Barcamp Hamburg Update

Nur noch 11 Tage sind es bis zum Barcamp Hamburg und die großen Dinge der Vorbereitung scheinen so langsam erledigt, dafür werden die kleinen Dinge unaufhaltsam mehr. Anbei mal ein kleines Update zum aktuellen Stand.

Status Quo

Nachdem wir die Anmeldungen vor ein paar Wochen freigeschaltet hatten, wurden wir von Anmeldungen quasi erschlagen.  Die gute Coverage in Blogs und Twitter hat massiv dazu beigetragen. Bei der Ankündigung solcher Events merkt man, dass Twitter das wesentlich schnellere und einfachere Medium ist. Niemand hat Lust darüber zu bloggen, aber schnell mal die Info Twittern scheint en vogue zu sein. Die zuerst freigegebenen 300 Plätze waren nach sieben Stunden ausgebucht.

Die Barcampgröße liegt nun bei 300-350 Teilnehmern, wenn man mal mit einer moderaten „No Show“ Quote rechnet. Das ist größer als ursprünglich geplant, aber bei weitem nicht so groß wie die Kapazitäten. Auch wir hätten haben den Platz für bis zu 700 Leute, aber ich habe Bedenken, dass dadurch das Flair verloren geht. Auch 350 ist eigentlich schon zu groß, aber das Breiteninteresse muss mE auch irgendwie bedient werden. Mehr dazu unten. Ich fand im letzten Jahr Köln und München mit ca. 350 Teilnehmern trotzdem in Ordnung. In Berlin war ich dieses Jahr leider nicht dabei.

Da wir im Orgateam alle an verschiedenen Orten arbeiten, hat sich Google Docs als Orgatool angeboten. Die Liste an ToDos verkürzt sich immer weiter. Sieht gut aus soweit. Die Liste stellen wir auch gerne folgenden Orgateams zur Verfügung. Verdammt – wer denkt schon an den Rechner für die Twitterwall? Es sind aber noch ca. 25 ToDos offen.

Das wichtigste aller Todos war wohl die Organisation des WLANs. Intern war das Problem kaum lösbar. Neben der Vergabe einzelnen Accounts wurden noch andere Sachen diskutiert, aber die Lösung war juristisch nie greifbar. Jetzt haben wir mit http://www.work.de/ einen tollen B2B Provider gefunden, der die Sache für uns löst. Für spätere Orgateams fasse ich die rechtlichen Dinge gerne mal zusammen. Hoffentlich läuft das Netz auch. Ansonsten muss die UMTS Zelle hier einiges aushalten.

Die Kosten exkl. Raummiete belaufen sich bisher auf ca. 15.000 Euro. Das finde ich für so eine große Veranstaltung nicht viel. Dazu kommen noch Sachleistungen wie Barcamp-Party und T-Shirts, die bei normaler Bezahlung auch locker in den vierstelligen Bereich gehen. Für so ein großes Camp inkl. Catering sollten Orgateams also in Zukunft mit nicht weniger als 10.000 Euro rechnen. Ich bin mal gespannt, ob es auch „no frills“ funktioniert wie mit dem Filmcamp von Robert. Es gibt unglaublich viel Kleinkram der ggf. Kosten verursacht. Das fängt bei Leinwänden für Twitterwalls an und hört bei der Endreinigung auf.

Das SIDE Hotel sponsert unsere kleine Eröffnungsparty. Morgen 16.00 Uhr wird das Anmeldemodul freigeschaltet. Ich bin mal gespannt, ob sich die Anmeldungen dort auch so rasant füllen.

Kleinigkeiten: Das mixxt System läuft super für die Organisation. Es fehlt bloß noch das digitale Sessionboard. Mal schauen ob wir das an dem Wochenende zusätzlich digital anbieten, oder klassisch nur mit Papier und Krepp.

Sessions + Commerce zum Anfassen

Die Herausforderung für jedes Barcamp ist das Angebot möglichst vieler relevanter Sessions. Auch wenn Jochen von Commerce-Barcamp gesprochen hat, ist es doch ein ganz „normales“ Barcamp mit unserer Hoffnung ein paar mehr Sessions zu Commerce und Mobile zu finden. Ich bin gespannt was wir für Themen angeboten bekommen und rufe hiermit noch mal alle Teilnehmer auf sich aktiv einzubringen! Es bringt nichts nur zuzuhören. Dann kann man auch auf eine langweilige Konferenz gehen.

Ich bin auch bei meinem Arbeitgeber durch die Abteilungen gezogen und haben nach Mitstreitern gesucht. Ich bin sehr stolz darauf, dass es für ein paar Teilnehmer (50-100) auch die Möglichkeit geben wird ein wenig Commerce zum Anfassen zu erleben. Hinter den Barcamp Räumen befindet sich eine der modernsten Sortieranalagen Europas. Mit etwas Glück (Entscheidung steht noch aus) wird die am Barcamp-Wochenende in Teilen aktiviert, damit man den Lauf eines Paketes verfolgen kann. Hört sich langweilig an – sieht aber geil aus!

Ich habe das folgende Video gefunden, dass etwas Ähnliches zeigt. Auf dem OTTO Gelände sieht es aber noch anders aus.

Noch lustiger wird es im Fotostudio mit The Ring. Das ist eine Anlage mit vielen Kameras die gleichzeitigt ausgelöst werden, so dass man lustige Effekte wie Matrix erzielen kann. Dazu wird es am Samstag auch ein paar Führungen geben. Die entstehenden Flashfilme kann man dann sofort mitnehmen. :-)

The Ring Beispiel

The Ring Beispiel

Leider sind die Kapazitäten bei den beiden Commerce zum Anfassen Sessions begrenzt, aber ich finde es trotzdem super, dass sich die Leiter der entsprechenden Anlagen dazu bereit erklären.

Sponsoren

Als erstes Barcamp der Finanzkrise ist es natürlich schwerer Sponsoren zu finden. Wahrscheinlich nicht schwerer als zu den ersten Barcamps, weil mittlerweile mehr Leute etwas von Web 2.0 gehört haben und weil es das geniale Video von Mario gibt. Das verschicken wir mit unseren Anschreiben. Ich habe den Eindruck, dass viele Leute das Konzept mittlerweile verstehen, aber das Geld sitzt nicht locker. Mal schauen wie viel wir von den Kosten decken können. Wir haben ggf. etwas zu spät angefangen, so dass sich viele Sponsoren doch sehr spontan entscheiden müssen. Das setzt voraus schnell zum richtigen Ansprechpartner vorzudringen oder einfach Glück zu haben wie mit dem SIDE Hotel. Wir sind sehr dankbar über die bestehenden Sponsoren, aber wir suchen noch.

Richtig gehört, wir suchen noch Sponsoren! Einfach Mail an Franz oder mich!

Ihr fragt euch bestimmt was die Sponsoren so zahlen. Ganz verschieden! Von 400 bis 2.500 Euro ist bisher alles dabei. Dazu kommen noch die Sachsponsorleistungen. War es bei den anderen Barcamps auch so schwierig?

Verbesserungsvorschläge

Zu diesem Thema schreibe ich sicherlich noch einen eigenen Beitrag, aber es gibt schon ein paar Punkte an denen man arbeiten muss.

  • Wie groß darf ein Barcamp sein? Machen große Camps noch Sinn? Wie entspricht man aber dem Interesse an solchen Veranstaltungen? Ich glaube, dass wir im nächsten Jahr viel mehr Themencamps als normale Barcamps sehen werden. Die Dichte an relevaten Informationen ist höher und die Camps sind kleiner = billiger.
  • Ich wäre in diesem Jahr gerne zu mehr Camps gefahren, aber ich scheue mich davor so viele Wochenende dafür einzusetzen. Wie erklären das die Dauerbesucher ihren Freundinnen und Frauen? Neben der Kinderbetreuung sollte man auch über ein First Lady Programm nachdenken, oder Barcamps auch innerhalb der Woche anbieten. Da wäre ich sofort dabei. Bei Themencamps ist das ohnehin eine Option.
  • Wie kann man für eine hohe Sessionqualität sorgen und gleichzeitig die verschiedenen Wissenslevel bedienen? Für die Teilnehmer der ersten Barcamps 2006/2007 ist eine solche Veranstaltung doch viel zu Mainstream. Lässt sich das ändern. „Professional Barcamp“….
  • ….

So viel zum kurzen 1.088 Wörter Update. Ich hoffe es ist interessant und ihr habt noch ein Verbesserungsvorschläge für uns. Gerne direkt ins Mixxt eintragen.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein, Handel und verschlagwortet mit von Alexander Graf. Permanenter Link zum Eintrag.

Über Alexander Graf

Alexander Graf ist Geschäftsführer von Spryker Systems, einem Joint Venture, das er im November 2014 zusammen mit Nils Seebach und Project A Ventures gegründet hat. Er verantwortet das Business Development und die Strategie des Technologie-Anbieters mit Sitz in Hamburg. Er ist zudem Gründer des größten europäischen Netzwerkes für digitale Unternehmer eTribes. Sein neues E-Commerce Buch wurde schon über 2.000x verkauft. Auf über 300 Seiten erklären Alexander Graf und Holger Schneider darin alle wichtigen Zusammenhänge zu Marktanalysen, Geschäftsmodellen und Strategien im E-Commerce. Er kann als Speaker und/oder Pausenclown gebucht werden. alexander.graf@etribes.de || Tel: +49 (40) 3289 29690

17 Gedanken zu “Barcamp Hamburg Update

  1. Pingback: Basic Thinking Blog | Barcamp Hamburg

  2. Gibt es auch Kabel für dieses Internetz? Nur Wlan macht keine Spaß, eine stille Ecke mit ein paar Kabel mit Internet drin wäre ganz wunderbar.

  3. Wichtig wären Kabel vor allem für die Session-Haltenden, wenn man über Web-Gedöns reden will, sollte man auch Web-Gedöns zeigen können. Vielleicht bekommt ihr das ja noch hin?

  4. Das Risiko bleibt wohl bestehen, aber es gibt zum Glück auch UMTS. Ganz ehrlich – WLAN muss reichen. Das war ohnehin schon schwer genug zu bekommen. Ich werde dem Thema mal einen eigenen Artikel widmen.

  5. Zudem werden wir eine höhere Bandbreite zur Verfügung haben als beim Berliner Barcamp und dort (mit einer größeren Teilnehmerzahl) war das Netz stabil und schnell genug.

    Für Notfälle stelle ich natürlich auch gerne meine UMTS-Karte bereit :-)

  6. also…

    …das mit der höheren Bandbreite glaube ich nicht, da wir (achtung Protz!) 34 MBit synchron hatten. 😉
    Das Problem sind eher die WLan Zellen, da man nur eine gewisse Anzahl Frequenzen zur Verfügung hat, daher wird es ab 300-400 IP´s etwas eng. Wir werden dazu noch ein Dokument aus unserer Feedbackrunde veröffentlichen.

    Zur Sessionwall: Alex, bleibt bitte bei Pen und Paper, ggf. mit vorproduzierten Blättern, wir lassen Euch da gerne unsere Vorlage zukommen. Alles elektronische sieht zwar toll aus, kostet aber nur Zeit und die werdet ihr morgens nicht haben.

    Bei den Kosten haben wir ähnliche Erfahrungen gemacht wie ihr, wobei man sagen kann, dass die exponentiell mit der Besucheranzahl ansteigen und nicht, wie zu vermuten ist linear.

    Ansonsten freu ich mich auf Hamburg und werde das Camp sicherlich geniessen.
    Bis denn dann.

    Tobias

  7. Super Tobi, danke für die Infos. Wie schnell unser W-Lan ist wird sich ja bei der Veranstaltung zeigen. Wenn es dauernd abstürzt, bringen uns auch 100MBit nichts. In Essen gab es nur 2 MBit. Das hat auch funktioniert. Ich hoffe da einfach auf fähige IT-Profis.

    Eine analoge Sessionwall wird es auf jeden Fall geben, aber ggf. bieten wir dazu noch eine optionale digitale an. Schaun mer mal.

    Die Erfahrung mit der expotentiellen Kostenentwicklung machen wir auch. Ich finde es trotzdem noch ok für so viele Leute.

  8. Ludwig hat hier beim #WUD08 grad noch eine wichtige Anmerkung gemacht:

    Filzstifte oder Eddings für die Sessionwall benutzen. Kogelschreiber sind nicht lesbar.

  9. ich fände es gut, wenn die zettel für die sessions einige vorgaben machen würden. damit keiner vergisst, seinen namen (und falls nötig firma) drauf zu schreiben. mir passiert es oft, dass ich bei der vorstellung eine interessante session höre, sie dann aber an der wand nicht wiederfinde, weil nur ein wort draufsteht, mit dem man dann nix mehr anfangen kann.

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