"Blogger sind Sch…" – Fortsetzung von "Blogs sind ungeeignet"

Irgendwie ist diese Wikipedia Geschichte schon lustig, aber im Grunde bin ich sehr betrübt über den aktuellen Stand. Anbei ein Update:

Nachdem ich vor ein paar Tagen einen Beitrag zu einer aus meiner Sicht unsinnigen Löschaktion geschrieben haben, sind viele interessante Kommentare eingegangen und bei den vielen Trackbacks sind sogar noch mehr Meinungen eingelaufen. Der Grundtenor ist immer gleich. Eine pauschale Abwertung von Blogs ist totaler Quatsch.

Die Seiten scheinen klar verteilt. Es gibt die (die Wikipedia Beamten) und uns (die trafficgeilen Blogger). Die Kommentare sagen schon alles. BTW ich finde es absolut lächerlich diese zwei Lager so aufzubauen, weil wir alle das gleiche Interesse haben (sollten). => Gute Infos auf Wikipedia!

Zwei Beispiele zu den zwei Lagern:

Bei Robert von Marek: (Wikipedia „Beamte“ schreiben scheinbar immer anonym)

….blog-links sind bei wikipedia nicht verboten, weil es keinerlei wirklich relevanten blog-beiträge gibt, sondern weil zu viele traffic-geile möchtegern-blogger die beiträge mit links zu ihren blogs zugespammt haben. sollte sich die blogger-gemeinschaft mal an die eigene nase fassen …

Bei Blogschrott von Chris:

Jeder der bei Wikipedia mitmacht ist ein gestörter der Zuhause nichts zu sagen hat. Es ist immer wieder interessant zu sehen, dass ein Editor ein gigantisch großes Fachgebiet hat.

Um diese beiden Lager zur besser zu verstehen habe ich im ersten Beitrag einen Umfrage gestartet. Diese Umfrage zeigt ein klares Ergebnis pro Blogs und pro Social Commerce Artikel Link in Wikipedia. Das könnte also eine Basis sein um zumindest weiter mit den entsprechenden Admins von Wikipedia zu diskutieren, aber da passieren noch ein paar Dinge, die sich mit einer weiteren Diskussion aus meiner Sicht nicht vertragen.

  1. Der meiste Traffic zu dem Beitrag kam direkt von der Diskussionsseite des berechtigten Benutzers ADT und von der Diskussionseite zum Social Commerce Artikel. In beiden Artikel hatte ich zusätzlich zu einem kurzen Absatz über meine Kritik einen Link zu dem ersten Beitrag gesetzt. Erstaunlicherweise wurde kurz nach den vielen Besuchen oft mit „Nein“ bei der Umfrage gevotet. Über die gleiche IP! Da könnte man einen Zusammenhang sehen….
  2. Die Links bzw. die kompletten Inhalte von der Social Commerce Diskussionseite wurden vom Benutzer Blunt einfach unwiederbringlich gelöscht.Begründung:kein artikelbezug/linkspam“ Auf der Diskussionseite Linksspam??? Wie verbohrt kann man den sein? Dieser Benutzer hat übrigens auch meine eigene Wikipedia Benutzerseite kommentarlos gelöscht, weil ich zwei Sätze über mich nicht auf meine Hauptseite, sondern auf meine Diskussionseite geschrieben haben. Anstatt mich mal anzuschreiben….
  3. Gestern Abend wurden kommentarlos die Links zum Blog von Jochen Krisch gelöscht. Siehe hier. Das ist eine absolute „Must Have“ Quelle im Bereich Social Commerce. Verlinkt bleibt weiterhin ein Artikel von SpOn (2006) der mE überholt ist. Auf diesem Artikel basiert aber u.a. der Social Commerce Beitrag bei Wikipedia. Starke Leistung!
  4. Bisher hat sich keiner der beiden Benutzer aktiv in die Diskussion eingebracht, obwohl ich auf der Diskussionsseite explizit darauf hingewiesen haben. Ohne Diskussion keine Lösung. Was soll das?

Das sind für mich Gründe, die eine weiterführende Diskussion mit den beiden Benutzern verbieten. Gibt es keinen Wiki-Admin hier der die Sache mal intern ansprechen kann? Ich habe das Gefühl, dass in der Welt einiger Wikipedia Admins diese „Blogger“ alle trafficgeile, oberflächliche Idioten sind, die aus Geltungsdrang ihre Meinung auf die Klowand ins Internet schreiben und dann noch Wikipedia als Trafficbringer nutzen. Ich kann verstehen wenn Jean-Remy von Matt das so sieht, aber doch nicht ein „Digital Native„. (Vorsicht, der Link führt zu Wikipedia)

Sicherlich gibt es solche Blogger, aber gleich alle Blogger (Wer ist denn eigentlich ein Blogger?) so abzustrafen erscheint mir etwas übereilt. Ich wünsche mir gerne ein konstruktives Zusammenarbeiten und eine gute Wikipedia, aber momentan komme ich mir vor wie im Kindergarten. Weiß jemand eine Lösung?

Die nächsten Beiträge widmen sich dann wieder den Fachthemen des Blogs 🙂 Es liegen noch ungefähr 20 Beiträge im „Draft“ Ordner.

17 Gedanken zu „"Blogger sind Sch…" – Fortsetzung von "Blogs sind ungeeignet"

  1. Das Thema ist wirklich schwierig, ich kann die Idee eines Verbotes von Bloglinks bei der Wikipedia als Reaktion auf dutzende „Eigenlinks“ in Artikeln schon verstehen, aber ein kategorisches Verbot widerspricht in meinen Augen einfach dem Sinn hinter der Wikipedia. Zudem glaube ich einfach, dass Blogs nunmal einfach eine modernere Form der „privaten Homepage“ sind und bei denen findet man mit Sicherheit zahllose ohne jeden Nennenswerten Inhalt, aber dafür gibt es eben ein paar mit excellenten Artikeln und genauso ist es bei Blogs m.e. auch.

  2. wenn ich mir mal vorstelle, dass ich null plan von social commerce hätte und bei wikipedia nachgucken würde, dann fänd ich das ziemlich krass, wenn mir die wichtigste quelle für aktuelle berichterstattung vorenthalten werden würde. dass nur „alte“ (und schon fast veraltete) beiträge verlinkt werden, spricht doch eigentlich nicht grad für ein modernen lexikon, oder?

  3. Ich hab schon mehr als einmal an der Englischen Wikipedia mitgearbeitet. Bei der Deutschen hab ich das auch versucht, bin da aber sofort auf enorme Engstirnigkeit gestossen und hab mich eines Besseren besinnt. Ich habe es nicht nötig, mich mit Paragraphenreitern rumzuschlagen, wenn ich Wissen teilen möchte.

    Die Deutsche Wikipedia benutze ich denn auch eher als Inspiration denn wirklich als Quelle. In wissenschaftlichen Arbeiten zitiere ich auch die Englische nicht, aber bei der Deutschen käme mir das gar nicht in den Sinn; ich weiss, dass da um jedes Wort aus nicht sachlicher, sondern formeller Perspektive gekämpft wird, und dass sinnvolle Beiträge an Engstirnigkeit scheitern können. Entsprechend habe ich ein recht niedriges Vertrauen in die Qualität der Beiträge.

    Das Paradoxe ist, dass die Qualität so niedrig ist eben gerade weil es Fanatiker gibt, die unter der Berufung auf „Qualitätssicherung“ obskure, selbst erstellte Regeln durchsetzen zu müssen glauben. Lustig, eigentlich.

  4. @Lars: Ich stimme dir 100ig zu!
    @Silke: Dieser Zustand lässt mich in Zukunft etwas kritischer auf Artikel blicken 🙁
    @Guido: Interessanter Gedanke: Übermäßige Qualitätssicherung führt zu schlechter Qualität. Muss ich mal drüber schlafen. Wahrscheinlich gibt es da Parallelen zu anderen Industrien.

    Am besten die Wiki Admins lesen sich mal den Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Innovation durch. Da steht es doch eigentlich drin wie es geht. Gibt es keinen Wiki-Admin der auch bloggt und mich aufklären kann?

  5. Pingback: Basic Thinking Blog | Wikipedia vs Blogs II

  6. Ich kenne sowas allenfalls von meinem vor 20 Jahren abgeleisteten Ersatzdienst beim Technischen Hilfswerk. Damals gabe es einen hauptberuflichen Straßenbahnschaffner in leitender Position, der sich in diesen Gefilden mal richtig austoben und zeigen konnte welche Authorität er besitzt.
    Heute gibt es Gott sei Dank die Wikipedia, bei der man ja zumindest keine lebensbedrohlichen Fehler machen kann (?), und somit einen Spielplatz für die Straßenbahnschaffner dieser Welt.

  7. Pingback: Wikipedia-Admin-Editor-Blogger-War die dreihundertzwölfte » Frank Helmschrott

  8. Da gebe ich dir Recht Stefan. Die Ergebnisse drücken sicherlich nicht die Massenmeinung aus, aber ich muss ja irgendwo anfangen. Ich würde auch gerne direkt bei Wikipedia diskutieren, aber wie du oben lesen kannst ist das bisher sehr schwierig. Ich lasse mich gerne von Argumenten überzeugen, aber außer dem „Es gibt auch böse Blogger“ Argument habe ich noch nichts Sinnvolles gelesen. Wahrscheinlich sind die bestehenden Wikipedia Regeln sogar ok, aber wenn deine eigene Stimme gegenüber einer Adminstimme nichts zählt und du keine Zeit hast jeden Tag zu editieren, dann hast du in dem System verloren. Wer hat denn dann noch Lust spontan zur Wikipedia beizutragen. Links sind doch nur ein Problem. Textstellen werden genauso verbissen administriert. Das ist doch albern!

  9. Gibt es Link-Spam-Versuche? Absolut.
    Gibt es valide Quellen die als must haves eingehen müßten? Ebenso.

    Ich glaube das viele von uns aus genau dem Grund Wikipedia ignorieren – weil eben die relevanten Quellen ähnlich behandelt werden wie Linkspam. Ein vernünftiger Editor sollte in der Lage sein, andere Quellen und Verweise zu checken und dann am Beispiel von Jochen Blogs merken, daß hier eine andere Situation als Linkspam vorliegt. Oder, was sinnvoller ist, sich ein Netzwerk von Beziehungen außerhalb aufbauen um andere Menschen fragen zu können.

    Aber zum Glück gibt es ja Alternativen, dafür hat man u.a. ein eigenes Blog damit man seine Meinung loswerden kann. Wie Du schon so schön sagtest – fast alles wird so verbissen „administriert“. Na, dann gehen wir eben woanders hin.

  10. Eine Umfrage auf einem Blog über einem Blog?
    Das sehe ich etwas kritisch, zumal man sich die Frage stellen muss: wer liest Blogs? Da es meist selbst Blogger sind ist es naheliegend, dass eine Umfrage pro Blogs ausfallen wird.

  11. Pingback: mein-parteibuch.com » Wikipedia macht bei der Quellenauswahl einen dicken Fehler

  12. @Martin: Bis vor wenigen Tagen hätte ich gedacht so ein Projekt wie mundipedia kann niemals funktionieren, aber mittlerweile kann ich es mir fast vorstellen.

  13. ich nochmal…ist irgendwie biedemannesk – ich finde „guido“ und „frank“ haben eigentlich schon alles gesagt.

    gib einem menschen irgendwo ein bischen macht und kontrolliere diese nicht mehr – dann kommt sowas dabei heraus – und mundipedia (kommt das von „mündiger bürger jenseits von wikipedia“?) könnte in der tat eine alternative sein, die ich in jedem fall ab sofort lieber nutzen werde als klugscheißerpedia.

    schönen abend noch

  14. hi dreckschleuder (das klingt irgendwie beleidigend), ich gebe dir Recht – der Status Quo ist sehr unbefriedigend. Ich würde es aber gerne ändern und nicht nur darüber klagen. Ich weiß nur nicht wie…

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