Beiträge vom Februar, 2009

Corporate Barcamp Guide

Donnerstag, 19. Februar 2009 7:24

bcNachdem das erste Barcamp dieses Jahres in Essen ad hoc “ausverkauft” war und diese Art der Veranstaltungen vermehrt das Interesse von Unternehmen als Multiplikatorenkontaktveranstaltungen auf sich ziehen, möchte ich einen Rückblick auf das Barcamp Hamburg 2008 geben. Der besondere Fokus liegt dabei auf den Verhaltensregeln von Unternehmen auf Barcamps.

Eigentlich ist die Sache selbsterklärend, aber es gibt immer noch ein paar Fehlerquellen, wie beim Barcamp Hamburg im Fall von T-Mobile deutlich geworden ist. Eine gute Zusammenfassung des PR Desasters gibt es bei Steffen.

Nach und nach entfesselte sich der Zorn von Handy-Kunden, die endlich mal jemanden gefunden haben, dem sie die Meinung sagen konnten. All der Frust über gefühlte Abzocke und mangelndes Eingehen auf die Wünsche der Kunden wurde kanalisiert und die beiden Jungs von T-Mobile mussten es erleiden.

Bei der Twittersuche findet man auch viele Infos dazu. Ein paar Videos gibt es natürlich auch von der ganzen Session. Die Sessionleiter von T-Mobile hatten ein paar vermeidbare Fehler gemacht, die auf einem Barcamp leider nicht so gut ankommen. “Soll ich Sie sagen, oder ihr?”, “Mit der Technik kenne ich mich jetzt nicht so gut aus”, “Warum? Unsere Tarife sind doch total gut?”

Niemand hat etwas gegen Produktpräsentationen, solange sie interessanten Content bieten. Das war bei der G1 Session eigentlich der Fall. Ein neues Produkt, die richtige Zielgruppe… eigentlich kann man da nur gewinnen. Die T-Mobile Vertreter sind leider erst kurz vor der Präsentation angereist, konnten nur ein paar triviale Marketingsachen aufsagen und waren überhaupt nicht vorbereitet auf die Fragen und die Kultur eines Barcamps. Anstatt eines Marketingmanagers hätte man mal einen Techniker schicken sollen. Frontal-PR ist nichts für ein Barcamp. Ich weiß nicht, ob sich allgemeine Regeln für Unternehmen ableiten lassen, aber ein paar Sachen sollte man beachten.

  • Sei ehrlich! - Lügen werden schnell aufgedeckt und potenzieren sich im Netz sehr schön.
  • Kenn dich aus! – Niemand interessiert sich für Presseinfos. Die Teilnehmer wollen Detailinfos. Im Zweifelsfall kennen sie dein Produkt schon aus diversen Beiträgen in Blogs & Co.
  • Nimm teil! – Wenn du nur ein Gast bist, fällt es dir schwer mit den Leuten zu reden und ein Teil des Barcamps zu sein.
  • Bereite dich vor! – Folien mit Unternehmenslogos sind ok, ein “vertraulich” Schriftzug darauf ist albern.
  • Frag nach! - Jeder Barcamp Organisator und wahrscheinlich alle Teilnehmer helfen dir gerne bei der Vorbereitung oder bei der Co-Moderation.
  • Keine Vorurteile! – Barcampbesucher sind keine sonderlichen Freaks, sondern nur Leute die für die Themen brennen, die auf dem Barcamp besprochen werden. Sie sind ganz normal – rede also auch so mit ihnen!
  • Twittere, blogge! - Die Kommunikationsgeschwindigkeit der Teilnehmer auf Barcamps ist im Schnitt noch einmal deutlich größer als im Rest des Netzes. Nutze und fördere das.
  • Auch auf Barcamps gibt es Spinner! – Jeder kann eine Meinung haben. Nur wenn jemand laut schreit, dass er dein Produkt nicht mag, vertritt er damit nicht die Meinung der anderen.

Warum schreibe ich das? Das Engagement von Unternehmen wertet Barcamps in den meisten Fällen auf. Entweder durch Inhalte oder/und durch Sponsoring. Es scheint aber insbesondere bei großen Unternehmen noch erhebliche Vorbehalte bzw. Unwissen zu geben, so dass eine reibungslose Zusammenarbeit erschwert wird. Ein paar weitere Tipps finden sich bei Gründerszene.

Thema: Allgemein | Kommentare deaktiviert | Autor: Alexander Graf

"Stars des Internets" oder "Das VC Kartell"

Montag, 16. Februar 2009 8:00

starsNach den euphorischen Ankündigungen auf ds und gründerszene mit beeindruckend vielen Kommentare, um ein Buch im Gegenwert von 24,90€ zu gewinnen, habe ich mir am Samstag mal ein paar Stunden Zeit genommen, um mich über die “Stars des Internets” zu informieren und das Buch gelesen. Das letzte Buch dieser Art habe ich von Björn aka “CEO of smatch.com” gelesen. Das trug den Titel “Die eCommerce-Gewinner” und hielt für das Jahr 2002 erstaunlich viele Learnings über die Zukunft bereit, die nun näher kommt bereit.  Die Latte lag also hoch!

Ich muss zugeben, dass ich eine Art Selbstbeweihräucherung der deutschen Gründerszene erwartet habe. Damit lag ich falsch. Der Titel des Buches ist zwar etwas hoch gegriffen – es müsste vielmehr die schillernden Figuren des Deutschen Internets heißen – aber es ist doch interessanter als ich zuvor vermutet hatte. Es wird sicherlich nicht an die Verkaufserfolge von Guy Kawasakis “The Art of the Start” anknüpfen können, aber es dient hervorragend als eine Art Dokumentation zur deutschen Webinvestorenszene. Wer mit wem, wann und wo wird sehr anschaulich und teilweise unterhaltsam dargestellt.

Die interessanten Inhalte werden zwar von überflüssigen Kapiteln unterbrochen, die versuchen ein paar Grundlagen des Gründens zu vermitteln “Den richtigen Markt finden”, aber die kann man schnell überblättern.

Wirklich (selbst-) kritische Worte in den Berichten fehlen, aber dazu ist das Format wahrscheinlich auch nicht geeignet. Die Stellen, an denen diese Kritik genannt wird, sind aber bei mir hängen geblieben.

  • Fernsehwerbung für Internetfirmen ist fraglich (Schumann, Tipp24)
  • Große Firmen sind offener für kostensparende Software, als kleine Unternehmen (Schambach, Demandware)
  • Die Business Angel in Deutschland bilden eine Art Kartell (Der Autor)

Also: Um eine gute Dokumentation zur deutschen Gründerszene zu lesen, kann man mit den Buch leben. Kritische Themen werden nicht angesprochen, und auch die Auswahl der Geschäftsmodelle kann man in Frage stellen – Gewinn macht man mit den wenigsten. Aber darum geht es ja zum Glück im Web 2.0 nicht.

Thema: Allgemein, Commerce | Kommentare deaktiviert | Autor: Alexander Graf

Wikipedia vs. Blogs – heute mal bei RWW

Samstag, 14. Februar 2009 11:52

Wen unsere kleine Diskussion mit den Wikipedia Fanboys vor drei Monaten interessiert hat, bei der es um einen Referenzlink auf Wikipedia zu Kassenzone.de ging, der wird die aktuelle Wikipedia Geschichte von ReadWriteWeb noch viel interessanter finden.

It’s also deeply ironic that Wikipedia – a poster child of the Web 2.0 revolution, the read/write user participation Web – fails to recognize the validity of “self-published” media. Wikipedia is by its own definition a “self-published” work, created and edited by thousands of amateur volunteers.

In our specific case there’s a further irony: the world’s most famous newspaper, The New York Times, syndicates ReadWriteWeb on the Technology section of its website. In other words, ‘old media’ recognizes the validity of blog content. Yet Wikipedia, supposedly as ‘new media’ as it gets, does not. Frankly, it’s sad and pathetic.

Vor dem Hintergrund der “Wilhelm-Affäre” erscheint das alles nur noch viel lustiger. Die Kommentare sind auch bei RWW sehr emotional. Ein amüsanter Lesespass zum Wochenende.

Thema: Bloggen | Kommentare deaktiviert | Autor: Alexander Graf

Bloxpert – Journalisten suchen Blogger

Dienstag, 10. Februar 2009 20:37

Momentan ist eine Menge los bei uns, so dass es etwas eng wird mit dem Bloggen. Das sollte sich zum Ende des Monats aber wieder geben. Zwischendurch möchte ich noch den Ansatz von Nicole Simon loben, die mit Bloxpert den Austausch zwischen “echten” Journalistem und Bloggerm erleichtern möchte. Meines Erachtens ist das kein Geschäft für die Ewigkeit, aber bis die meisten Journalisten das Web tatsächlich so nutzen wie viele Blogger ist kann es sehr dienlich sein. Also noch 5-10 Jahre. Worum gehts:

 Jeden Tag suchen Journalisten nach Bloggern, sei es als Interview-Partner oder als Quelle für einen Artikel. Mühsam arbeiten sie sich durch Listen oder Ergebnisse von Suchmaschinen, schreiben eine Handvoll Blogger an – und wissen nicht, ob sie eine sinnvolle Antwort zurückbekommen oder als nächstes ein bitterböses Posting über eben diese Anfrage sehen. Oder das Thema scheint so speziell, daß die Suche aussichtslos erscheint und man sich wieder mit den üblichen Verdächtigen begnügt.

Für Blogger: Wie erhalte auch ich solche Anfragen?
Interessierte Blogger stehen vor einem anderen Problem: Wie den eigenen Namen so bekannt machen, daß man die Anfragen erhält und sich z.B. als Experte positionieren kann? Oder auch wie finde ich andere Blogger für Themen-Postings auf meiner Webseite ohne viele Leute anschreiben zu müssen?

Kassenzone ist natürlich auch dabei. In den Kommentaren bei Nicole finden sich ein paar interessante Meinungen zu dem Projekt.

Thema: Bloggen | Kommentare deaktiviert | Autor: Alexander Graf

Das Lob zum Sonntag…

Sonntag, 1. Februar 2009 9:00

… geht an das Team um Basicthinking.de. Es ist viel diskutiert worden um die Zukunft von Basicthinking nach dem Verkauf auf eBay, und die meisten Meinungen waren eher pessimistisch und sahen die Verbindung von Blog und Person zu eng, als das es ein Erfolg werden könnte. Es ist mir egal woran man den Erfolg am Ende messen wird, aber bisher gefallen mir Stil und Inhalte  gut und es ist weiterhin mein Lieblingsmetablog #1. Weiter so!

Klar kann man noch besser werden, aber die Erwartungen nach diesem Medienhype waren auch extrem hoch. Zum Teil werden diese Erwartungen schon bestätigt.  Und jetzt will ich gefälligts  Trackbacks wie vor der Auktion :-)

Lesenswert zu diesem Thema ist übrigens auch Roberts Rücklick auf seinem neuen Blog.

Thema: Bloggen | Kommentare deaktiviert | Autor: Alexander Graf