Die Zukunft kommt näher…

…das ist der Untertitel der Brandeinsausgabe vom Januar 09. Besonders lesenwert ist der Artikel „Klein, aber feinüber die Möglichkeit ohne viel Kapital  schnell ein Unternehmen aufzubauen und gegen große Global Player zu aggieren, weil man sich im Internet an alle Wertschöpfungsstufen quasi ohne Fixkosteneinsatz andocken kann.

Der Titel „Die Zukunft kommt näher“ ist deshalb so passend für den E-Commerce, weil genau diese Entwicklung durch die Effekte der Internetökonomie bereits in den Lehrbüchern um 2000  vorausgesagt worden sind. Im Grunde wird darin der Effekt der Disintermediation beschrieben, also dem Bedeutungsverlust von Intermediären. Das hieße für für Amazon, OTTO oder notebooksbilliger, dass ihre Positionierung als „Händler“ mittelfristig obsolet ist, weil ihre Handelsfunktion nicht mehr benötigt wird. Siehe auch – Funktionsweise des Social Commerce.

Noch ist das nicht der Fall und die Händler streiten sich um Fokus, Kunden und USP. Was dann am Ende ein Auslaufmodell ist, wird sich zeigen. Aber für die Großen und Kleinen „Intermediäre“ bleibt zu hoffen, dass es dann doch nicht ganz so weit kommt.

Die Vorstellung vom Sieg einer Armee von Davids über die Goliaths dürfte ins Reich der Illusionen gehören, auch wenn sie der Jura-Professor und Polit-Blogger Glenn Reynolds in seinem Buch „An Army of Davids – How Markets and Technology Empower Ordinary People to Beat Big Media, Big Government, and Other Goliaths“ ausgiebig intoniert. Dafür ist die Welt der Ökonomie zu komplex, sind die Geschäftsmodelle der Unternehmen zu verschieden.

Genau das macht den E-Commerce so spannend. Niemand weiß wer oder was in 5-10 Jahren im Internet Geld verdient und welches Geschäftsmodell funktioniert. Für Hinweise auf interessante Artikel zu nachhaltigen Handelsfunktionen, die über Kotler und Co. hinaus gehen, wäre ich sehr dankbar.

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  1. Pingback: “Stars des Internets” oder “Das VC Kartell” « Kassenzone - Commerce, Mobile, Technologie

  2. Ich befinde mich gerade beim Research für meine Bachelor Thesis. Die Disintermediationsthese wurde vor allem aus Transaktionskostensicht hergeleitet und teilweise widerlegt. Vor allem besteht im E-Commerce ein Vertrauens- und Risikoproblem, dass in den letzten 10 Jahren schon geändert hat. Wichtig ist eine unterschiedliche Betrachtung nach Branchen und Produkten. Ist vielleicht der Hauptmehrwert des Produktes vielleicht erst der Kauf? Die Disintermediationsthese beruht auf der Annahme, dass der Kauf ein sehr rationaler Vorgang ist. Dies lässt sich teilweise widerlegen. Die Frage ist, ob social commerce wirklich eine „emotionale“ Lücke füllen kann und dies wird nur zu einem Teil möglich sein. Ich glaube, dass social commerce eine neue Art der Kaufaktivierung ist, aber nicht das grundsätzliche Problem des E-Commerce beseitigt. Deswegen scheinen Multi-Channel-Strategien ein Weg zu sein, die Lücken zu füllen.

  3. Hi Rene, das sehe ich aus meinem beruflichen Alltag heraus doch noch deutlich anderes. Die in den alten Büchern aufgezeigte Disintermediation kommt jetzt erst richtig zum Tragen, weil (Händler-) Marken deutlich weniger wichtig werden. Das wird ALLE! Branchen treffen. Bei den Elektronikbranchen und Reisebranchen hat es schon voll zugeschlagen, die anderen ziehen mit der technischen Entwicklung nach. Bisher sehen wir auch zu 90% Bedarfskäufe im Internet (rational), bei Impulskäufen (teilw. irrational) muss man das noch etwas anders sehen. Social Commerce habe ich ja schon in einem anderen Artikel auf diesem Blog eingeordnet. Das sehe ich ähnlich wie du. Multi-Channel ist im Übrigen nur eine Worthülse.