Beiträge vom September, 2008

Read me – Auf der Suche nach Gastautoren…

Sonntag, 14. September 2008 18:16

Wir schreiben diesen Blog vor Allem, weil wir hoffen damit interessante Diskussionen zu den Themen Commerce, Mobile und Technologie anzustoßen und interessante Leute in diesen Nischen kennenzulernen. Natürlich ist die Meinungsbildung subjektiv – sonst würde ein Blog wohl nicht funktionieren – aber im Kern geht es doch um die Themen und Ideen selbst im Sinne eines Open Innovation Ansatzes. Es haben Alle etwas davon.

Dieser Austausch ist nicht zwingend davon abhängig, dass Florian und ich die Themen innitieren. Es geht nur darum die richtigen Leute zur Diskussion zu bewegen. Der Anstoß kann also auch durch eine/n Andere/n kommen. Wir haben hier in den ersten Monaten als Blogger gelernt, dass man schon ein paar Stunden für einen guten (=weiterführenden) Artikel braucht und den ggf. auch mal ein paar Tage liegen lassen muss zum Reifen. Viel mehr als ein Beitrag pro Woche pro Person ist auf diesem Niveau kaum zu schaffen. Trotzdem würden wir gerne mehr veröffentlichen und vor allem mehr diskutieren. Deshalb starten wir hiermit unser Gastautorenprojekt.

Der letzte Beitrag über Corporate Twitter ist bereits ein Gastbeitrag von Dennis der sehr gut in so ein System/Projekt passt. Die Qualität stimmt, der Beitrag bringt neue Infos, regt zur Diskussion an und passt in unsere Nischen. Das Blog gewinnt an Content und Dennis kommt ggf. an ein paar gute Infos/Ideen durch die Diskussionen. In Zukunft möchten wir unseren Blog für alle Autoren öffnen, die an einem solchen Austausch Interesse haben. Auf anderen Blogs scheint das auch zu funktionieren – wenn auch nicht mit dem gleichen Ansatz.

Wie funktioniert das?

Einfach bei uns melden und ggf. den Artikel gleich mitsenden. Oder erstmal fragen ob wir etwas zu dem Thema xyz veröffentlichen würden. Ob wir einen extra Autoren-Zugang zu diesem Blog anlegen oder nicht, schauen wir dann.

[Dieser Teil wird bei entsprechender Entwicklung aktualisiert]

Was kann man dabei verdienen?

Bisher nix – Die Kassenzone ist frei von Bannerwerbung und wir verdienen auch nichts dran. Es geht um Open Innovation. Wer daran Interesse hat, der ist hier richtig.

[Dieser Teil wird bei entsprechender Entwicklung aktualisiert]

Wen erreicht man eigentlich?

Zu diesem Thema habe ich mir hier schon einmal ausführlich Gedanken gemacht.

Also, falls ihr Interesse habt, schreibt uns. Wir freuen uns über eure Anfragen.

Technisches:

Um diesen Artikel dauerhaft zu verlinken, richten wir in der Sidebar ein neues Widget ein, das auf permanente oder längerfristige Aktionen oder Inhalte auf Kassenzone verweist. Dafür muss aus Gründen der Übersicht der Robert-Basic-Danke-Altar weichen.

Thema: Allgemein | Kommentare deaktiviert | Autor: Alexander Graf

Lesenswert – Szenen einer Ehe

Sonntag, 14. September 2008 13:32

Ich habe die Zeitschrift brand eins nun schon seit vielen Jahren im Abo und sie ist immer noch meine absolute Lieblingszeitschrift. Auf mich wirken viele Artikel (eigentlich sind es Geschichten) inspirierend und anstatt alte chinesische Sprichwörter zu bemühen, wenn man etwas Komplexes erklären möchte, kann ich mich oft auf die Inhalte von brand eins beziehen. Ich habe schon oft versucht die Zeitschrift zu beschreiben, aber das ist mir genauso oft misslungen. Also versuche ich es gar nicht.

Weil das Archiv der Zeitschrift wieder frei verfügbar im Internet zugänglich ist (außer die jeweils aktuelleste Ausgabe) möchte ich hier die aus meiner (Kassenzonen-) Sicht interessantesten Beiträge verlinken.

Heute aus der Ausgabe 08/2008: Szene eine Ehe – eine Geschichte über Microsoft.

Zitat: …Microsoft ist so gesehen maximal normal, massenkompatibel eben. Microsoft ist Durchschnitt, das ist nicht super, aber das sind viele langjährige Ehen auch nicht. Aber wer will schon was anderes als kaufen, meckern – und dann wieder alles von vorn! ? Seit Mitte der achtziger Jahre gibt es Windows. Viel gescholten. Oft gekauft. Oder MS Office. Nie perfekt. Immer war was auszusetzen. Marktführer, einsam sogar. Da kotzen sich Unzählige über vermeintliche Monopole von Microsoft aus, um gleich danach zu checken, ob die neuesten Gadgets, die sie gekauft haben, Windows-kompatibel sind….

Thema: Strategie | Kommentare deaktiviert | Autor: Alexander Graf

Corporate Twitter in Deutschland

Freitag, 12. September 2008 21:22

Ist Twitter ein relevantes Tool zur Unternehmenskommunikation in Deutschland? Nein, ist es (noch) nicht! Dafür ist hier die Masse der Twitter-Nutzer zu klein. Ein Blick über den großen Teich zeigt aber, dass die Plattform für Unternehmen durchaus interessant sein kann. Was können deutsche Unternehmen von Zappos, Jetblue & Co. lernen?

In Twitter schreiben Nutzer in Kurznachrichten (Tweets), was sie gerade tun, und lesen dort, was andere gerade tun. Nachrichten sind auf 140 Zeichen beschränkt. Anders als bei der SMS (one-to-one), erlaubt es Twitter gleichzeitig mit dem gesamten virtuellen Freundeskreis zu kommunizieren (one-to-many). Der Dienst ist eine Mischung aus Microblog-Plattform, sozialem Netzwerk, Chatraum und Informationszentrale im Web 2.0. Twitter ist kurz, schnell, einfach und mobil nutzbar. Nutzer können ihre Botschaften im SMS-Format direkt über die Website twitter.com, über Clients für alle gängigen Betriebssysteme, per SMS oder Instant Mesaging versenden und empfangen.

Im März 2006 wurde der Dienst der Öffentlichkeit vorgestellt und wird seitdem in der Blogosphere kontrovers diskutiert. Die Meinungen gehen von “Größter Blödsinn aller Zeiten!“, über “Ganz nettes Tool für die Online-Kommunikation” bis hin zu “Revolution für die Online-Kommunikation”.

Tony Hsieh, CEO von Zappos, hat sich (wahrscheinlich) der Meinung “Ganz nettes Tool zur Online-Kommunikation” angeschlossen. In seinen Tweets schreibt der Chef über inkompetente Behörden, über sein Treffen mit Bill Gates, über die kleinen Probleme des Alltags … und über Zappos und seine Produkte. 10.850 Follower lesen freudig mit. Er geht noch weiter und animiert seine Mitarbeiter selber zu twittern. Unter twitter.zappos.com kann jeder Kunde die gesammelten Tweets der Belegschaft lesen.

Die hohe Zahl an Followern zeigt, dass sich die Twitter-Community durchaus für Unternehmensinformationen interessiert – wenn sie denn interessant sind oder/und einen Mehrwert bieten. Neben Zappos gibt es noch weitere US-Unternehmen, die Twitter sinnvoll nutzen und damit fast durchweg positives Feedback aus Presse und Blogosphere erhalten, z.B. Comcast, Jetblue, Southwest Airlines und Dell.

Das amerikanische Telekommunikations-Unternehmen Comcast (3182 Follower) hat für seine Twitter-Aktivitäten in der amerikanischen Blogosphere viel Lob erhalten. Mitarbeiter Frank Eliasen beantwortet in inzwischen mehr als 10.000 Updates sämtliche Fragen rund um Comcast: von Kunden, von Interessenten und von jedem der in seinem Tweet das Wort “Comcast” verwendet. Besonders gut gefällt mir die Interaktivität. Frank geht auf die Fragen und Bedürfnisse jedes einzelnen ein und adressiert die Antwort direkt an den Fragenden. Franks Feed hat sich bei Twitter-Nutzern inzwischen als Alternative zur Comcast-Hotline etabliert.

Die amerikanische Fluggesellschaft JetBlue informiert ihre Follower per Twitter über Verspätungen, Wetternachrichten und geht individuell auf Fragen rund um Gepäck, Check-In etc. ein. 3630 Twitterer lesen mit …

Was haben diese erfolgreichen Tweets gemeinsam? Alle drei Unternehmen haben Twitter als interaktives Medium verstanden und nutzen Twitter für Dialoge mit den Followern/Kunden. Alle drei Unternehmen schreiben authentisch. Tony Hsieh schreibt über Gott und die Welt. Aber seine Nachrichten sind bestimmt nicht durch die PR-Abteilung von Zappos gegangen. Alle Unternehmen schreiben regelmäßig. Niemand interessiert sich für Tweets, die das letzte mal vor 5 Monaten aktualisiert wurden. Twitter ist ein schnelles Medium vergleichbar mit Email oder Instant Messaging.

Nutzerzahlen wie Zappos&Co. werden deutsche Unternehmen in absehbarer Zeit niemals erreichen. Der deutsche Twittermarkt ist winzig verglichen mit den USA. Laut Google Trends liegt Deutschland mit täglich 6.000 Zugriffen weltweit nur auf dem achten Rang bzgl. Traffic. Auch wenn diese Zahlen mit Vorsicht zu genießen sind, da sie Traffic über die API nicht berücksichtigen, geben sie doch Aufschluß darauf, welche Bedeutung Twitter in Deutschland hat. Nämlich kaum eine! So ist Sascha Lobo ”schon” mit 2.583 Followern die deutsche Twitter-King.

Dementsprechend schwer haben es deutsche Unternehmen über Twitter relevante Reichweiten zu generieren. Die Bahn bietet einen Feed vergleichbar Jetblue an und informiert über Verspätungen. Nur 165 Leute lesen mit. Fazit: anderes als in den USA kann in Deutschland keine breite Masse angesprochen werden. Dementsprechend sind deutsche Großunternehmen bei der Nutzung von Twitter sehr zurückhaltend. Von den 30 DAX Unternehmen hat sich lediglich Daimler seinen Account gesichert, nutzt diesen aber nicht. (vgl. adplace.com)

Aber … wenn Reichweite gar nicht im Vordergrund steht und sich ein Startup gerne mit seiner kleinen, aber feinen internet-affinen Zielgruppe austauschen möchte, dann kann Twitter durchaus ein Mittel der Wahl sein. Beispiele sind die Feeds MyMüsli und Sonntagmorgen. Beide tauschen sich recht aktiv mit ihren Followern aus und gehen direkt auf Fragen und Anmerkungen der Leser ein. Es wird regelmäßig, authentisch und im Dialog geschrieben.

Zurück zur Anfangsfrage: Was können deutsche Unternehmen von Zappos, Jetblue & Co. lernen? Sie können lernen, dass Dialoge, Authenzität und Aktualiät wichtige Kriterien für den Erfolg eines Twitter-Feeds sind. Allerdings werden deutsche Unternehmen auch mit dem besten Twitter-Feed in naher Zukunft kein breites Publikum erreicht können. Wen das nicht stört und wer einen engen Draht zu seinen Kunden halten will, der kann sich Twitter durchaus einmal anschauen.

We proudly present our first “Gastautor”:
Dieser Beitrag wurde geschrieben von Gastautor Dennis Kallerhoff (Xing)

Thema: Technologie | Kommentare deaktiviert | Autor: Dennis Kallerhoff

Joost's letzte Chance

Dienstag, 9. September 2008 1:40

Wie bereits von mehreren Blogs aufgedeckt berichtet wurde, wird Joost demnächst nicht mehr auf eine eigene Softwarelösung setzen, sondern Videos nur noch direkt über den Browser anbieten. So wie es zahlreiche Videoplattformen inklusive YouTube und Hulu bereits lange vormachen. Neben der Ankündigung sich auf den US-Markt zu fokussieren ist dies die zweite überraschende Ankündigung von Joost dieses Jahr.

Gegenüber seinen Konkurrenten verabschiedet sich Joost jedoch nicht von seinem P2P-Prinzip und nutzt so auch Browsernutzer weiterhin zur Distribution der Videos. Dieser Ansatz hört sich im Gegensatz zur Ankündigung einer Browserversion zunächst recht innovativ an.

Heute hatte ich die Möglichkeit, einen ersten Blick auf die die neue (noch Passwort-geschützte) Seite zu werfen und diese so einem ersten Test zu unterziehen.

Um Videos abspielen zu können ist zunächst die Installation eines Plugins notwendig, welches ähnlich wie die bisherige Joost-Software, automatisch in der Taskleiste landet und fortan im Hintergrund läuft. Via Browser kann nun das Videosortiment ähnlich anderer bekannter Seiten durchstöbert werden. Die Kategorien und der Umfang der verfügbaren Videos scheinen im Vergleich zur Softwarelösung gleich geblieben zu sein.

Auf der Funktionsseite gibt es ebenso kaum revolutionäres zu entdecken: Weiterempfehlung per E-Mail, Favoritenliste, Tagging, Kommentare. Die „Shout“-Funktion sieht nach einer netten Idee aus: beim Videoschauen können Spontankommentare inklusive akustischem Signal vergeben werden. Das Shouten macht jedoch nur halb soviel Spaß, da anscheinend (noch?) keine anderen Nutzer diese Kommentare sehen/ hören können.

Das zunächst interessante Verfahren des P2P-Browsersharings scheint bei näherer Betrachtung nicht mehr sonderlich innovativ. Die Software läuft im Dauerbetrieb brav im Hintergrund und wird vermutlich die gestreamten und zwischengespeicherten Videos wieder sharen. Leider erzeugt sie auch ein leicht ungutes Gefühl, da nicht ersichtlich ist, was genau sie gerade macht. Dies war aber, zugegebener Weise, auch bei der alten Joost-Software der Fall. Während meines Tests ist es nicht möglich gewesen ein Video ohne regelmäßige Hänger (alle 15 Sekunden) abzuspielen. Bleibt zu hoffen, dass dies zum offiziellen Launch noch behoben wird.


Neben den technischen Neuerungen ist der Schritt von Joost weg von der Softwarelösung aus strategischer Sicht ziemlich interessant. Zunächst zeigt dies erneut die extreme Hürde in der Distribution von Software, wenn ähnliche Angebote direkt über Browser zugreifbar sind. Zum anderen gibt Joost eine interessante Positionierung im Bereich der Media Center-Umgebungen (Multimediainhalte über den Fernseher) auf und tritt stärker in direkten Wettbewerb zu anderen Videoplattformen.

Meine Vermutung weshalb Joost ursprünglich auf eine eigene Software gesetzt hat war die Entwicklung zu einer Art Media Center Plattform. Die Integration der Software in entsprechende Media Center-Umgebungen war übrigens auch eine der meistgewünschten Anpassungen der Joost-Community.

Joost wird aus technischer Sicht insbesondere in der Verwendung der P2P-Funktionen weiterhin Maßstäbe setzen. Mit dem Schritt in die Browserwelt muss sich Joost allerdings umso mehr Vergleiche mit Konkurrenzplattformen gefallen lassen. Getreu dem Motto „content is king“ wirft Hulu einen großen Schatten auf den Start den neuen Joost Plattform. Somit wird spannend zu sehen, ob Joost nicht zu spät reagiert hat.

Thema: Strategie, Technologie | Kommentare (2) | Autor: Florian Hermsdorf