Beiträge vom November, 2008

Barcamp: Innovation durch Gesetze

Sonntag, 23. November 2008 11:31

Das Barcamp am Samstag hat aus Orga Sicht sehr gut funktioniert. Dazu wird Flo aber auch noch ausführlich bloggen. Den Teilnehmern gefällt es auch.

Ich habe es gestern auch zu einer Session geschafft zum Thema Innovation durch Patentschutz. Eigentlich hatte ich mir etwas anderes darunter vorgestellt, aber es wurden doch nur zwei Plattformen vorgestellt. => Produkt PR. Muss jeder selber wissen. Plattform Nr. 1 ist eine Art legale Musiktauschbörse. Ziemlich langweilig für mich und wahrscheinlich nur etwas für risikoaverse Nutzer. Aber vielleicht gibt es ja auch genug von denen. Zwei Ansätze fand ich aber interessant:

Der Sessionleiter Georg ist Jurist und promoviert gerade im Bereich Medienrecht und sagt, dass man neue Geschäftsideen auch durch die Prüfung bestehender Gesetze finden kann. Im Sinne von “was erlaubt ein Gesetz”. Daraus kommt dann so eine Plattform wie ciiju.com auf die Nutzer durch Restriktionen legal Musik tauschen dürfen. Ich halte die Idee so vorzugehen für sehr clever, aber würde das nur als Einstieg nutzen, weil sich auch Gesetze ändern und darin ganz bestimmt nicht auf die Bedürfnisse und Interessen der Nutzer geachtet wird. Als Kreativvariante werde ich es aber auf jeden Fall mal ausprobieren.

Der zweite interessante Aspekt ist wäre die Befindlichkeit der Musikindustrie. Heißt: Wenn ciiju.com skaliert, dann interessiert sich die Musikintdustrie dafür => dann gibt es juristische Palawer => dann interessieren sich die Blogs dafür => dann interessieren sich die Medien dafür => irgendwann steht es auf Bild.de und Erna Müller meldet sich für an und zack hat die Plattform 1.000.000 User => dann interessiert sich eine VC Firma dafür => dann bekommt Georg seine ersten Millionen => Ziel erreicht :-) .

Also: Sessionerwartung nicht erfüllt, aber trotzdem was gelernt. Das ist Barcamp. Ich wünsche ciiju auf jeden Fall viel Glück.

Eine Folie aus der Session (leider etwas dunkel)

Eine Folie aus der Session (leider etwas dunkel)

Noch ein Screenshot.

Ciiju.com Website

Ciiju.com Website

Das Geschäftsmodell wäre Werbung und das zählt mE nicht. Jetzt geht es in die Hotel 2.0 Session.

Update: Georg hat mir erzählt, dass die Plattform noch sehr jung ist und natürlich noch weitere Erlösmodelle entwickelt werden. Man darf also gespannt sein.

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Barcamp Hamburg Party – Kudos@SIDE

Samstag, 22. November 2008 12:34

Eigentlich wollte ich gestern schon etwas zum Barcamp schreiben, aber es ist dann doch etwas viel Kleinkram mit dem man sich vor so einem Barcamp rumschlägt. Ich versuche aber trotzdem fleißig vom Barcamp zu bloggen.

Update Nummer 1: Die Party war super. Kudos @ SIDE Hotel. Das finden auch andere Besucher. Von 165 angemeldeten Gästen (inkl. Sponsorenliste) waren dann auch 135 da. Das macht eine sensationell niedrige No Show Quote von 18%. Das muss an der begehrlichen Location und den freien Drinks gelegen haben.

Bilder von der Party:

Side Party

Side Party

Blick aufs Forum:

SIDE Blick nach unten

SIDE Blick nach unten

Heute morgen hat auch schon alles gut geklappt. Das WLAN hält und die Sorter-Sessions sind gut besucht. 70 Leute haben sich den Blick auf die Logistikanlage gegeben. Super! Mittlerweile sind ca. 300 Leute eingetroffen – und gleich gibts Mittag :-) Live gibts es die Tweets und Feeds auch bei live.barcamp-hamburg.de.

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Wer bist du, und warum liest du Kassenzone.de?

Samstag, 15. November 2008 23:07

Weil sich beim Barcamp-Hamburg endlich die Möglichkeit ergibt einige “Schulden” zu bezahlen und wir wissen wollen wer hier eigentlich mitliest, verlängern wir die Freibier-Aktion vom 26. Juli dieses Jahres.

Damals hatte ich geschrieben:

Jetzt wollen wir nur zu gerne wissen, wer das eigentlich ist. Als Feedreader zählen für uns übrigens auch die iGoogle Nutzer! Also meldet euch! Die ersten fünf Leser die hier kommentieren, bekommen von uns auf dem nächsten Barcamp ein Bier ausgegeben.

Zu diesem Beitrag hatten sich bereits Robert, Nils, Silke, Stefan und Hauke (per Mail) gemeldet. Das Bier für euch ist kaltgestellt. Laut Statistik müssten es aber noch ein paar mehr Leser sein. Wir wollen unsere Leser besser kennenlernen und weiten die o.g. Aktion hiermit aus.  Bitte schreib einfach in die Kommentare wer du bist und warum du dieses Blog liest, bzw. was deine Erwartungen an uns sind. Wenn du dann Flo oder mich irgendwo triffst (am besten beim Barcamp), kannst du dein Freigetränk einfordern. Du kannst natürlich auch ohne Getränkewunsch kommentieren.

Hiermit ist der hoffentlich längste Kommentarthread eröffnet.

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Last.FM für News – Google 2.0?

Freitag, 14. November 2008 0:22

Der folgende Artikel ist eine Geschichte über die Entstehung und Bearbeitung einer bestechenden (Business-) Idee die bisher nicht umgesetzt wurde und nach vielen Monaten konzeptioneller Vorarbeit nun veröffentlicht wird. Warum? Einfach lesen!

Einleitung

Vor ca. zwei Jahren habe ich angefangen mich intensiv mit diesen “Web 2.0 Dingen” zu beschäftigen. Eine meiner Lieblingsseiten zu dieser Zeit war Last.fm. Die Idee über Profilabgleiche zu passender Musik zu kommen ist einfach genial.

Im Rahmen meiner Recherchen auf hunderten verschiedener Websites (inkl. Blogs) kam mir irgendwann der Einfall, dass man doch das gleiche System für viele Arten von Informationen benötigt. Eine Art Last.fm für News. Ein System, was mir aus unendlich vielen Quellen so etwas wie ein personalisiertes Spiegel Online erstellt und dabei auf unzählige (messbare) Informationen für die Personalisierung zurückgreift.

Ein halbes Jahr später (Anfang 2007) war die Idee immer noch da und es gab keine Lösung zu sehen. Nach kurzem Anteasern einiger Freunde haben wir uns zu einem kleinen Team gefunden, um an der Umsetzung dieser Idee zu arbeiten: Das Projekt Tasterati (Taste + Technorati) war geboren.

Im Folgenden möchte ich kurz erzählen welche Probleme genau gelöst werden sollten, wie weit wir gekommen sind, was die Stolpersteine sind/waren und warum wir uns am Ende gegen eine Umsetzung entschieden haben. Eine ggf. interessante Geschichte für Freunde der technischen Innovation und Startup Welt.

Problembeschreibung

Alle Informationworker können die Idee wahrscheinlich gut nachvollziehen. In einem Umfeld exponentiell steigender Komplexität in diversen Branchen ist es zwingend notwendig möglichst viele wichtige Informationen aus dem Internet “aufzusaugen” und für seine Bedürfnisse zu verarbeiten. Mit steigendem Output an Informationen steigt der Aufwand relevante Informationen zu finden. Man wendet sozusagen zunehmend Zeit auf, um das lauter werdende Grundrauschen “überhören” zu können. Jeder kann sich ungefähr vorstellen, was die Anbindung von FriendFeed an Twitter bedeutet. Man möchte eigentlich nur die wirklich spannenden Themen im Longtail der Informationen für sich finden. Eine redaktionelle Sortierfunktion á la Golem oder Spiegel Online funktioniert da leider nicht mehr. Die Qualität von Informationen wird zunehmend weniger durch redaktionelle Systeme (z.B. Zeitungen) sichergestellt, als von unabhängigen Fachexperten und Nischenjournalen. Dieses Problem betrifft momentan “nur” die Informationworker (Blogger, Trendforscher, IT-Freaks…), aber langfristig alle Nutzer. Denn auch das Grundrauschen in vornehmlich privaten Informationen muss irgendwann gefiltert werden.

Problembeschreibung

Problembeschreibung

Nachdem sich alle aus dem Team einig waren, haben wir das Projekt Tasterati systematisch vorangetrieben. Wettbewerbsanalyse, Strategie, User Interface,  Algorithmus, und vieles mehr wurde in wöchentlichen Treffen diskutiert filetiert und im WIKI dokumentiert, um gleich die nächsten Teilaufträge mitzunehmen. Auch wenn jeder nur ein paar Stunden Zeit pro Woche mit dem Thema verbracht hat, war die Lernkurve bei allen Beteiligten extrem steil und die intrinsische Motivation groß. Learning: Neben einem 50h/Woche Job ist es nicht einfach intrinsisch motiviert zu bleiben, wenn es keine regelmäßigen Erfolgserlebnisse gibt. Ok – was haben wir eigentlich im Detail herausgefunden?

Analyse

Wie sieht die Zielgruppe aus?

Wir haben uns ein bißchen gefühlt wie die Erfinder der Batterie. Nur dass es fast gar keine Elektrogeräte gab. Wer braucht den eigentlich so ein intelligentes Newssystem? Klar wir selber wären begeisterte Nutzer eines solchen Systems. Relevant wäre es für alle Personen die bereits heute schon sehr viele Informationen von vielen Quellen konsumieren. Das ist meist beruflich bedingt und sind z.B. Blogger, Strategen, Trendforscher und noch ein paar mehr. Alles in allem aber eine sehr überschaubare Zielgruppe. ABER das ist nur eine Momentaufnahme. Vor dem Hintergrund steigender Informationskomplexität in nahezu allen Branchen und zunehmenden privaten Informationsströmen (Friendfeed & Co) ist es nur eine Frage der Zeit bis sich die Zielgruppe vergrößtert. Das ist in der folgenden Abbildung illustriert:

Zielgruppen (-Wachstum)

Zielgruppen (-Wachstum)

Ich vermag aber noch nicht zu sagen, welcher Trigger so ein Bedürnis auslöst. Vielleicht das lauter werdende Grundrauschen = Unnütze Informationen, oder steigender Suchaufwand = Zeitproblematik oder vielleicht etwas ganz anderes. Dann reicht eine personalisierte Startseite á la Netvibes und Co. nicht mehr aus. Damit sind wir auch schon beim Wettbewerb.

Wie sieht der Wettbewerb aus?

Dieser Teil des Projekts war sehr anspruchsvoll. Die Herausforderung bestand/besteht darin mit dem bestehenden Wissen und Gewohnheiten und einer Idee ein sattelfestes Zukunftsszenario zu konstruieren. Wir haben uns über bestehende Systeme unserem Szenario angenähert. Aus Baukastenspielen wie ‘igoogle + personalisierung’, ‘technorati + intelligenz’, ‘spiegel + lokalisierung’, ‘last.fm + news’ …. sind wir zu einer Mischung aus allen Systemen gekommen. ‘Nur’ der Part mit der Intelligenz ist neu. Wir haben die Wettbewerbsmatrix mit den Dimensionen Personalisierungsgrad und Themenbreite beschrieben. Und wie man sieht gibt es schon ein paar andere Plattformen die sich dem von uns beschriebenen Problem grob annähern. Learning: Irgendwer hatte deine Idee bestimmt schon vorher.

Wettbewerb

Wettbewerb

Ein paar Dienste werden euch bekannt vorkommen, aber kein einziger dieser Dienste nimmt eine marktbeherrschende Position ein. Im Gegenteil – einige Dienste wurden nach kurzer Zeit wieder vom Server genommen. Die lesenswerte Story von Findory soll da nur ein Beispiel sein. Über die verwendeten Dimensionen kann man natürlich diskutieren. Feeds2.0 ist eigentlich auch nur ein Feedreader der leider nur einen halben Schritt weitergeht und irgendwie bunt webzwonullig aussehen soll. Das Bild ist ggf. auch nicht 100% vollständig und aktuell. Mein Lieblingsdienst Rivva würde sich unten links einsortieren und auch neuere Startups wie Allyve (wäre wohl wie Feeds2.0). Diese Dienste gehen aber noch nicht weit genug. Allyve wird einen Kampf gegen Windmühlen kämpfen. Ein statischer, manuell gesteuerter Informationstrichter kann mE keine Chance haben.

Eines wird bei der Betrachtung der Wettbewerber allerdings klar. Obwohl alle mit sehr guten Ideen gestartet sind, scheinen die technischen Hürden bei der Umsetzung einer Lösung im Matrixfeld rechts oben immens hoch. Mehr dazu später bei den “Hürden”. Insgesamt macht die Wettbewerbermatrix Lust auf mehr. Der Markt ist bei Eintreffen der Annahmen gigantisch und die Felle sind noch nicht verteilt. Um alles etwas plastischer darzustellen haben wir uns auch an der Konzeption eines User Interfaces versucht:

Wie könnte ein User Interface aussehen?

Diese Frage kann man wohl nie zur Zufriedenheit aller Nutzer beantworten. Wir haben deshalb einfach eine Art personalisiertes Spiegel Online nachgebaut. Wahrscheinlich muss ein solches System auch komplett anders aussehen. Der Name Newspearl ist dabei frei erfunden. Von dynamischen Kategorien bis hin zu geographischen und Personalisiserungsschiebereglern. Damit könnte man in der Stellung Personalisierung=gering einfach die Ergebnisse von DIGG nachempfinden und in der Maximumstellung bekommt man nur noch (personalisierte) hoch relevante Ergebnisse angezeigt. Das folgende Bild gibt das glaube ich ganz gut wider:

tasterati_ui

User Interface

“Ach das wäre echt eine coole Seite….

Eine solche Seite ist natürlich immer nur eine Möglichkeit die Informationen zu erhalten. Ob die Ausgabe zusätzlich auf dem Handy, im Facebook Account oder per eigenen RSS Feed erfolgt ist erst einmal egal.

Wie arbeitet das System?

Es gibt diverse Eingaben die ein solches System verarbeiten kann, um dem Nutzer relevante Newsergebnisse zu liefern. Nach ersten Brainstorming-Runden kommen wir auf 6 bis 10 relevante Eingabekanäle über die ein solches System lernen kann. Bestehende Systeme nutzen leider nur sehr wenige davon. Zum Beispiel nutzt iGoogle zu 95% manuelle Anpassungen und lässt manuelle Empfehlungen zu, bei denen das System nie intelligenter wird, weil die Masse an Informationen jederzeit statisch gespeichert wird. Tasterati sollte an mehr Stellen lernfähig sein. Angefangen vom Leseverhalten des Nuters bis hin zu Bewertungsmechanismen für die Bewertung von Newsqualität. Alle aufzuzählen wäre hier etwas zu umfangreich. Halten wir fest: Auf der Nutzerseite gibt es sehr vieles was das System verarbeiten müsste.

Aber auch das Backend hat eine Menge zu tun. Von der n zu n Beziehung zwischen Informationen bis hin zu automatisierten Textvergleichen. Um ähnliche Artikel zu finden wäre das Backend schon mit wenigen Nutzern mit extremer Datenbankarbeit beschäftigt. Das komplexe System ist einer der Gründe warum wir das Projekt nie wirklich haben starten können. Ein paar Spielereien mit Ruby bekommt man schnell hin, aber besser sein als alle anderen und bei NULL starten ist mal so nebenbei kaum zu schaffen.

Die folgenden Abbildung beschreibt wie wir uns grob eine statische Informationsarchitektur vorgestellt haben, welche die Artikelinformationen performant speichert und zudem nach allgemeiner und persönlicher Relevanz sortiert.

tasteratiuniversum_v05

Algorithmus: Es existiert ein Basisindex A, der sämtliche Artikel vorhält. Dieser Index ist unveränderbar. Auf Basis von Index A wird ein zweiter Index B erstellt, welcher die Artikel nach objektiven Kriterien (z.B. Verlinkungshäufigkeit) in eine Reihenfolge bringt. Diese am Anfang berechnete Reihenfolge von Index B ist nicht fix. Über die Bewertungen des Leseverhaltens der Nutzer sowie über manuelle Bewertungen(“Love it” und “Bann it”) werden Artikel im Index B aufgewertet und abgewertet, also in Ihrer Reihenfolge geändert.

Zusätzlich werden jedem Artikel Tags inkl. einer Bewertung zugeordnet. Die Bewertung gibt an, wie repräsentativ die einzelnen Tags für diesen Artikel sind. Anhand der zu einem Artikel zugeordneten Tags wird später bei der Suche des Algorithmus überprüft, ob dieser Artikel relevant ist. Sollen dem Nutzer Nachrichten präsentiert werden, wird der Index B mit den Tags aus dem Nutzerprofil abgeglichen. Ab einer definierten Schnittmenge von Tags und Tagbewertung, die dem Artikel zugeordner sind und Tags + Tagbewertung, welche im Nutzerprofil stehen, wird der Artikel für den Nutzer relevant angesehen und in einen Index C kopiert. Jeder Nutzer besitzt also einen einzig für ihn gültigen Index C. Index A und Index B sind hingegen allgemein gültig – also keine Personalisierung.

Die Datenverwaltung sieht zwar relativ simple aus, bei genauerem Hinsehen offenbaren sich jedoch diverse Schwierigkeiten, die ich kurz im nächsten Abschnitt zusammenfassen möchte. Learning: Wenn dein Problem bisher noch niemand lösen konnte, dann wird es wahrscheinlich auch nicht einfach für dich.

Wo sind die Hürden?

  • Die Zielgruppe für so ein System ist zum aktuellen Zeitpunkt noch sehr klein. Auch wenn die Idee/Plattform viel Resonanz finden sollte, könnte es noch Jahre dauern eine relevante Zielgruppe zu erreichen. Der Markt im RSS-Reader Bereich ist dicht und 95% der Nutzer werden sich in absehbarer Zeit nicht zur Nutzung einen anderen Plattform bewegen lassen (Lock In Effekt).
  • Es ist vollkommen unklar wie man mit so einem System Geld verdienen soll. In der eingebundenen Präsentation weist das letzte Chart zwar auf ein paar Erlösströme hin, aber diese Skizze hat vor keinem Investor Bestand. Zu Recht! Das ehste was ich mir vorstellen könnte wäre eine Art Lizenzmodell, um eine Art intelligente Informationsverbreitung in Firmen zu gewährleisten, aber der Markt ensteht erst in ein paar Jahren.
  • Niemand, aber auch wirklich niemand braucht die 1.000 Community Plattform. Es ist unabdingbar sich an bestehende Dienste anzudocken um an brauchbar viele Nutzer zu kommen. Leider verkommt die Idee dann zu einem Feature. Kann das überhaupt von einem Startup gelöst werden, oder wird der Markt von Google, Facebook oder Microsoft aufgeräumt?
  • Es ist nicht absehbar wie sich die Contentinhaber gegenüber einem solchen System verhalten. Contentmarken (Spiegel, Bild…) verlieren damit an Wert. Der Inhalt siegt. Wer hat schon Zeit sich mit so einem riesigem Problem rumzuschlagen wenn man mal ein paar tausend Nutzer hat. Bis dahin wird es aber erst einmal geduldet.
  • Die Ansätze etablierter Informatiker aus den Startups in der Wettbewerbsmatrix gehen schon in eine ähnliche Richtung wie Tasterati. Die Leute dort sind ja auch nicht doof und werden ähnliche Konzepte verfolgen. Wenn schon ein Team aus 20 etablierten IT-Fachleuten und Millionen Investments nicht in der Lage einen funktionierenden Algorithmus zu entwickeln, wie soll man das als kleines Team schaffen? Unmöglich ist zwar nichts, aber die Wahrscheinlichkeiten erscheinen nicht allzu groß.
  • Die Grundidee ist zwar nett, aber die Komplexität des Konzeptes offenbart sich im Detail. Wenn man Szenarien entwickelt wie das System funktionieren muss steigt die Komplexität scheinbar expotentiell. Man denke nur an die Zeitkomponente eines personalisierten Newsystems und dem Aufwand Informationen nur kurz (z.B. wie Rivva) versus sehr lang (z.B. Google News) vorzuhalten.
  • Last but not Least benötigt man für dieses Projekt ein Startup Team sehr komplementäre Fähigkeiten. Die hatten wir nur bedingt vorzuweisen. Vor einem Jahr war es noch fast unmöglich interessierte Informatiker zu finden. Die Idee ist einfach sehr groß wenn man darauf schaut. Ggf. kann das Problem aus eigenem Antrieb gar nicht gelöst werden, sondern ist z.B. das Abfallprodukt aus einer neuen Datenbanktechnologie. Warten wir mal ab.
  • Dazu kommen diverse kleine andere Dinge, die jetzt aber nur langweilen…

Status Quo

Die vielen Hürden haben dazu geführt, dass Tasterati nie live gegangen ist. Im Markt ist auch kein Startup zu erkennen, dass sich dieser Entwicklung ernsthaft annehmen könnte und auch wenn man bei Google und Microsoft an diesen Problemen arbeitet, erwarte ich da in den nächsten 24 Monaten nichts weiterführendes.

Wir sind über einen kleinen Dummy, viel Denkarbeit, hunderten Seiten im Projektwiki und enorm viele Erfahrungen nicht hinaus gekommen. Das heißt aber nicht, dass die Arbeit wertlos war. Die Erfahrungen kann uns keiner nehmen und es kommen hin und wieder interessante Kontakte zustande mit denen wir unsere Idee diskutieren können. Die harten Denkabende bei Pizza und Co. haben uns zumindest zeitweise das Gefühl geben können, mit an der Spitze einer technologischen Entwicklung zu stehen. Die Gespräche spiegeln uns das auch so zurück. Ob das nun stimmt oder nicht.

Die zentrale Herausforderung bei dieser Idee ist es nicht als erster die Idee zu haben (siehe Wettbewerb), sondern einen guten Algorithmus zu entwickeln der so viele Daten effizient verarbeiten kann. Dazu benötigt man noch einen Quantensprung im Bereich Datenbanktechnologie, aber zum Glück entwickelt sich in dem Bereich etwas in Deutschland. Das beobachten wir mit großem Interesse.

Was macht man also mit einer guten Idee, etwas Vorarbeit und dem Wunsch nach mehr Austausch? Na klar – am besten bloggt man darüber und schaut was passiert. Wir hätten es auch für uns behalten können, aber es gibt noch genug Details die ich hier nicht verraten habe ;-)

Die Idee fasziniert uns noch immer. Wie großartig wäre es, wenn irgendjemand irgendwo im Netz etwas postet was für wenige Personen relevant ist und gerade diese Personen bekommen es in ihren Profilen angezeigt…..? Das so etwas kommen wir ist klar! Unklar ist wann und von wem.

Ein Blick auf viele aktuelle Artikel zeigt, dass die Idee mit der Zeit sogar noch mehr an Charme gewinnt. Vielleicht ist das auch ein Teil der Antwort auf die Volksnetz Frage. Aktive/manuelle Verlinkungen werden durch automatische/intelligente ersetzt. Der Titel Google 2.0 ist ggf. etwas reißerisch, aber wenn du bis hierher gelesen hast, dann hat er sein Ziel erreicht.

Spread the Word and give get Fame

Wir sind gespannt auf Feedback, freuen uns immer auf gute Kontakte und geben hiermit die Idee Tasterati an die Community. Mal schauen was draus wird. Anbei haben wir die wichtigsten Infos noch mal auf ein paar Charts zusammengefasst. Die ursprüngliche Präsentation ist inspiriert von Guy Kawasaki “The Art of Start”, aber das ist eigentlich ziemlicher Humbug in Deutschland. Learning: Ohne Businessmodel investiert hier niemand.

Jetzt heißt es weiterverlinken und diskutieren. Bei Bedarf bieten wir zu dem Thema auch gerne eine Session auf dem Barcamp Hamburg an.

Thema: Ideen, Technologie | Kommentare deaktiviert | Autor:

Barcamp Hamburg Update

Dienstag, 11. November 2008 20:41

Nur noch 11 Tage sind es bis zum Barcamp Hamburg und die großen Dinge der Vorbereitung scheinen so langsam erledigt, dafür werden die kleinen Dinge unaufhaltsam mehr. Anbei mal ein kleines Update zum aktuellen Stand.

Status Quo

Nachdem wir die Anmeldungen vor ein paar Wochen freigeschaltet hatten, wurden wir von Anmeldungen quasi erschlagen.  Die gute Coverage in Blogs und Twitter hat massiv dazu beigetragen. Bei der Ankündigung solcher Events merkt man, dass Twitter das wesentlich schnellere und einfachere Medium ist. Niemand hat Lust darüber zu bloggen, aber schnell mal die Info Twittern scheint en vogue zu sein. Die zuerst freigegebenen 300 Plätze waren nach sieben Stunden ausgebucht.

Die Barcampgröße liegt nun bei 300-350 Teilnehmern, wenn man mal mit einer moderaten “No Show” Quote rechnet. Das ist größer als ursprünglich geplant, aber bei weitem nicht so groß wie die Kapazitäten. Auch wir hätten haben den Platz für bis zu 700 Leute, aber ich habe Bedenken, dass dadurch das Flair verloren geht. Auch 350 ist eigentlich schon zu groß, aber das Breiteninteresse muss mE auch irgendwie bedient werden. Mehr dazu unten. Ich fand im letzten Jahr Köln und München mit ca. 350 Teilnehmern trotzdem in Ordnung. In Berlin war ich dieses Jahr leider nicht dabei.

Da wir im Orgateam alle an verschiedenen Orten arbeiten, hat sich Google Docs als Orgatool angeboten. Die Liste an ToDos verkürzt sich immer weiter. Sieht gut aus soweit. Die Liste stellen wir auch gerne folgenden Orgateams zur Verfügung. Verdammt – wer denkt schon an den Rechner für die Twitterwall? Es sind aber noch ca. 25 ToDos offen.

Das wichtigste aller Todos war wohl die Organisation des WLANs. Intern war das Problem kaum lösbar. Neben der Vergabe einzelnen Accounts wurden noch andere Sachen diskutiert, aber die Lösung war juristisch nie greifbar. Jetzt haben wir mit http://www.work.de/ einen tollen B2B Provider gefunden, der die Sache für uns löst. Für spätere Orgateams fasse ich die rechtlichen Dinge gerne mal zusammen. Hoffentlich läuft das Netz auch. Ansonsten muss die UMTS Zelle hier einiges aushalten.

Die Kosten exkl. Raummiete belaufen sich bisher auf ca. 15.000 Euro. Das finde ich für so eine große Veranstaltung nicht viel. Dazu kommen noch Sachleistungen wie Barcamp-Party und T-Shirts, die bei normaler Bezahlung auch locker in den vierstelligen Bereich gehen. Für so ein großes Camp inkl. Catering sollten Orgateams also in Zukunft mit nicht weniger als 10.000 Euro rechnen. Ich bin mal gespannt, ob es auch “no frills” funktioniert wie mit dem Filmcamp von Robert. Es gibt unglaublich viel Kleinkram der ggf. Kosten verursacht. Das fängt bei Leinwänden für Twitterwalls an und hört bei der Endreinigung auf.

Das SIDE Hotel sponsert unsere kleine Eröffnungsparty. Morgen 16.00 Uhr wird das Anmeldemodul freigeschaltet. Ich bin mal gespannt, ob sich die Anmeldungen dort auch so rasant füllen.

Kleinigkeiten: Das mixxt System läuft super für die Organisation. Es fehlt bloß noch das digitale Sessionboard. Mal schauen ob wir das an dem Wochenende zusätzlich digital anbieten, oder klassisch nur mit Papier und Krepp.

Sessions + Commerce zum Anfassen

Die Herausforderung für jedes Barcamp ist das Angebot möglichst vieler relevanter Sessions. Auch wenn Jochen von Commerce-Barcamp gesprochen hat, ist es doch ein ganz “normales” Barcamp mit unserer Hoffnung ein paar mehr Sessions zu Commerce und Mobile zu finden. Ich bin gespannt was wir für Themen angeboten bekommen und rufe hiermit noch mal alle Teilnehmer auf sich aktiv einzubringen! Es bringt nichts nur zuzuhören. Dann kann man auch auf eine langweilige Konferenz gehen.

Ich bin auch bei meinem Arbeitgeber durch die Abteilungen gezogen und haben nach Mitstreitern gesucht. Ich bin sehr stolz darauf, dass es für ein paar Teilnehmer (50-100) auch die Möglichkeit geben wird ein wenig Commerce zum Anfassen zu erleben. Hinter den Barcamp Räumen befindet sich eine der modernsten Sortieranalagen Europas. Mit etwas Glück (Entscheidung steht noch aus) wird die am Barcamp-Wochenende in Teilen aktiviert, damit man den Lauf eines Paketes verfolgen kann. Hört sich langweilig an – sieht aber geil aus!

Ich habe das folgende Video gefunden, dass etwas Ähnliches zeigt. Auf dem OTTO Gelände sieht es aber noch anders aus.

Noch lustiger wird es im Fotostudio mit The Ring. Das ist eine Anlage mit vielen Kameras die gleichzeitigt ausgelöst werden, so dass man lustige Effekte wie Matrix erzielen kann. Dazu wird es am Samstag auch ein paar Führungen geben. Die entstehenden Flashfilme kann man dann sofort mitnehmen. :-)

The Ring Beispiel

The Ring Beispiel

Leider sind die Kapazitäten bei den beiden Commerce zum Anfassen Sessions begrenzt, aber ich finde es trotzdem super, dass sich die Leiter der entsprechenden Anlagen dazu bereit erklären.

Sponsoren

Als erstes Barcamp der Finanzkrise ist es natürlich schwerer Sponsoren zu finden. Wahrscheinlich nicht schwerer als zu den ersten Barcamps, weil mittlerweile mehr Leute etwas von Web 2.0 gehört haben und weil es das geniale Video von Mario gibt. Das verschicken wir mit unseren Anschreiben. Ich habe den Eindruck, dass viele Leute das Konzept mittlerweile verstehen, aber das Geld sitzt nicht locker. Mal schauen wie viel wir von den Kosten decken können. Wir haben ggf. etwas zu spät angefangen, so dass sich viele Sponsoren doch sehr spontan entscheiden müssen. Das setzt voraus schnell zum richtigen Ansprechpartner vorzudringen oder einfach Glück zu haben wie mit dem SIDE Hotel. Wir sind sehr dankbar über die bestehenden Sponsoren, aber wir suchen noch.

Richtig gehört, wir suchen noch Sponsoren! Einfach Mail an Franz oder mich!

Ihr fragt euch bestimmt was die Sponsoren so zahlen. Ganz verschieden! Von 400 bis 2.500 Euro ist bisher alles dabei. Dazu kommen noch die Sachsponsorleistungen. War es bei den anderen Barcamps auch so schwierig?

Verbesserungsvorschläge

Zu diesem Thema schreibe ich sicherlich noch einen eigenen Beitrag, aber es gibt schon ein paar Punkte an denen man arbeiten muss.

  • Wie groß darf ein Barcamp sein? Machen große Camps noch Sinn? Wie entspricht man aber dem Interesse an solchen Veranstaltungen? Ich glaube, dass wir im nächsten Jahr viel mehr Themencamps als normale Barcamps sehen werden. Die Dichte an relevaten Informationen ist höher und die Camps sind kleiner = billiger.
  • Ich wäre in diesem Jahr gerne zu mehr Camps gefahren, aber ich scheue mich davor so viele Wochenende dafür einzusetzen. Wie erklären das die Dauerbesucher ihren Freundinnen und Frauen? Neben der Kinderbetreuung sollte man auch über ein First Lady Programm nachdenken, oder Barcamps auch innerhalb der Woche anbieten. Da wäre ich sofort dabei. Bei Themencamps ist das ohnehin eine Option.
  • Wie kann man für eine hohe Sessionqualität sorgen und gleichzeitig die verschiedenen Wissenslevel bedienen? Für die Teilnehmer der ersten Barcamps 2006/2007 ist eine solche Veranstaltung doch viel zu Mainstream. Lässt sich das ändern. “Professional Barcamp”….
  • ….

So viel zum kurzen 1.088 Wörter Update. Ich hoffe es ist interessant und ihr habt noch ein Verbesserungsvorschläge für uns. Gerne direkt ins Mixxt eintragen.

Thema: Allgemein, Commerce | Kommentare (17) | Autor: