Beiträge vom Oktober, 2008

Townster für 37.827 Euro verkauft

Freitag, 24. Oktober 2008 19:21

Heute ist die E-Bay Auktion für die Plattform Townster.de abgelaufen. Für 37.827 Euro ist die Plattform verkauft worden. Ich hatte wie Bastian mit einem niedrigeren Preis gerechnet, aber man kann nicht wissen, was der neue Besitzer mit der Plattform anfangen möchte. In den Kommentaren zum ersten Eintrag haben wir auch spekuliert wo der Mindestpreis ist, also der Betrag mit dem die Townster Gründer fest kalkulieren. Der lag nach Mareks Beobachtungen zwischen 10.000 und 20.000 Euro, also ist das aktuelle Ergebnis für das Team sehr positiv zu bewerten. Im Vergleich zu der genannten siebenstelligen Bewertung aus einer nicht geschlossenen Finanzierungsrunde (siehe Auktionstext) ist der Betrag zwar niedrig, aber im Vergleich zu anderen Exits eBay Auktionen macht sich der Betrag gar nicht so schlecht. Glückwunsch also!

Ende der Auktion

Ende der Auktion

Was lernen wir nun daraus?

  • Man kann sein StartUp (erfolgreich?) über eBay verkaufen
  • Man kann eine Plattform per Paketversand übermitteln (siehe Screenshot)
  • eBay Exits sind sehr transparent – die entstehenden Diskussionen sind nicht immer zum Vorteil für die Gründer bzw. für die entsprechende Plattform
  • Das Team macht die Musik und treibt den Wert – auch wenn virtuelle Bewertungen nie “echtes” Geld sind, so sind sie doch immer eine Bestätigung der Gründerphantasie. Mindestens ein (Investor) muss die Phantasie bei so einer Bewertung teilen
  • mehr Learnings gerne in den Kommentaren…

Wir freuen uns schon auf die Kommunikation mit den neuen Besitzern. Mal schauen, ob es auch eine PR-Aktion wird.

Update: Einer der Gründer nimmt Stellung zum Verkauf und verrät unter anderem:

Schließlich muss ich allen Unkenrufen trotzend doch eine Lanze für eBay brechen: Die Plattform ist für Projektverkäufe viel besser als ihr Ruf. Nicht zuletzt durch eine publikumswirksame Bewerbung der Auktion auf der eBay-Startseite verzeichnete die Verkaufsseite rund 21.000 Unique Visitors innerhalb einer Woche. Auch liegen die Verkaufsgebühren deutlich unter dem, was wir bei unserem ursprünglichen Favoriten Sedo gezahlt hätten. Fazit: Mit Sicherheit ist eBay nicht die feine englische Art, aber doch ein schneller, sauberer und vor allem kostengünstiger Exit-Kanal.

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Startups aus der Retorte – Startup Weekends gescheitert? – Update

Dienstag, 21. Oktober 2008 22:50

Die Nutzung des Community-Gedankens zur Gründung von Startups hört sich nach einer spannenden Idee an und passt perfekt in die Web 2.0-Kultur.  Lassen sich aber mit Hilfe Startup Weekends tatsächlich erfolgreich neue Unternehmen gründen? Ist eine Gründung in 2 Tagen überhaupt möglich? Oder benötigt ein nachhaltiger Erfolg weiterhin die Reifezeit außerhalb solcher Veranstaltungen? Nach inzwischen zwei Startup Weekends in Deutschland, lohnt ein Blick zurück auf die Ergebnisse der Startup-Fabriken und deren Erfolg oder Misserfolg.

Das Prinzip „Startup Weekend“

Eines der ersten Startups wurde im Juli 2007 in den USA mit 70 Teilnehmern an einem Wochenende erstellt (in Boulder, USA). Das Ergebnis war vosnap, eine Plattform zur Entscheidungsbildung innerhalb von Gruppen. Das Projekt wurde inzwischen eingestellt und die Seite existiert nicht mehr.

Am 22./ 23. September 2007 organisierten Cem Basman und Jason Franklin-Stokes das erste deutsche Startup Weekend in Hamburg. Ziel des Wochenendes war es innerhalb von 48 Stunden mit einer großen Anzahl von Teilnehmer ein tragfähiges Geschäftsmodell zu finden, um dieses anschließend vom Business Plan über die Gründung des Unternehmens bis zur Programmierung der Plattform weitgehend umzusetzen. Alle Teilnehmer erhielten im Anschluss Anteile an der Unternehmung, als Belohnung und Motivationsschub quasi.

Laut startupweekend.com gibt es inzwischen über 50 umgesetzte Startup Weekend-Projekte. Hinzu kommen natürlich noch zahlreiche, die nicht „zentral“ erfasst wurden. Doch dazu später mehr.

Von Edelbild bis indawo
Bereits Wochen vor dem ersten Startup Weekend in Hamburg wurde intensiv über mögliche Geschäftsmodelle, den genauen Zeitablauf und die Incentivierung diskutiert. Hierbei handelt es sich um wichtige Aspekte damit die „Weisheit der Gemeinschaft“ auch effizient zum Einsatz kommen kann. Geeinigt wurde sich schließlich auf folgenden Ablauf:

  1. Competition! Round 1: Beauty Contest & Death Match! (Plenum)
  2. Coordination! Round 2: Map your Mind! (Plenum)
  3. Collaboration! Round 3: Analyze it! Build it! (Breakout Sessions & Plenum, to be refined)
  4. Completion! Round 4: Grande Finale! (Breakout Sessions & Plenum, to be refined)

Das Ergebnis des ersten deutschen Startup Weekends war ein Dienst der Bilder verschönern soll: edelbild.de. Wie Robert in seinem eigenen Fazit zum Wochenende feststellte, war es eine Überraschung, dass es auf ein so klassisches Geschäftsmodell herauslief. Die mediale Präsenz fiel mit zahlreichen Pressevertretern recht hoch aus. So berichteten u.a. das ZDF und Financial Times, sowie Mario Situs aka der elektrische Reporter über das Wochenende. Von den zahlreichen Diskussionen Berichten in Blogs ganz zu schweigen. Also keine schlechten Voraussetzungen für den Start eines neuen Unternehmens.

Beim zweiten deutschen Startup Weekend, welches dieses Jahr stattfand (17./ 18. Mai), wurden zwei Geschäftsmodelle ausgearbeitet, von denen sich am Ende indawo durchsetzte: ein Dienst um anlassbezoge Locations zu finden. Die Aufmerksamkeit klassischer Medien war dieses Mal zwar geringer, das Ergebnis wurde dafür auch intensivst in Blogs promotet und diskutiert.

Wie geht es weiter? – Das Motivationsloch
Nach ersten Gehversuchen und dem Launch des Internetauftritts ist mit Sicherheit die größte Herausforderung das gegründete Startup in den realen Betrieb zu überführen. Denn nach dem Wochenende lösen sich die Arbeitsteams auf und alle Beteiligten gehen in der Regel ihren bisherigen Tätigkeiten nach. Das Unternehmen benötigt jedoch weiterhin intensivste Betreuung, sprich ein Commitment von genügend Personen über einen längeren Zeitraum.

Um Edelbild ist es nach ca. einem Jahr recht still geworden: die Seite ist bis heute nicht für die Öffentlichkeit nutzbar und wurde äußerlich seit dem Launch im letzten Jahr kaum verändert. Zwischenzeitlich gab es bei Weiterentwicklung und Incentivierung der noch vorhandenen Shareholder Motivations-Peaks, die notwendige Konstanz fehlte jedoch.

Obwohl indawo „erst“ 5 Monate alt ist, scheint das Projekt ein ähnliches Schicksal wie Edelbild zu ereilen. Die Seite ist zwar nutzbar und macht optisch was her, enthält jedoch für z.B. Hamburg nur 50 Location-Einträge und 12 für Berlin. Von ihrem geplanten Zweck (eine relevante Locationsuche zu sein) ist indawo somit unendlich weit entfernt. Auch im dazugehörigen Blog ist es still geworden, es enthält seit dem 11. Juni keine neueren Einträge.

Ist das mangelnde Engagement ein typisch deutsches Problem? Wie nachhaltig sehen die Ergebnisse anderer Startup Weekends aus?

Hierzu mal eine Übersicht der laut startupweekend.com bereits gestarteten Projekte, von denen ich den aktuellen Status recherchiert habe:

Projekt Von Wann Status
VoSnap Boulder, USA Jul 2007 Offline
LobbyThem Toronto, USA Okt 2007 Offline
Ededlbild Hamburg, Germany Sep 2007 Sleeping
FavorEats NYC, USA Okt 2007 Offline
TipDish Houston, USA Okt 2007 Offline
ScrollTalk West Lafayette, USA Okt 2007 Sleeping
DeskHappy Boston, USA Okt 2007 Offline
HolaNeighbor DC, USA Okt 2007 Offline
WorkPerch Chapel Hill, USA Nov 2007 Sleeping
Skribit Atlanta, USA Dez 2007 Running
HelpHookup San Francisco, USA Nov 2007 Offline
aLittleBitBetter London, England Dez 2007 Sleeping
SocialMixr und Frenemies Los Angeles, USA Dez 2007 Offline
Skillbit Seattle, USA Jan 2008 Offline
EventHerder Bloomington, USA Feb 2008 Sleeping
Indawo Hamburg, Germany Mai 2008 Sleeping
Handshak.es Boulder, USA - Offline
MoldRush Boulder, USA - Sleeping
Web2Splash Boulder, USA - Offline
Hitsurance Boulder, USA - Offline
Startup Drinks Boulder, USA - Sleeping
idream San Antonio, USA Jun 2008 Sleeping
ForceXchange San Antonio, USA - „Closed Beta“
RentEscapes San Antonio, USA - Offline
LifeGrant Portland, USA - Offline
Mugasha Portland, USA Jun 2008 Sleeping
Get Gathered Portland, USA - Sleeping
Startup River Portland, USA - Sleeping
Spynnr Memphis, USA Jun 2008 Sleeping
Vagabondoo Ann Arbor, USA 2008 Sleeping
The Brand Yu Life Ann Arbor, USA - Running
Nudge Ann Arbor, USA - „Private Beta“
Market Monitor Ann Arbor, USA - Sleeping
intermz Ann Arbor, USA 2008 Running
DealCastr Carolina, USA - Closed
Scavenja Carolina, USA Jul 2008 Running
My Fries Suck Carolina, USA 2008 Sleeping
Bars For Us Carolina, USA Jul 2008 Sleeping
GiggleSeed Columbus, USA Jul 2008 Sleeping
CorkShare Columbus, USA 2008 Sleeping
uPropel Columbus, USA 2008 Offline
Clearwish Columbus, USA 2008 Sleeping
EventStart Columbus, USA 2008 „Private Beta“
Spotwurk Columbus, USA 2008 Sleeping
FindShelterNow Columbus, USA 2008 Sleeping
Skibble Columbus, USA Jul 2008 Sleeping
FreighChatter Columbus, USA 2008 Sleeping
Litigation Desktop Columbus, USA 2008 Sleeping

Von 48 gestarteten Projekten sind also noch 4 aktiv. Der Großteil besitzt zwar noch eine Internetseite, diese wird jedoch nicht weiterentwickelt („Sleeping“). Die „Überlebenden“ sind:

  1. Skribit: automatische Empfehlungen von Blogposts
  2. The Brand Yu Life: Seite zum Thema “Personal Branding”
  3. Intermz: Enzyklopädie für unterschiedliche Kontextzusammenhänge
  4. Scavenja: Schnitzeljagd mit Fotos

Auffällig ist, dass zwei der drei (bisher) noch laufenden Startups ohne größeren laufenden Betriebsaufwand auskommen. Vielleicht der Grund, weshalb sie überhaupt noch laufen…

Startup Weekends ohne Chance auf Erfolg?
Die große Anzahl gescheiterter Projekte legt den Schluss nahe, dass sich auf Startup Weekends nicht erfolgreich nachhaltige Geschäftsmodelle entwickeln lassen. Was sind aber die Gründe für den „Misserfolg“? Und lassen sich diese Ursachen zum Positiven wenden, so dass auch erfolgversprechendere Umsetzungen möglich sind?

1) Der Auswahlprozess
Zunächst einmal ist der Auswahlprozess der umzusetzenden Idee extrem relevant. Die Herausforderung hierbei ist, dass in der Regel alle vorgestellten Ideen bereits intensiv vom Ideengeber durchdacht wurden, die Gemeinschaft sich aufgrund der Tiefe mancher Ideen aber nur schwer schnell (!) ein objektives Bild von der Relevanz des Themas machen kann. So kann es passieren, dass eine Idee schnell als gut befunden wird, weil sie zu oberflächlich betrachtet wurde.

Da lange Recherchearbeiten zu 20 oder mehr Ideen aufgrund der sehr begrenzten Zeit nicht möglich sind, müsste der Auswahlprozess allein über die Frage „würde ich diesen Dienst nutzen?“ getroffen werden. Dieser Aspekt wurde insbesondere bei Edelbild vernachlässigt, so wurde ein Produkt für „andere“ Nutzer entwickelt.

2) Die Nutzung der Community
Im Anschluss ist entscheidend, ob die vorgestellte Idee wirklich alle Möglichkeiten die anwesenden Community optimal nutzt. Wenn dies der Fall sein sollte, müsste man das Startup mit einem kräftigen Anfangsschub auf die Schienen setzen können. Die vergangenen Projekte zeigen jedoch, dass der Schub zu gering ausfällt und die Justierung auf der Schiene nicht erfolgreich war.

Es ist somit notwendig alle 100-150 anwesende Startuper noch aktiver für das Wochenende zu nutzen. Dabei denke ich weniger an Programmieren, Business Plan füllen etc., sondern sie als erste Nutzergruppe einzuspannen. Denn den meisten der gescheiterten Startups fehlte es an Content. Wenn man die anwesende Community aufgrund des gewählten Geschäftsmodells nicht in dieser Form einsetzen kann, handelt es sich häufig um ein zu komplexes Projekt für die Umsetzung innerhalb eines Startup Weekends (siehe Edelbild).

3) Die Programmierung der Plattform
Nach dem Wochenende muss mindestens eine Webseite mit allen gewünschten Grundfunktionen stehen. Denn nur am Startwochenende ist der Zugriff auf größere Entwicklerressourcen möglich. Jede spätere Weiterentwicklung muss hart erkämpft werden. Damit die Umsetzung der Grundfunktionen möglich ist, ist die Organisation während des Wochenendes die große Herausforderung.

4) Die Incentivierung
Als letztes ist ein attraktives Anreizmodell notwendig, um alle verbleibenden (dauerhaften) Projektmitglieder zu binden. Hierbei handelt es sich vermutlich um den schwierigsten Part, da zu Beginn in der Regel keine Finanzierung des Projektes gibt und die Beteiligten ihr Engagement mit ihrem Hauptberuf, Studium etc. zu vereinbaren haben. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung bleibt so leider schnell auf der Strecke.

Zudem muss für einen fairen Split der Anteile gesorgt werden. Denn nach dem Wochenende gehen alle Startuper mit der gleichen Anzahl Anteile nach Hause. Das Kernteam, welches sich im Anschluss dem Projekt weiter annehmen möchte, sollte jedoch auch auf die Anteile projiziert werden.

Fazit
Die Idee an einem Wochenende ein Unternehmen mit Hilfe der Gemeinschaft auf die Beine zu stellen ist weiterhin faszinierend. Zudem bringen Startup Weekends jede Menge Spaß und es ist möglich viel über Projekt- und Gruppenorganisation zu lernen. Wenn für den nächsten Anlauf insbesondere das Problem der Vorauswahl und der dauerhaften Incentivierung gelöst wird, besteht auch die Chance, dass ein Projekt auch länger als 3 Monate übersteht. Dann wäre die Veranstaltung perfekt. Ich bin gespannt…

P.S.
Wenn man jetzt den Eindruck gewonnen haben sollte, mit Startup Weekends ist kein Geld zu verdienen bzw. die Beteiligung sei nichts wert, hier noch ein Hoffungsschimmer: Alex hat mit dem Verkauf seiner zwei Edelbild-Anteile 40 Euro Gewinn gemacht ;-)

P.P.S.
Warum gibt es eigentlich noch keinen Wikipedia-Artikel zum Thema Startup Weekends?

Update
Cem hat die aktuelle Diskussion als Anlass genommen und fragt nach dem Interesse an einem neuen Startup Weekend und dem gewünschten Format.

Thema: Allgemein, Commerce, Strategie | Kommentare (24) | Autor:

Umfrage: Wer wird Losbude 2.0?

Mittwoch, 15. Oktober 2008 13:02

Nach den Diskussionen in unserem und vielen anderen Blogs eine interessante Umfrage.

Eigentlich wollte ich nur die Poll Funktion testen…

Update #1: Polldaddy ist gerade offline. “Rabattschlacht” liegt auf Platz 2 mit 4 Votes und “Keine…” auf Platz 1 mit 8 Votes.

Update #2: Jetzt kann wieder gevotet werden. Luupo holt auf.

Update #3: Gewonnen hat….. “Keine, weil…” mit 30 Stimmen Abstand- herzlichen Glückwunsch liebe Leser. Dafür hatte ich auch gevotet. Das Votingtool wird demnächst öfter zum Einsatz kommen, weil der Dienst von WordPress.com gekauft wurde und hier nun noch einfacher zu integrieren ist. Mehr dazu hier.

Thema: Commerce | Kommentare deaktiviert | Autor:

Townster.de – Wie viel war das Team wert?

Dienstag, 14. Oktober 2008 23:08

Wie ich im Townsterblog lesen musste, wird die Plattform Townster.de nun bei eBay verkauft. An dem Beispiel kann der geneigte Leser unsere Shopverkaufskriterien testen. Ich finde es schade, dass das Team aufgeben musste – kann es aber sehr gut nachvollziehen. Irgendwann ist die Luft raus, wenn man nur genug Tiefschläge erlebt. An der mangelnden Kommunikation nach außen kann es nicht gelegen haben. In diesem Punkt ist/war Townster einer der Vorreiter in Deutschland.

Townster Header &  Navigation

Townster Header & Navigation

Ich hätte hier gerne das togo.ebay Widget eingebunden, aber wordpress.com verweigert das (noch?). Deshalb hier der Link zur eBay Auktion.

Ich wünsche dem Team ein hohes Gebot. Andere Blogger sehen das auch so und wollen sogar mitbieten. An der Auktion wird man allerdings sehr gut ablesen können wie viel Anteil das Team am Startup ausmacht. In der Beschreibung steht:

Für die Weiterentwicklung konnte die Betreibergesellschaft NETLABS GmbH im Herbst 2007 eine erste Venture-Capital-Finanzierungsrunde auf Basis einer siebenstelligen Bewertung mit acht namhaften Business Angels (belegbar!) abschließen. Aufgrund teaminterner Differenzen (Ausstieg eines Geschäftsführers aus privaten Gründen) konnte diese schließlich nicht angenommen werden, so dass Townster fortan nicht maßgeblich weiterentwickelt worden ist.

Gehen wir mal der Einfachheit halber von einer Million Euro bei der “siebenstelligen Bewertung” aus, dann wäre das Team bei einem eBay-Endpreis von 100.000 Euro ca. 900.000 Euro wert oder in anderen Worten, das Team macht 90% der Bewertung aus. Wahrscheinlich steigt dieser Anteil sogar. Warten wir mal die Auktion ab.

Das Konzept selber finde ich nicht so spannend. Der Fokus und damit die Möglichkeit zum Aufbau eines USP fehlt! Das kann man schon bei der Navigation (siehe Bild) ablesen. Townster will zu viel auf einmal. Vielleicht hätte es gereicht einfach ein besseres Qype zu bauen und nicht noch ein Social Network nachzuahmen. Trotzdem – viel Erfolg bei der Auktion!!!

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UPS – Widget 0.5

Montag, 13. Oktober 2008 10:25

Laut Wikipedia ist ein “Widget oder Applet ist ein kleines Computerprogramm, das nicht als eigenständige Anwendung betrieben wird, sondern in eine Grafische Benutzeroberfläche oder Webseite eingebunden wird.”

Widgets sind eines der sichtbaren Ergebnisse aus den Bemühungen vieler Unternehmen zum Thema Data Portability. Dazu hat sich Netzwertig in diversen Artikeln interessante Gedanken gemacht. Das Thema selbst wird in den nächsten Jahren viele Unternehmen antreiben Schnittstellen zu schaffen und vor allem zu hohen IT Investitionen führen. Wozu das führt kann man am aktuellen UPS Widget sehen.

Seit einigen Wochen wird man bei Spiegel Online von den Anzeigen zum UPS Widget zugeballert. Endkundendistribution ist ein ganz wesentlicher Bestandteil des E-Commerce, also darf eine Meinung von kassenzone.de zu diesem Thema nicht fehlen.

UPS Werbung auf SpOn

UPS Werbung auf SpOn

Einigen Bloggern ist die Werbung das auch nicht entgangen, wobei die Meinungen doch recht deutlich sind. June sagt zum Beispiel:

Das Teil ist eigentlich total nutzlos, wenn man nicht vorhat irgendetwas mit ups zu versenden.

Eigentlich ist die Idee eines Tools zum Tracking von Warensendungen ganz nützlich. Es macht sicherlich wenig Sinn sich so etwas von einem Nischenanbieter (Wer versendet mit UPS?) zu installieren, aber wenn man oft Sachen im Internet bestellt könnte mich ein Ticker von DHL oder Hermes durchaus interessieren. Das kann ja technisch nicht so schwer sein. Von FedEx ist das sogar schon in die normale Google Suche eingebunden.

Wenn man das UPS Widget runterladen möchte, muss man erst mal das UPS Widget Büro besuchen. Eine absolut überflüssige Einrichtung.

UPS Büro

UPS Widget Büro

Aus dem Büro lädt man sich eine 9MB große Installationsdatei herunter. Darin ist neben dem Widget noch der Flashplayer 9.0 enthalten. Das erinnert mich an die AOL CDs von früher, wo auch noch der Netscape Browser drauf war. Aber ok – vielleicht haben die typischen UPS Widget User das gerne so. Die Installation funktioniert recht einfach, aber die AGB haben es doch in sich. Die muss man leider akzeptieren, sonst installiert der Installer das Widget nicht.

Die Software-Applikation („Software“), die Sie installieren möchten, ermöglicht UPS, Nachrichten an Ihren Computer zu senden. UPS nutzt diese Benachrichtigungsfunktion von Zeit zu Zeit, um Ihnen Informationen über die Software und die von Ihnen bezogenen UPS-Produkte und -Dienstleistungen sowie Werbungen für zusätzliche UPS-Produkte und -Services zu senden.

Dazu muss man nicht mehr viel sagen…

Nachdem es installiert ist findet sich auf dem Desktop ein kleines Icon, mit dem man lustige Sachen machen kann. Leider hat davon nur 30% etwas mit der ursprünglichen Kernkompetenz von UPS zu tun.

UPS Widget

UPS Widget

UPS hält es zum Beispiel für nötig einen RSS Reader in das Widget zu integrieren, der alle 10 Sekunden das nervige Pop Up öffnet, um von den voreingestellten Feeds die Nachrichten zu übermitteln. Aha – der typische UPS Kunde hat also nicht nur keinen Flash Player, sondern auch keine kein Internet bzw. einen RSS Reader in dem er diese tollen News lesen kann.

UPS Widget RSS Reader

UPS Widget RSS Reader

Zum Glück kann man das Widget über den Bildschirm schmeißen und den Kopf stoßen. Das entschädigt ein wenig für die sinnfreien anderen Funktionen.

Das UPS Widget sieht Sterne

Das UPS Widget sieht Sterne

[Ironie an]Ich bin mir sicher, dass der typische UPS Kunde auch gerne noch eine Funktion hätte, um das Widget in verschiedenen Farben zu konfigurieren, sich mit anderen UPS Kunden in der UPS Widget World treffen möchte und dort über die aktuellsten Erfahrungen mit den UPS Fahren chatten will. Vielleicht wird die nächste Version des Widgets diese Funktionen auch noch bereitstellen.[Ironie aus]

Dabei ist es doch gar nicht schwer. Es gibt nur einen wesentlichen Erfolgsfaktor für solche Widgets:

SEI NÜTZLICH!!!

Der Rest sind eher Hygiene-Faktoren:

  • Keine Installationsbarrieren
  • Einfache Integration in bestehende Dienste (z.B. Facebook)
  • Möglichst keine Anmeldedaten eingeben
  • Keine Downloads
  • Keine unendliche langen AGB Texte
  • Klarer Fokus
  • Mach das was du gut kannst
  • ….

Das UPS Widget zeigt sehr schön wie es nicht geht. Ein einfacher Tracker hätte es doch auch getan, ggf. mit einer interaktiven Einbindung von Google Maps. Die Programmierung des Tools + Spiegel Online + Print-Kampagne hat wahrscheinlich allein in Deutschland einen hohen sechsstelligen oder niedrig siebenstelligen Betrag gekostet. Wenn die Kampagne/das Widget zum Ziel hatte Endkunden zu begeistern, wird sie nicht funktionieren, auch wenn andere das optimistischer sehen. Das kann man billiger und deutlich besser haben.

Fazit:
UPS hat die Zeichen der Zeit erkannt und setzt richtiger Weise auf das Thema Data Portability. Die Umsetzung kann man durchaus kritisch sehen.
Das Widget ist zwar hübsch gemacht und die Mediaplanung macht auch einen guten Job, aber der Sinn des Widgets will sich mir nicht ganz erschließen. Hoffentlich baut UPS jetzt keine virtuelle Welt für das Widget, sondern lernt aus dem Nutzerverhalten und lässt bei den nächsten Versuchen im Bereich Widgets den Fokus auf den wesentlichen Dingen.

Thema: Commerce, Technologie | Kommentare deaktiviert | Autor: