Auf der Suche nach einem (Blog-) Geschäftsmodell

Nach einem Jahr Kassenzone.de neige ich hin und wieder dazu die Opportunitätskosten für dieses Blogprojekt zu berechnen. Was könnte ich verdienen, wenn ich diese Zeit in bezahlte Arbeit investieren hätte? Das lässt sich mE nicht so leicht beantworten, weil das sehr vom Betrachtungshorizont abhängt. Hätte ich seit meiner Schulzeit kurzfristig und opportunitätskostenorientiert gehandelt, würde ich heute wohl ohne Abschluss dastehen und 16h/Tag Zeitungen austragen.

Halten wir deshalb einfach fest, dass uns Kassenzone.de inhaltlich weiterbringt und es sich irgendwie lohnt. Die Frage ist nun, ob sich dieses „Lohnen“ auch monetär ausdrücken könnte. Der Status Quo bei Kassenzone.de lässt sich in Bezug auf das fehlende Geschäftsmodells wie folgt beschreiben: Unabhängigkeit; kein Vermarktungsstreß; keine Erklärungsnotwendigkeit ggü. Arbeitgeber, Finanzamt, Lesern; hohe Glaubwürdigkeit, gratis Infrastruktur auf wordpress.com.. Das ist bereits viel wert. Wenn wir ein Geschäftsmodell finden, dann müsste es den ggf. teilweisen Verlust dieser Vorteile wettmachen. Um es besser ausrechnen zu können, beziffere ich den Wert dieser Vorteile einfach auf 1.000€ pro Monat.

Es gibt nur wenige Geschäfts- bzw. Erlösmodelle für Blogs die ich bisher beobachtet habe. Wenn in der Aufzählung wesentliche Modelle fehlen, dann reicht ein Hinweis in den Kommentaren.

  • Werbung/Anzeigen: deutsche-startups.de, mobile-zeitgeist.de
  • Abo bzw. Aboförderung: iBusiness.de, internetworld.de
  • Bezahlte Beiträge: z.B. Trigami
  • Spam: siehe Askimet Ergebnisse
  • Affiliate Links: Netbooknews.de, mydealz.de
  • Sponsoring: zum Teil excitingcommerce.de

Nun müssen wir unsere monatlichen Blogwerte (1.000 Abonnenten, 10.000 Aufrufe, Commerce Nische) mit diesen Modellen abgleichen und kommen sofort zu dem Ergebnis, dass uns keines dieser Modelle auch nur annähernd 1.000€ im Monat bringen könnte. Ich finde das Modell der Affiliate Links sehr clever, allerdings haben unsere Themen keine Endkundenrelevanz und somit fällt dieses Modell für uns aus. Am besten wäre es, wenn sich ein Sponsor findet der Kassenzone.de ein Jahr lang mit seinem Banner bestückt. Das ist zwar am Ende nur eine erweitere Form der Anzeigenwerbung, klingt aber besser und ist entspannter, weil man nicht dauernd Rechnungen schreiben muss. Für 3,50€ Werbeerlös im Monat aus klassischer Werbung bin ich zumindest nicht bereit auch nur einen der og. Vorteile aufzugeben.

Tja, dann bleibt es wohl bei der werbefreien und kurzfristig opportunitätskostensuboptimalen Contentproduktion. Vielleicht unterschätze ich den Wert von Kassenzone.de auch. Dann freue ich mich natürlich auf aufklärende Tipps in den Kommentaren.

8 Gedanken zu „Auf der Suche nach einem (Blog-) Geschäftsmodell

  1. Kannst doch ggf. zu jedem Beitrag ein Buch bei Amazon raussuchen und auf das dann verlinken zusätzlich ein, zwei Adsense Anzeigen, dann sind zumindest die Serverkosten gedeckt.

    Heiko.

  2. Ich denke der Mix machts,
    mit dem richtigen Mix müssten Einnahmen im oberen 3stelligen Bereich dabei rausspringen… 😉
    Das ist aber eine Frage der Geduld, der Experimentierfreudigkeit und, wie eben angesprochen, des Mixes…

  3. Pingback: » LINKLOAD vom 14.04.2008 [UPLOAD Blog]

  4. Hallo,

    evtl. ein interessanter Artikel für Euch:

    KARLA, J. 2008: Differenzierung von Erlösmodellen für Weblog-Betreiber – eine anwendungsfallbezogene Analyse, in: HMD 261, 2008, S. 80-90.

    Beschreibt kurz und knackig Kosten und Aufwände sowie 7 Erlösmodelle für Blog-Betreiber.

    Gruß,
    Christian

  5. Pingback: Blogs monetarisieren – Experiment « Kassenzone – Commerce, Mobile, Technologie

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