Beiträge vom Januar, 2009

Die Zukunft kommt näher…

Samstag, 31. Januar 2009 12:47

…das ist der Untertitel der Brandeinsausgabe vom Januar 09. Besonders lesenwert ist der Artikel “Klein, aber feinüber die Möglichkeit ohne viel Kapital  schnell ein Unternehmen aufzubauen und gegen große Global Player zu aggieren, weil man sich im Internet an alle Wertschöpfungsstufen quasi ohne Fixkosteneinsatz andocken kann.

Der Titel “Die Zukunft kommt näher” ist deshalb so passend für den E-Commerce, weil genau diese Entwicklung durch die Effekte der Internetökonomie bereits in den Lehrbüchern um 2000  vorausgesagt worden sind. Im Grunde wird darin der Effekt der Disintermediation beschrieben, also dem Bedeutungsverlust von Intermediären. Das hieße für für Amazon, OTTO oder notebooksbilliger, dass ihre Positionierung als “Händler” mittelfristig obsolet ist, weil ihre Handelsfunktion nicht mehr benötigt wird. Siehe auch – Funktionsweise des Social Commerce.

Noch ist das nicht der Fall und die Händler streiten sich um Fokus, Kunden und USP. Was dann am Ende ein Auslaufmodell ist, wird sich zeigen. Aber für die Großen und Kleinen “Intermediäre” bleibt zu hoffen, dass es dann doch nicht ganz so weit kommt.

Die Vorstellung vom Sieg einer Armee von Davids über die Goliaths dürfte ins Reich der Illusionen gehören, auch wenn sie der Jura-Professor und Polit-Blogger Glenn Reynolds in seinem Buch “An Army of Davids – How Markets and Technology Empower Ordinary People to Beat Big Media, Big Government, and Other Goliaths” ausgiebig intoniert. Dafür ist die Welt der Ökonomie zu komplex, sind die Geschäftsmodelle der Unternehmen zu verschieden.

Genau das macht den E-Commerce so spannend. Niemand weiß wer oder was in 5-10 Jahren im Internet Geld verdient und welches Geschäftsmodell funktioniert. Für Hinweise auf interessante Artikel zu nachhaltigen Handelsfunktionen, die über Kotler und Co. hinaus gehen, wäre ich sehr dankbar.

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Mobile Zeitgeist jetzt als Magazin

Donnerstag, 29. Januar 2009 0:38

mz_sepcial_coverMorgen (29.01.) erscheint das erste Mobile Zeitgeist eMagazin (Download) zum Thema “Mobile Marketing”. Ich durfte freundlicherweise bereits einen Blick hineinwerfen und das 50 Seiten umfassende Werk lesen, welches im letzten November angekündigt wurde.

Etwas überrascht war ich ja schon, dass Heike als Profi-Bloggerin nun auf ein doch relativ traditionelles Format zurückgreift und PDFs verschickt :-) Andererseits hat es etwas für sich, auch jenseits der Blogs über Mobiletrends zu lesen und somit war das Lesen des eMagazins sehr kurzweilig.

Heike möchte in dem regelmäßig erscheinenden Magazin Mobile-Experten eine Plattform geben um ihr Wissen und Erfahrungen weitergeben zu können. Die Leser sollen so “einen hervorragenden Einblick in den Entwicklungsstand des Marktes [erhalten], können von den Erfahrungen der anderen profitieren und last but not least Spezialisten aus der Branche kennen lernen”.

Inhalte der ersten Ausgabe sind von generellen Erfahrungen mobiler Marketingkampagnen über die richtige Gestaltung von Bannern, die Herausforderungen beim Tracking der Kampagnen, Entwicklung von mobilen Applikationen für Smartphones bis zu der Erklärung von Mobile Tagging.

Die Artikel sind gut zu lesen und bilden verschiedenste Sichtweisen auf den Mobile Markting Markt ab. Insbesondere im Kapitel Mobile Marketing zieht sich der rote Faden trotz der Vielzahl von Autoren gut durch. Angefüttert werden viele Artikel mit Links und zu weiterführenden Informationen.

Leider werden viele Mobile Marketing Kampagnen etwas zu grob angerissen und nur mit imposanten Responseraten, Umsatzsteigerungen etc. kombiniert. Hintergrundinformationen der Werbemaßnahmen, wie z.B. Screenshots oder deren genauer Ablauf wären wünschenswert gewesen. Positiv zu erwähnen ist hier die Beschreibung der “Blackberry Pearl”-Kampagne.

Darüber hinaus wären zudem Erfahrungen der werbetreibenden Unternehmen selbst interessant gewesen, insb. da einige Abschnitte recht stark die subjektive Verkaufsabsicht Agentursicht der Autoren durchblicken lassen.

Einen Abschnitt über aktuelle Trends, ein Interview und eine etwas kritischere Auseinandersetzung mit den Themen würde ich mir für die nächste Ausgabe wünschen. Insgesamt hat mir das Mobile Zeitgeist eMag gut gefallen und ich freue mich auf das nächste PDF :-)

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Interview mit Thomas von boytoys.zlio.net

Montag, 26. Januar 2009 8:00

boytoys1 Vor wenigen Wochen haben wir unseren Zlio Shop boytoys.zlio.net versteigert und wollen hiermit wie angekündigt das (nicht ganz ernst gemeinte) Interview mit dem neuen Besitzer Thomas zu führen. Alle Infos zum Projekt finden sich hier.

Hallo Thomas. Herzlichen Glückwunsch zu Ersteigerung des boytoys.zlio.de Shops. Ehe wir gleich zu den wichtigen Fragen kommen,

…erzähl doch ein paar Worte zu dir.
Na ja, was gibt es da groß zu erzählen. Ich bin Ende Zwanzig, habe Volkswirtschaftslehre und Politik studiert und hatte bis jetzt nur als Nutzer mit dem Internet zu tun. Zum letzten Mal über den User Status hinaus bin ich im Rahmen des Abiturs mit Visual Basic gekommen. Das wird sich ja jetzt ändern.

Wie bist du darauf gekommen den Shop zu ersteigern?
Darauf gestoßen bin ich eigentlich durch Zufall. Nach dem ich jedoch von der Auktion erfahren hatte, habe ich mich bei kassenzone.de über das Projekt informiert. Zu allererst habe ich dies nur für eine gute Idee gehalten, nach einem Gespräch mit dem Gründer der Plattform habe ich mir jedoch weitere Gedanken zu dem Konzept von Zlio gemacht.

Was meinst du damit?
Also, wenn man sich die verschiedenen Zlio Shops anschaut, dann wird relativ schnell klar, dass das Konzept von Zlio eigentlich in der Vermittlung von Informationen besteht. Nun leben wir ja heute in der postmodernen Informationsgesellschaft. Durch die verschiedensten Informations- und Kommunikationstechnologien haben wir nicht mehr, wie noch zu Beginn der Informationsgesellschaft, dass Problem der Informationsbeschaffung.

Aber was hat das mit Zlio zu tun?
Eine ganze Menge. Ein Zlio Shop tritt im Endeffekt als Makler für ein Produkt auf, genau wie ein Immobilienmakler. Zlio vermittelt Informationen zu verschiedensten Produkten und leitet den Konsumenten dann zum jeweiligen Anbieter weiter. Hier kommen wir aber zum eigentlichen Kernproblem unserer heutigen Informationsgesellschaft. Wir haben keinen Mangel an Informationen über die verschiedensten Produkte. Das Internet kann uns alle Informationen geben die wir suchen. Unser Problem ist eher der Überschuss an Informationen, wir müssen diese sortieren, bewerten, überflüssiges Wissen über Bord werfen und dann zu einer Entscheidung, in diesem Fall Kaufentscheidung, kommen. Und hier begründet sich mein Interesse an Zlio. Kann Zlio in der heutigen Wissensgesellschaft den Wechsel vom reinen Makler, welcher nur Informationen übermittelt, zum Filterinstrument für Wissen schaffen?
Aus diesem Grund habe ich den Shop boytoys erworben. Es ist, genauso wie für die Gründer, eine Art wissenschaftliches, nur mit der Voranstellung einer anderen Hypothese.

Mit einem fast 100-fachen Multible schlägt diese Akquisition auch die kühnsten Bewertungen aus der dotcom Zeit. Meinst du holst das wieder rein?
Der hier getätigte Kauf war wohl das letzte Platzen der großen Finanzblase. Wie so viele Private Equity Unternehmen habe ich etwas zu einem völlig überteuerten Preis gekauft. Der Kursverfall an der Börse in Tokio, nach dem Ende der Auktion hat mir sofort klar gemacht, dass ich übers Ohr gehauen wurde. Jedoch muss ich sagen, dass ich diese Akquisition ohne Fremdkapital mit meinem eigenen Vermögen gestemmt habe. Aus diesem Grund wird Boytoys von den Turbulenzen auf dem Finanzmarkt vollkommen unberührt bleiben. Ich kann auch jetzt bestätigen, dass alle Mitarbeiter, die heute bei Boytoys beschäftigt sind eine Jobgarantie für die nächsten 10 Jahre bekommen.
Spaß beiseite, prinzipiell ist das natürlich bei dieser Untersuchung nicht das Primärziel. Es wäre aber schon gut, wenn der Shop sich selbst tragen und vielleicht ein bisschen Gewinn abwerfen würde.

Wieviel Umsatz willst du 2012 damit machen?
Ach Gott im Himmel, ich weiß noch nicht ob ich das Experiment so lange durchführen will. Nach den ersten Ergebnissen werde ich die Zahlen auswerten und dann entscheiden, ob es bei einem kurzen Experiment bleibt oder ob es eine Langzeituntersuchung wird.

Kann dir Box of Crap, die auch in der Auktion versteigert wurde, dabei helfen?
Na ja…

Verrätst du den Lesern was drin war?
Lieber nicht, wir wollen doch nicht alle eure Geschäftsgeheimnisse ausplaudern.

Was sind die nächsten Schritte für boytoys?
Boytoys wird jetzt zu allererst einmal so überarbeitet, dass die oben aufgestellte These damit überprüfbar wird. Dann werde ich Schritt für Schritt das Angebot erweitern und verfeinern.

Suchst du noch Partner für das Projekt?
An sich nicht. Ich bin aber für jede ernst gemeinte Anregung dankbar.

Vielen Dank für das Interview.

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Der Homer Award Q1/09 geht an die Clevercard

Freitag, 23. Januar 2009 22:24

homerIn Anlehnung an die Simpons verleihen wir hiermit ab jetzt regelmäßig den Homer Award. Dieser Award steht für Dinge die es trotz grober konzeptioneller Fehler ans Licht der Öffentlichkeit geschafft haben. Im weiteren Sinne hat man damit “einen Homer gebaut“.  Es gibt einfach Dinge die müssen angeprangert werden!

Rückwirkend möchten wir den Homer Award 2008 an das UPS Widget vergeben, dass mich immer noch mit Werbung auf Spiegel Online vollspammt. Der aktuelle Award geht nun an die Clevercard der Post, die mir vom Homerawardanwärterentdecker #1 (Holger) vorgestellt wurde. Diese “Card” ist wirklich so albern, dass man ihr den Award geben muss.

Clevercard (Bild von deutschepost.de)

Clevercard (Bild von deutschepost.de)

Die Clevercard wird seit dem letzten Quartal 2008 wie folgt auf deutschpost.de beworben:

Exklusive Gutscheine, starke Rabatte, tolle Tipps und vieles mehr
Sparen Sie sich langes Suchen, Recherchieren und das Merken komplizierter Internetadressen! Steuern Sie direkt ausgewählte Inhalte an und genießen Sie attraktive Vorteile.

Die Clevercard ist ein Lesegerät, das per USB an den PC angeschlossen wird. Darin kann man die “Clevercards” stecken die automatisch den Browser mit den beworbenen Seite öffnen. Ein analoger Link sozusagen. Viel albener geht es gar nicht. Welcher Manager hat sich das um Gottes Willen andrehen lassen? Ich kann mir schon vorstellen wie man im Brainstorming die riesigen Vorteile dieses Produktes diskutiert hat. “Niemand muss mehr auf einen Link klicken, man steckt nur noch die Karte ins Lesegerät. Das ist doch toll!” Fehlt nur noch ein Kartensammelalbum. Dafür habt ihr euch den Homer Award redlich verdient liebe Post.

Das sehen die meisten anderen Clevercard Nutzer (insgesamt sind es 500.000) auch so.  Einzig Dennis findet es “eine tolle Idee mit viel Potenzial” nun auch albern (siehe Kommentare). Ich glaube die Post ist mittlerweile nicht mehr so überzeugt von ihrer eigenen Idee. Die bestellten Karten kommen zum Teil nicht mehr an.

Ich kann nur allen Lesern empfehlen sich noch schnell so eine Karte zu bestellen. Der Vorführeffekt ist großartig! Meinen herzlichen Glückwunsch auch an den Hersteller des Lesegerät die nun endlich einen “Du…en” für ihre Technologie gefunden haben.

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Online Shops Erfolgskriterien, das Ergebnis

Donnerstag, 22. Januar 2009 8:00

Vor ein paar Tagen hatte ich bereits auf die Umfrage zu den Erfolgskriterien von Online Shops bei Thorsten hingewiesen. Mittlerweile ist die Umfrage lesenswert von Thorsten ausgewertet und die fast 100 Teilnehmer kommen zu interessanten Ergebnissen. So sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren:

Rang 1: Eine intuitiv erfassbare Navigationsstruktur, …

Rang 2: Ein Layout, das eine sehr gute Übersicht bietet, …

Rang 3: Danach sind ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis und eine gute Suche, die schnell zu den gewünschten Artikeln führt, …

Die intuitive Navigation und ein ordentliches Layout sind demnach sehr wichtig. Erstaunlich, dass das noch nicht in allen Shops Standard ist und noch so viel Nachholbedarf besteht. Da bin ich schon gespannt was in diesem Jahr noch auf der Softwareseite den Markt aufweckt. Aktuell sind viele Shopsysteme vergleichbar mit einem Autobausatz, bei dem es auf den Bastler ankommt etwas Schönes draus zu machen. Wo bleiben die BMWs und Porsches der Shopsysteme?

Bezeichnend bei der Umfrage ist sind auch die am wenigsten wichtigen Faktoren:

Rang 25: Produktlisten und Guides von Kunden

Rang 24: Zusätzliche Beratungsseiten oder -tools

Das werden die E-Commerce Manager gerne hören, wenn sie mal wieder ein Argument für die Priorisierung der richtigen Erfolgsfaktoren brauchen.

Die Umfrage war eher technischer Natur und ich bin mir sicher, dass die Ergebnisse nur mittelfristig Bestand haben. In wenigen Monaten/Jahren wird wahrscheinlich das Thema Warenwirtschaft oder Schnittstellen auf Platz eins bei den Erfolgsfaktoren stehen und die aktuellen Gewinner sind Standard geworden. Gibt es eigentlich kein Blog was sich intensiv mit dem Thema Shopsysteme auseinandersetzt? Da lässt sich wirklich noch eine Menge zu schreiben.

Jetzt fehlt bloß noch eine Antwort auf die Frage nach den strategischen (nicht technischen) Erfolgskriterien von Onlineshops. Dafür müsste man doch noch mal den Porter rauskramen. Aber das machen wir an anderer Stelle. Einen Hinweis kann ich aber schon geben. Es hat etwas mit Preisführerschaft, Nischen und Differenzierung zu tun.

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