Beiträge vom September, 2008

Blogsuchmaschine Nr. 08/15 (Update)

Sonntag, 28. September 2008 12:08

Wenn ich einen Artikel über Thema xy schreibe, dann versuche ich darin möglichst auch andere Blogs zu verlinken, um die Diskussion auf und zwischen Blogs zu befördern. Hin und wieder gibt es dann auch mal einen Trackback zurück. Das ist allerdings nicht so einfach wie Robert in diversen Beiträgen bereits erörtert hat. Der Verlinkungsgrad innerhalb der Blogosphäre nimmt ab wie man es auch Deutsche Blogcharts beobachten kann, und durch ein weitgehend homogenes Leseverhalten im Tech- und Start Up- bereich werden Techcrunch, Mashable und andere der Top 100 Blogs weltweit immer mehr zu Meinungsführern. Das ist insofern schade, weil auch bei uns eine Menge kluger Köpfe gute Beiträge schreiben, die oft durchdachter und besser! sind als auf den “gefühlten” Meinungsführungsblogs.

Bisher nutze ich entweder Technorati oder die Google Blogsearch, um Blogs zum jeweiligen Beitrag zu finden. Die Ergebnisqualität dieser Suchen nimmt leider ab. Das liegt an der Menge der indizierten Blogs und an fehlenden Filtermechanismen. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass die Newsseite von Google und die Google Blogsearch einen sehr ähnlichen Index verwenden. Bei den Filtermechanismen geht es einfach nicht weit genug – Regionalität, Themenschwerpunkt, Popularität…. fehlt alles! Blogato liefert auch keine brauchbareren Ergebnisse. Vielleicht kommt das noch.

Technorati Advanced Filter

Technorati Advanced Filter

Google Advanced Filter

Google Blogsearch Advanced Filter

Aufgrund dieses Mißstandes möchte ich das Internet noch voller machen und habe eine Blogsuchmaschine mit Hilfe von Google Customized Search gebastelt. So etwas hatte ich bei Thorsten Boersma gesehen, der damit eine Suche über die wichtigsten Deutsche E-Commerce Blogs gebastelt hat.

Blogsuche á la Kassenzone

Blogsuche á la Kassenzone

Als Index habe ich vorerst die Blogs aus Deutsche-Blogcharts.de (+kassenzone.de) genommen, die wir demnächst mit unseren eigenen Favoriten ergänzen bzw. bereinigen werden. Leider lässt sich die Suche nicht bei Wordpress.com einbinden, aber eine eigene Subdomain werden wir der Suche noch spendieren. Bis dahin muss der kryptische Originallink reichen. Mal schauen, ob die Suche Mehrwert stiftet. Bisher ist die Suche noch ohne besondere Funktionen (z.B. Label) und wer gerne mit am Index basteln möchte kann sich gerne bei mir melden.

Oh – Wie ich gerade sehe hat Thorsten vor einem Jahr so etwas schon selber gebaut. Wahrscheinlich gibt es sogar noch diverse weitere Ansätze. Sch.. Google – warum findet man das denn nicht, wenn man nach “Blogsuche” sucht????????

Ich grübele noch wie man die Suche noch besser machen könnte. Wenn man sehr viele Leute beteiligt, dann wird der Index zu groß = gleiche Probleme wie oben. Wenn man niemanden beteiligt, dann sinkt die Relevanz der Ergebnisse ebenfalls, weil der Index aus eigener Faulheit altert. Wenn sich Blogger mit ähnlichen Interessen beteiligen, könnte das helfen gute Fachblogs zu finden und führt ggf. zu mehr Zentralisierung = auch nicht gut. Wahrscheinlich benötigt man zwei bis fünf Mitstreiter aus verschiedenen “Fachrichtungen” die ihre qualitativ hochwertigen Favoriten einbringen. Dann steigt der Mehrwert. Wer mit am Index basteln möchte soll sich gerne melden bzw. seine Vorschläge einfach zusenden.

Update – 08. Oktober 2008

Für die Blogsuche ist nun auch eine Subdomain eingerichtet: http://blogsuche.kassenzone.de

Thema: Allgemein, Technologie | Kommentare deaktiviert | Autor: Alexander Graf

Lesenswert – Das Lohn-Dilemma (im E-Commerce)

Sonntag, 28. September 2008 9:59

Die zweite Leseempfehlung aus der aktuellen brandeins-Ausgabe handelt vom Lohn-Dilemma. Den kompletten Artikel gibt es hier.

Je mehr Münzen man oben hineinsteckt, desto mehr Kaugummis kommen unten heraus. Automaten funktionieren so, Menschen nicht. Deshalb führt mehr Geld auch nicht automatisch zu mehr Leistung.

Vor dem Hintergrund der Bankenkrise ein durchaus lesenswerter Beitrag. Tenor: Geld ist nicht Alles – viel wichtiger ist positives Feedback, Leistungsorientierung und vor Allem: Fairness. Fängt man einmal mit der Lohnspirale nach oben an, ist man darin gefangen und provoziert sogar weniger Leistung für mehr Geld.

Aus dem Artikel müsste man schließen, dass faire Bezahlung sehr wichtig ist. Da mache ich einen Haken dran. Die Frage ist aber, was man in einem Umfeld extremen Wettbewerbs macht. Diese Art von Wettbewerb ist gerade im E-Commerce zu beobachten. Im E-Commerce befindet man sich in einem krassen Arbeitnehmermarkt = die Nachfrage nach Arbeitnehmern ist deutlich größer als das Angebot. Dieses Ungleichgewicht besteht aus mehreren Gründen und wird sich in den nächsten Jahren noch verschärfen.

    • E-Commerce ist eine Spezialdisziplin die über Websites basteln hinaus geht und deshalb Spezialisten benötigt.
    • Die Anzahl verfügbarer Spezialisten wächst stark unterproportional im Vergleich zum Wachstum des E-Commerce.
    • E-Commerce konkurriert in einigen Disziplinen bereits mit der IT-Branche um Personal.
    • Von Hochschulen und Universitäten kommen keine “fertig” ausgebildeten Absolventen für den Bereich, abgesehen von einigen Ausnahmen. Die Leute werden also direkt im Markt ausgebildet. Das dauert aber je nach Aufgabe 1-3 Jahre.
    • Erst jetzt entdecken viele Händler den E-Commerce für sich und rekrutieren massiv Personal vom Wettbewerb, weil es Markt kaum Leute gibt. Mit Agenturen lassen sich zwar Online-Shops aufbauen, aber kaum professionalisieren. Man benötigt also ein eigenes Team. Je nach Umsatzgröße wächst das schnell in den zwei- bis dreistelligen Bereich an.
    • E-Commerce ist durch die steigende IT-Lastigkeit (Steuerung, Planung…) wenig attraktiv für die typischen BWL-StudentenInnen. In diesem Bereich wird aber im Wesentlichen rekrutiert.
    • Mehr Personen bieten ihre Leistung als Selbständige an und arbeiten “quasi” fest. Das ist bei einem solchen Arbeitnehmermarkt fast ohne Risiko möglich und treibt die Lohnspirale noch mal an.
    • ….. upcoming

      Wie geht man also mit so einer Situation um? Gibt es dazu bereits Parallelen aus anderen Branchen – ggf. der IT Branche. Ich bin für Tipps dankbar. Man braucht das Personal um wertvollen (zukünftigen) Umsatz zu machen, muss diesen Personen aber mehr bezahlen als Angestellten in “klassischen” Abteilungen und führt so ein System der gefühlten “Unfairness” herbei. Ich kann momentan keine Hinweise darauf erkennen, dass die Lohnspirale anhält. Gut für die Arbeitnehmer – leider nur mittelfristig.

      Zu diesem Problem liefert der Artikel leider keine Lösung. Auch der Markt begrenzt das Gehalt nur bedingt. Man könnte die Zahlungsbereitschaft für einen Newsletterprofi aus dem zu erwartenden Mehrumsatz herleiten – in einem expansiven Markt wird dieser Ansatz aber durch gezieltes Wachstum zur Erlangung von Marktanteilen verhindert.

      Man wird im E-Commerce sicher auch zukünftig keine Investmentbanker-Gehälter beobachten. Aber es ist kein Geheimnis, dass in der Szene für einige Spezialisten-Jobs (auch in Agenturen) bereits Gehälter im Euro Bereich luxuriöser Mercedes Modelle gehandelt werden – und das bei 3-4 Jahren Berufserfahrung ohne Studium. Ob das langfristig so gesund ist….?

      Wer Hinweise auf Parallelitäten hat – IT Branche? – bitte in die Kommentare damit!

      Thema: Allgemein, Commerce | Kommentare deaktiviert | Autor: Alexander Graf

      Tackling "bill shocks" – Datenroaming-Preise im Visier

      Mittwoch, 24. September 2008 22:47

      Die rege Diskussion (und hier) zum Artikel Premium Datentarif – 10 Euro pro MB lässt erahnen, wie viele Nutzer bereits ähnlich schlechte Erfahrungen dabei gemacht haben im Ausland über ihr Handy Datendienste zu nutzen. Gestern tagte die EU-Kommission um sich erneut dem Thema Roamingkosten zu widmen und das erste Mal Preisobergrenzen für die Datennutzung festzulegen.

      Als Preislimit für Datenroaming steht derzeit ein Euro pro MB im Raum. Im Gegensatz zu meiner Erfahrung während des letzten Auslandaufenthalts, bei dem die Datenkosten über 11 Euro pro Megabyte lagen, scheint dieser Preis wesentlich vertretbarer zu sein. Ob der Preis von einem Euro jedoch beim Nutzer so ankommen wird darf bezweifelt werden, da es sich hierbei um ein Limit für die sogenannten Vorleistungsentgelte handelt. Vorleistungsentgelte legen fest wie hoch die Einkaufspreise der Netzbetreiber maximal sein dürfen.

      Somit wird es voraussichtlich weiterhin den Netzbetreibern überlassen bleiben wie hoch die Datenroaming-Kosten am Ende ausfallen. Bleibt also zu hoffen, dass die Regulierung der Vorleistungsentgelte für genügend Bewegung im Markt sorgt.

      Was darüber hinaus wahrscheinlich für die Netzbetreiber verpflichtend sein wird, ist per SMS über die genauen Datenkosten zu informieren und die Möglichkeit der Festlegung eines Rechnungslimits (leider erst ab 2010). Beide Maßnahmen sind längst überfällig.

      Thema: Mobile | Kommentare deaktiviert | Autor: Florian Hermsdorf

      Kluge Kunst von Microsoft

      Samstag, 20. September 2008 23:46

      Seit Januar 2007 ist MS Office 2007 bereits auf dem Markt. Das steht zumindest so im entsprechenden Wikipedia-Artikel. Die Upgrades von den bisherigen Versionen waren immer sehr langweilig. Seit Office 97 hatte sich für den Normal- und Business Anwender nicht so viel getan. Abgesehen von ein paar Serienbrieffunktionen und besserer Datenintegration. Aber hey – wen interessiert das?

      In Office 2007 ist vieles anders – für das normale Bürogewohnheitstier damit erstmal schlechter. Übersichtlicher soll alles sein. Naja – ich finde das neue Menü in Ordnung, aber beim Versuch die Fußzeile der Folienvorlage in einer Präsentation zu ändern bin ich fast verrückt geworden. Ich glaube bei gefühlt einer Million verschiedenen Funktionen einer Software kann sie gar nicht mehr übersichtlich sein. Liebe Apple-Freude – da gibt es nichts zu diskutieren!

      Egal – ich hatte eigentlich nicht das Gefühl auf Office 2007 angewiesen zu sein. Die Reviews in der Presse waren mau, die Amazon Reviews sehr geteilt und Blogger schreiben sowieso nur über Apple Produkte. Da war also keine Hilfe zu erwarten. Irgendwann im letzten Jahr habe ich eines der Werbe-Videos von MS gesehen und bin auf die Kluge Kunst SmartArt Funktion von Powerpoint gestoßen. Für mich eine Killerfunktion. Ich kann gar nicht mehr ohne. Mit zwei Mausklick verwandeln sich langweilige Listen in bunte Diagramme. Das habe ich in diesem Blog schon mehrfach angewendet. Weil es so schön ist und sonst alle immer nur über das tolle iPhone bloggen, möchte ich kurz zeigen wie es geht.

      So einfach geht es:

      Man startet mit einer normalen Liste: (Ein Witz ist mir für diesen Beitrag nicht eingefallen.)

      Dann mit einem Klick auf die rechte Maustaste, Kontextmenü “In SmartArt konvertieren”:

      In SmartArt konvertieren

      In SmartArt konvertieren

      Schon hat man eine schicke Grafik:

      So sieht ein SmartArt aus

      So sieht ein SmartArt aus

      Zwei weitere Klicks und die Grafik sieht ganz anders aus:

      SmartArt in 2 Sekunden geändert

      SmartArt in 2 Sekunden geändert

      Das ist Kunst. Ein paar Features fehlen mir noch. Ich würde gerne eigene SmartArts erstellen und SmartArts von MS-Online nachladen. Mal schauen was das nächste Office so bringt.

      Gibt es hier noch Leser ohne Office 2007 ? Wenn das so ist, dann rufe ich hier zu der folgenden Aktion auf: Wenn mehr als 10 Leser in den Kommentaren ihr Interesse an Office 2007 bekunden, schicke ich diesen Artikellink zu Presse@Microsoft.de mit der Hoffnung auf Gratislizenzen die ich dann an die Kommentierenden verteilen kann. Zuviel versprechen wil ich nicht. Die Autoindustrie hat sich leider auch noch nicht gemeldet.

      So jetzt kann ich ja den “Bash das iPhone Artikel” schreiben, während Flo den “Bash das Alex Win Mobile HTC Handy Artikel” schreibt.

      Thema: Technologie | Kommentare deaktiviert | Autor: Alexander Graf

      Die Anderen

      Samstag, 20. September 2008 10:31

      Als ich vor ein paar Tagen den Artikel von Spiegel Online zu Entertainment-Shopping gelesen habe ist mir mal wieder bewusst geworden, dass “wir” uns in einer Nische bewegen. Den ganzen Tag denkt man über das Internet nach und stürzt sich auf jeden Hype in der Hoffnung, dass es ein Trend wird. Da ist es eigentlich egal ob man wie wir über Commerce, Technologie und Mobile grübelt, oder sich Gedanken zum Online-Recht bzw. zur Vermessung der Blawgosphäre macht. Und dann kommt ein Massenmedium und sagt zu unserem täglich Brot:

      …Doch mit diesen Ansätzen ist die Phantasie der Spaß-Shopping-Anbieter noch lange nicht erschöpft….

      Spaß-Shopping also – so wird das also von “Den Anderen” gesehen. Naja – warten wir mal bis die 1-Mrd.-Euro-Grenze in Deutschland von diesen Spaß-Shopping Dingern geknackt wird. Dann gibt es myliveshopping.de als Abdruck auch täglich in der Bild-Zeitung. Natürlich wird auch noch von weiteren Medien darüber (weniger flappsig spaßig) berichtet. Eine kurze Auflistung der entsprechenden Medien gibt es bei Jochen.

      Mich hat diese Spiegel Geschichte zu den folgenden beiden Abbildungen inspiriert. Auf Abbildung 1 sind ganz klar “wir” zu erkennen. Erkennt sich hier jemand wieder? Laut dem hackerboard würde ich das mal in die Kategorie Freaks einordnen. Damit kann ich mit abfinden. Freaks sind gut!

      Abbildung 2 zeigt “die Anderen”. Eltern, Freunde, Kollegen aus den “Offline”-Abteilungen. So ca. 95% aller Personen um DICH herum. Das muss man sich bei Gelegenheit mal wieder bewusst machen. Sonst wird man aus Sicht “der Anderen” schnell zum Nerd.

      Nicht nur Freaks sind gut – auch ClipArts.

      Thema: Allgemein, Commerce | Kommentare deaktiviert | Autor: Alexander Graf