verfügung zu stellen. Das ist umso ärgerlicher, weil viele Präsentationen bzw. Workshops auf W-Lan angewiesen waren.

Inhalte:
Der erste Tag war aufgrund weniger Parallelsessions inhaltlich etwas dünn. Es gab Highlights (zumindest für mich) wie die Innovation-Jam Infos von IBM, aber insgesamt konnte man sich eher um das Networking kümmern und abends die Party mit Fettes Brot genießen. Wir haben aber auch nicht alle Sessions besuchen können. Vielleicht haben wir etwas Spannendes verpasst.
Tag zwei war umso besser. Vom interessanten Vortrag des Bundesdatenschutzbeauftragten, über einen Twitterworkshop mit @byciclemarc und einem Abstecher bei bloggen und Recht bis hin zum Remix von Lawrence Lessing waren einige Highlights dabei.  Die Sessionvielfalt bei gleichzeitiger Begrenzung der Location war zwar nicht hilfreich, aber so kam ein wenig Barcamp-Feeling auf.

Fazit:
Es gibt noch Potenzial nach oben, aber es hat auch in diesem Jahr viel Spass gemacht. Die Mischung aus Duz-Kultur und guten Vorträgen gemischt mit seriösen Konferenzbausteinen gefällt. Viele Grüße an das gesamte Orgateam und noch viel Spass morgen am Abschlusstag. Eines haben wir auf jeden Fall mitgenommen. „Twitter ist jetzt Mainstream.“

Weitere Meinungen gibt es u.a. bei Handelsblatt, Jeriko, Weser-Blog, radio-g, projectwizards und ein wenig Contra bei Fefe.

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