Beiträge vom August, 2008

Machen Shopverkäufe Sinn?

Donnerstag, 14. August 2008 21:46

Um es vorweg zu nehmen. Der Markt regelt wie immer Angebot und Nachfrage und über persönliche Präferenzen kann ich hier auch nicht urteilen. Ich habe mich bloss gefragt was man eigentlich kauft, wenn man bei eBay so etwas wie mycornflakes oder yiehaa ersteigert. Es geht bei solchen Verkäufen meistens um immaterielle Gegenstände und nicht um materielle Güter. Mir fällt es spontan schwer diese Angebote zu beurteilen und irgendwie habe ich den Eindruck, dass es bei den beiden genannten Beispielen nur um PR geht.

Wirklich viel Geld verdienen lässt sich mit dem Verkauf solcher Shops scheinbar nicht, wenn man der Zusammenstellung auf Deutsche-Startups.de glauben kann. (Vorsicht: Nicht alles sind Shops!) Wie sollte man nun aber den Wert von zum Beispiel mycornflakes.com ermitteln? Zu kaufen gibt es ja genug. Ich versuche mal die wichtigsten Faktoren zu sammeln und am Ende am Beispiel von yiehaa anzuwenden.

Traffic: (Gewichtung 1,0)
Wieviel Traffic bekommt die Seite lässt sich relativ einfach ermitteln. Wichtig dabei ist zu beurteilen woher der Traffic kommt. Direktaufrufe = sehr gut. Goggle-Traffic = sehr schlecht. Traffic aus Facebook = naja. Google Traffic ist in keinster Weise nachhaltig und muss perspektivisch teuer erkauft werden -> Preiswettbewerb. Wenn ein Shop aber für ganz bestimmte Produkte steht (z.B. mymuesli), dann wird der Traffic generisch erzeugt. Das ist wertsteigernd.

Geschäftskonzept: (Gewichtung 4,0)
Geht es bei dem Shop um eine reine Mittlertätigkeit, oder ist das Geschäftskonzept mit vielen Wertschöpfungsstufen ausgestattet? Eine Shop auf XT-Commerce Basis der billige Digicams verkauft hat als einzige Wertschöpfungsstufe den Einkauf der Kameras. Ein Shop bzw. ein Shopsystem bei dem der User noch Spuren hinterlässt generiert sicherlich mehr Wert. Es reicht schon, wenn es Anreize sind die den User zur Wiederkehr verleiten. Ein Newsletter mit 50.000 Abonnenten wäre da schon was.

PR-Faktor: (Gewichtung 0,5)
Der PR-Faktor beim Shopauf wirkt sehr kurzfristig und kann mE nicht wesentlich den Traffic beeinflussen. Man könnte durch den Kauf eines Shops schon eher sein eigenens (ggf. dubioses) Geschäft bewerben. Die Methode mit dem Pabst-Golf finde ich gar nicht so schlecht. Auf jeden Fall könnte ein billig erworbener Shop bei eBay (z.B. <5.000 Euro) zu mehr Pressefeedback führen als eine Agenturmeldung. Ich bin mir nicht sicher wie stark die Blog-Resonanz wirkt. Auf den Endkunden wirkt das wohl nur minimal.

Umsätze/Ergebnis: (Gewichtung 0,0/3,0)
Umsätze werden meines Erachtens vollkommen überschätzt. Das lässt sich dieser Tage sehr schön an den Ergebnissen von Arcandor sehen. Viel Umsatz, aber Verluste. So wird es wohl auch vielen Online-Shops gehen die sich im Preiswettbewerb befinden. Siehe die eBay Powerseller Insolvenzen. Viel wichtiger ist das Ergebnis bzw. die EBITDA Marge. Liegt die über 5% und ist das Geschäftskonzept gut, dann steigt die Bewertung deutlich.

USP: (Gewichtung: 2,0)
Nicht zu verwechseln mit dem Geschäftskonzept. Das könnte ja auch kopiert werden. Der USP eines Shops könnte sich aus besonders schöner Präsentation von Produkten (z.B. asos) oder einer tollen Sortimentierung zusammensetzen. Wenn es einen USP gibt, dann muss auch darauf geachtet werden, ob dieser skalierbar ist. USPs könnten zum Beispiel zeitlich oder räumlich beschränkt sein. Man denke an eine Flashfunktion die alle Olympia 2008 Teilnehmer aus Hamburg zeigt mit den aktuellen Ergebnissen. Ok – hat nichts mit einem Shop zu tun, aber der Punkt wird hoffentlich klarer.

Nachhaltigkeit:
…lässt sich ableiten aus Geschäftskonzept und USP.

Sonstiges: (Gewichtung 2,0)
Es gibt natürlich noch weitere Sachen wie Shopsysteme, ERP-Systeme, usw., aber das sind eher fixe Bestandteile die eine Bewertung bei einem ausgereiften Shop wohl nicht so sehr beeinflussen. Das muss ohnehin alle 2 Jahre neu gemacht werden, um dem Marktstandard zu folgen.

Bundling: (Gewichtung: Bonuspunkt 1,0)
Mein Lieblingswort im Distanzhandel. Einfach irgendwelche mysteriösen Produkte zusammen verkaufen, um damit das Preisgefühl des Käufers zu vernebeln. Früher hatte noch das Handyfeuerzeug (geiler Song übrigens :-) ) ausgereicht. Mittlerweile muss da mehr kommen. Bei getmobile wird das zur Perfektion getrieben. Kein schlechter Deal wenn man gerade einen Plasma und eine Playstation haben möchte. Ein Shop der seine Produkte bundeln kann ist im Vorteil.

Strategie:
Das muss jeder Käufer individuell bewerten. Einkaufseffekte, Synergiepotentiale…

Wahrscheinlich habe ich noch ein paar Faktoren vergessen, aber darauf könnt ihr mich in den Kommentaren hinweisen. Schaun wir mal wie sich dieses Bewertungsmodell bei Yiehaa so anfühlt. Bei eBay hat die Social Winning Plattform ganze 24.550 Euro eingebracht. Auf ExctingCommerce wurde der Preis in den Kommentaren als viel zu niedrig angesehen. Die Betreiber selber fanden es wohl ganz ok. Der E-Commerce-Blogger hält es sogar für Wahnsinn, (Update: dass eBay als Exit Kanal genutzt wird) :-) . Ich finde 25.000 Euro für 6 Monate Arbeit von mehreren Personen einfach nur verdammt wenig Geld.

Yieeha.de

Yieeha.de

Aus dem Angebot bei eBay:

Fakten zu Yieeha:
Über 13.000 registrierte Community-Mitglieder
Über 11.500 Produktwünsche
Über 7.500 ausgespielte Gewinnspiele
Über 100 Partnershops

Zum Traffic (Analyse durch Google-Analytics):

ca. 60.000 Visits pro Monat
ca. 290.000 PageImpressions pro Monat

Lets rank:(1=schlecht, 5=gut)

Traffic: Es wird nicht ganz klar woher der Traffic kommt. Ggf. über Google Keywords, ggf. über Forenwerbung bzw. kostenlos.de und Co. Generischer Traffic wird es wohl nicht sein. Bewertung: 2 X Gewichtung: 1= 2. Der Name ist auf jeden Fall schlecht zu merken. Ich habe mich dauernd vertippt und yiehaa eingegeben.

Geschäftskonzept: Die Idee ist nachvollziebar und auch innovativ, aber alles was ich bzw. der normale User nicht nach 5 Sekunden verstehe/t kauf ich nicht. In einer idealen (gebildeten) Online Welt mag das funktionieren, aber als Stand-Alone Modell eher nicht. Bewertung: 1 x 4 = 4

PR: Auch wenn im Blog angekündigt wird, dass mehrere Zeitungen darüber schreiben, habe ich nicht viel mitbekommen. Der Pressetext der Käufer klingt für mich etwas gekünstelt und findet auch nicht wirklich Widerhall in der Presse. Bewertung: 2 x 0,5 = 1 (Oder habe ich wesentliche Artikel übersehen?)

Ergebnis: Gibt es wohl bisher noch nicht. Wenn dann auch nur sehr niedrig. Bewertung: 1 x 3 = 3

USP: Vielleicht das Geschäftsmodell oder gute Partner. Ich denke die USP ist noch nicht vollständig aufgebaut. Könnte sich aber je nach Geschäftsmodellgestaltung noch entwickeln. Bewertung: 2 x 2 = 4

Sonstiges: Die Plattform sieht interessant aus, lässt sich aber sicher nicht weiterverwenden. Ansonsten sehe ich da nichts Besonderes. Bewertung: 2 x 2 = 4

Bundling: Intransparentes Modell = hohe Erlöspotenziale. Hier gibt es die volle Punktzahl von mir. Bewertung 5 x 1 = 5

Fazit: Maximal zu erreichen waren 67,5 Punkte. Minimal zu erreichen waren: 13,5 Punkte. Yiehaa bekommt von mir 23 Punkte und liegt damit in den schlechtesten 25%. Ein eher mageres Ergebnis also.

Nun kann man sich darüber streiten, ob 25.000 Euro für ein schlechtes Scoring nach diesem Modell viel oder wenig Geld ist. Ich halte es für reichlich viel Geld außer man treibt Schabernack mit den Kundendaten oder man kann die Plattform anderweitig verwenden.

Die Faktoren sollen auch nicht den Anspruch auf eine umfassende Bewertung haben, sondern nur ein erstes Bauchgefühl formalisieren. Ich habe mich aufgrund der vielen Verkäufe in den letzten Wochen nur gefragt wie man das sinnvoll bewerten könnte. Vielleicht habt ihr noch ein paar Tipps. Am Ende des Tages muss der Preis aber über das Ergebnis begründet werden.

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One2Mobile – Mobile Marketing als direkter Draht zum Kunden?

Montag, 4. August 2008 0:47

Seit Jahren bereits zählt das Handy aufgrund seiner persönlichen Bindung zu seinem Besitzer als ideales Device zur Kommunikation von Marketingbotschaften. Nicht umsonst ist es das persönlichste aller Medien und damit im Fokus von One2One-Marketing.

So rechnen Studien für 2011 mit weltweit über 14 Mrd. Dollar Umsatz bei mobiler Werbung. Ob dies zu optimistisch realistisch ist, wird sich bei einer genaueren Betrachtung des Marktes zeigen. Jeder fünfte Deutsche soll bereits über Mobile Marketing erreichbar sein.

Folgende unterschiedliche Gebiete des “Mobile Marketings” haben sich inzwischen herauskristallisiert:

  1. E-Mail-Mobile-Newsletter (SMS, MMS, Wap-Push)
  2. Mobilewerbung (Banner, Google Mobile)
  3. Off-/Online-Werkzeuge (QR-Codes, Objekterkennung, Bluetooth)

Alle Arten haben eins gemein: sie klingen vor dem Hintergrund der „normalen“ Onlinewelt nicht mehr besonders innovativ, da je vergleichbare Äquivalente im Onlineumfeld existieren. So gibt es E-Mail-Newsletter (=SMS-Newsletter), Banner (=Mobile Banner) und Gutscheine (= QR-Codes) schon seit Ewigkeiten im www. Warum genießt Mobile Marketing trotzdem große Aufmerksamkeit und eine Perspektive im 2-stelligen Mrd.-Umsatzbereich? Ist es (nur) der erwähnte persönlichere Aspekt des Mediums an sich? Welche Mobile Marketing Tools haben sich bereits etabliert und welche werden sich in absehbarer Zeit durchsetzen?

Um eine Prognose zu wagen ist zunächst ein Blick zurück notwendig: welche Anwendungsbespiele gibt bereits und welche scheinen für die Zukunft relevant?

1. Mobile-Newsletter
Bereits zahlreiche Unternehmen versorgen in un-/regelmäßig ihre Abonnenten mit Newslettern: Netzbetreiber (Vodafone), Drogeriemärkte (dm), Automobilhersteller (Mercedes) Versandhändler (Quelle, OTTO) und viele mehr. In den häufigsten Fällen kommen reine SMS-Newsletter zum Einsatz à la „neues Spiel runterladen“, „Gutschein zum Produkt XY beim nächsten Einkauf einlösen“, „jetzt zur Testfahrt anmelden“ oder „Produkt ABC“ im Shop bestellen.

Werbe-SMS haben einen entscheidenden Nachteil: sie sind auf 160 Zeichen beschränkt (bzw. verursachen Kosten in Höhe von: [Nachrichtenlänge/160 Zeichen x Anzahl Empfänger]) und können nicht mit Bildern aufwarten. Warum finden jedoch MMS- oder Wap-Push-Nachrichten noch eine so geringe Verbreitung? Sollte nicht gerade die MMS aufgrund der Darstellung von Bildern und nahezu ohne Zeichenbegrenzung DIE mobile E-Mail-Newsletter-Alternative sein?

Die Antwort ist relativ simpel: (zu) hohe Kosten! Auch für Großabnehmer liegen MMS-Kosten 5-6 Mal höher als für SMS. Darüber hinaus sind natürlich auch höhere Aufwände hinsichtlich der grafischen Gestaltung zu berücksichtigen.

Eigentlich könnten Wap-Push-Nachrichten der Mittelweg zwischen SMS und MMS sein. Es handelt sich dabei um eine spezielle Art von SMS-Nachrichten: sie kosten somit soviel wie eine SMS, ermöglichen aber aufgrund eines enthaltenen Links die Verknüpfung zu (mobilen) Online-Inhalten und diese können wiederum beliebig umfangreichen Inhalt haben (inkl. Bilder und Interaktionsmöglichkeiten(!)). Jedoch existiert auch hier eine entscheidende Hürde: der Nutzer für den dieser eine Klick zu viel ist (ist die Regel) und die Kosten für den Abruf der mobilen Internetinhalte, die nun der Nutzer tragen muss. Anders ausgedrückt: der Kunde muss zum Lesen der Werbung zahlen – extrem begehrliche Inhalte sind somit notwendig.

Zusammenfassend (ohne Berücksichtigung von Spezialfällen) hat die SMS im Bereich der mobilen Newsletter nachwievor und auf absehbare Zeit die höchste Relevanz.

2. Mobilewerbung
Spätestens seit 2007 wird im mobilen Umfeld intensivst über die Vermarktung von mobilen Internetseiten diskutiert und entsprechende Vermarktungsnetzwerke geschaffen. 2006 startete in Deutschland Google bereits mit Werbeplatzierungen in der mobilen Suche. Vermarkter wie Sevenval, YOC, EMS oder das Nokia Ad Network zogen nach.

Mobile Bannerwerbung und Google AdWords unterscheiden sich nur wenig von ihren großen Brüdern aus der www-Welt. Die deutlichsten Unterschiede zeigen sich hinsichtlich Darstellung und der Preise. Bei Erstellung der Banner ist insbesondere der geringen Bannerfläche gerecht zu werden, zudem müssen Variationen in unterschiedlichen (inzwischen normierten) Größen erstellt werden, die endgeräte-spezifisch ausgeliefert werden (kleines Handydisplay = kleiner Banner, mittleres Display = mittlerer Banner etc.). Preislich fallen die hingegen die Unterschiede deutlicher aus, so liegt der TKP von Bannern auf Mobileseiten zwischen 50 und 80 Euro. Exklusivität hat ihren Preis ;-)

Google Mobile mit GoogleAds

wap.billiger.de mit Bannerwerbung

Bei der Betrachtung mobiler Onlinewerbung dürfen zwei Aspekte nicht vernachlässigt werden: mobile Werbung garantiert (noch) im Gegensatz zu „normaler“ Onlinewerbung eine höhere Aufmerksamkeit und es wird eine Verknüpfung zu mobilen Inhalten benötigt. Ersterer „Effekt“ entsteht durch einen geringeren Werbedruck und durch Darstellungsgrenzen. So lässt sich auf den meisten mobilen Webseiten nicht mehr als ein Banner platzieren.

Insgesamt lassen sich aufgrund der derzeit noch geringen Reichweite vieler mobiler Portale nur wenige Nutzer mit mobiler Onlinewerbung erreichen. Zudem sind Preise und Aufwand für die Erstellung mobiler Inhalte (falls nicht bereits vorhanden) verhältnismäßig hoch einzuschätzen. Bereits im Onlinemarketing etablierte Tracking- und Steuerungsmechanismen sind darüber hinaus wesentlich reduzierter. U.a. ist so ein Tracking via Cookie oder einem vergleichbaren Mechanismus nicht möglich.

3. Off-/Online-Werkzeuge
Die letzte Kategorie umfasst alle Mobile Marketing-Tools, die versuchen die Off- und Online-Welt miteinander zu verknüpfen. Die Offline-Welt umfasst hierbei z.B. Plakate, Säulen, Zeitschriften und Kataloge. Das Handy kann dem Nutzer nun auf einfache Art und Weise eine Interaktion ermöglichen. Beispiele hierfür sind: Powerade Aktion mit QR Code und Bluetooth, Mario Barth Autogrammkarten via Bluetooth-Säule, ein Riesenposter mit einem Mini der per SMS zum schnaubenden Stier wird (Seite 3), H&M Filialeröffnung mit QR-Gutscheinen auf dem Handy.

Die Gemeinsamkeit der Aktionen liegt in der Nutzung mobilespezifischer Eigenschaften, wie das Vorhandensein einer Kamera, des Internetzugangs oder das Handy als ständiger Begleiter.

Aus technischer Sicht haben QR-Codes und Objekterkennung das größte Potenzial. So setzte die Welt Kompakt seit bereits Ende 2007 QR-Codes ein, um Artikel mit weiteren Online-Informationen zu verknüpfen. An diesem Beispiel zeigen sich allerdings auch die noch vorhandenen Hürden für eine massentaugliche Verbreitung: es ist ein relativ hohes technischen Verständnis notwendig (gilt auch für Bluetooth-Aktionen) um z.B. zunächst die Erkennungssoftware auf dem Handy zu installieren, günstige Datentarife sind notwendig und die Inhalte müssen auf Anhieb genügend Relevanz für den Nutzer bieten.

Welt Kompakt - QR-Code Anleitung

Fazit
Ein Großteil aktueller Mobile Marketing-Tools ist noch immer nicht massenkompatibel und deren Einsatz mit relativ hohen Aufwänden verbunden. Im Sinne einer zielgruppenspezifischen Ansprache kann der gezielte Einsatz einzelner Maßnahmen dennoch sinnvoll sein. Wenn es um die Vermarktung von mobilen Inhalten ist die Wahl von Mobile Marketing-Maßnahmen ebenfalls naheliegend und sinnvoll (z.B. Kombination von Mobile-Shop und Bewerbung via SMS-Newsletter). Interessant ist darüber hinaus noch die Verbreitung zeitkritischer Informationen. Hier hat die SMS gegenüber der E-Mail einen entscheidenden Vorteil und kann den Nutzer zu einer schnell(er)en Aktion führen. Immerhin: “70 Prozent der amerikanischen Handybesitzer über 15 Jahre haben sich schon einmal von einer Werbetext-SMS motivieren lassen, sich über ein Produkt oder eine Dienstleistung zu informieren”.

Objekterkennung steckt derzeit noch in den Kinderschuhen, bietet allerdings perspektivisch interessante Einsatzmöglichkeiten – weit über reines Marketing hinaus.

Ob das iPhone auch auf das Mobile Marketing einen entscheidenden Einfluss haben wird, muss sich erst noch zeigen. Interessant in diesem Zusammenhang ist aber mit Sicherheit die mögliche Verschmelzung von Mobile und Online Marketing.

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Proof of Concept Long Tail: Try boytoys.zlio.net

Montag, 4. August 2008 0:16

In den letzten Wochen wurde wieder viel über den Long Tail diskutiert. Leider wurde dabei nur an der Oberfläche gekratzt und die Publikationen nur zitiert und selten diskutiert. (Die Kommentare bei Robert sind übrigens sehr lesenswert) An dieser Diskussion möchten wir uns auch gerne mit ein paar Artikeln in den kommenden Wochen beteiligen. Anfangen wollen wir mit einem kleinen Praxistest.

Der Long Tail sagt (unter anderem!), dass im Internet durch die nahezu unendlich kleinen Grenzkosten auch sehr spezielle Nischen bedient werden können. Wenn man mal so durch die Weiten des www surft, dann lässt sich dieser Ansatz sicherlich bestätigen. Jetzt wird aber zudem behauptet, dass man damit auch wirklich Geld verdienen kann. Das lässt sich wiederum nicht so einfach beweisen. (ok, mymuesli sehen wir jetzt mal als Ausnahme.)

Ich möchte für den Test gerne Zlio verwenden. Was ist das überhaupt? Zlio beschreibt das so:

  1. Einfach Shop Namen, Internet Adresse und ein Design auswählen, das am besten zum Thema Ihres Shops passt, und schon können Sie mit dem Verkauf beginnen.
  2. Mit ZLiO verkaufen Sie nicht Ihre eigenen Produkte. Wählen Sie Ihr Sortiment aus über 6 Millionen Artikeln der erfolgreichsten deutschen Internet Händler . aus. Sie können bis zu 1000 Produkte in Ihren ZliO Shop einfügen und bis zu 20 verschiedene Shops eröffnen.
  3. Verdienen Sie bis zu 10% Provision für jeden Verkauf. Für bestimmte Artikel können Sie auch eine Provision für jeden erzeugten Klick auf einen Produktlink erhalten. Ihre Provision erhalten Sie über unseren Partner
  4. Bezahlung, Produktlieferung und Kundenbetreuung sind die Verantwortung der ZLiO Partner Händler. Nachdem Ihr ZLiO Shop aufgebaut ist, müssen Sie sich um nichts mehr kümmern.

Zlio ist mit viel Trara in Deutschland gestartet und ist gegenüber dem lokalen Konkurrenten handeln.de technisch und konzeptionell weit voraus. Alle einschlägen Fachblogs haben vom Start berichtet. Wir wollen hier aber nicht das Konzept diskutieren oder das Provisionsmodell im Vergleich zu anderen Affiliatesystem stellen, sondern Zlio nur für unseren Praxistest verwenden. Mit Zlio können wir also sehr einfach einen Shop erstellen und damit eine bestimmte Nische bedienen, in der Hoffnung durch unsere Sortimentsgestaltung bei Google weit oben zu landen oder direkt in den entsprechenden nischigen Communities akzeptiert zu werden.

Unsere These für den Test: Mit dem Long Tail kann man Geld verdienen.

Unser Konzept bei Zlio:

  • Wir suchen uns eine interessante Nische: Neben gelben Klamotten, rosa Perücken und sonstigen Kuriositäten haben wir uns auf eine Nische geeiniget, mit der wir uns identifizieren können: Männspielzeug. Um die Nische eindeutig zweideutig zu besetzten, haben wir den einprägsamen Namen boytoys gewählt. Unter http://boytoys.zlio.net kann man das Ergebnis dieser kreativen Meisterleistung nun seit ca. 4 Wochen bewundern.
  • Nachdem wir die zwei Produkte eingefügt hatten die uns schon im Kopf herumschwebten (RC Hubschrauber und USB Raketenwerfer), ging die harte Arbeit der Sortimentsauswahl los. Das Ergebnis lässt sich im Shop sehen. Wir binden mittlerweile eher günstigere Produkte ein, weil wir in dieser Nische eher an den Impulskauf glauben und soweiso keiner über unseren Shop einen 1.000 Euro Plasma kauft (wenn doch, dann sagt Bescheid – den binden wir ein!).
  • Der Shop lässt sich zwar über CSS gut anpassen, aber wenn man die Standard Templates verwendet, dann ähneln sich die Shops sehr stark. Trotzdem haben wir über die Einbindung von Produktvideos (die nicht immer direkt mit dem Produkt zu tun haben) und einem Flash Game einen gewisse Einzigartigkeit geschaffen.
  • Was die Vermarktung angeht, kann man den Tipps aus dem Zlio Blog folgen. Da steht ne Menge, leider ohne echten Blog-Charakter. Die Artikel werden parallel in allen Zlio Blogs angezeigt und einfach nur übersetzt. Kommentaraufkommen = 0. Neben der Einbindung im Blog (hiermit geschehen), in Signaturen und Aufruf zur Freundewerbung gibt es noch ein paar mehr Tipps die sich lohnen könnten.
  • Wir wollen natürlich nicht all unsere Freunde mit dem Shoptest nerven. Der Long Tail muss ja auch ohne die eigenen Freunde funktionieren. Außerdem muss das Sortiment für sich auch Einiges reißen können. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob Google diesen Aufwand so honoriert. Da würde ich gerne mal eine Stellungnahme lesen. Zlio = Double Content?

There it is: BoyToys: Tolle Farben, super Sortiment, klasse Produktvideos und dann noch Torwandschießen….

boytoys.zlio.net

boytoys.zlio.net

Der Shop ist seit ca. 4 Wochen online und wir verzeichnen ca. 10-15 Besucher am Tag. Der Peak am Anfang ist sicherlich auf unsere eigen Klickaktivität zurückzuführen. Ob das gut ist…. Darauf werde ich im nächsten Artikel eingehen.

BoyToys Analytics

BoyToys Analytics

Unsere erfolgreichsten Kategorien bisher: “Aufblasbar (+18)” und “Ferngesteuertes”. Das riecht nach echtem Männerspielzeug und Zweideutigkeit. Die Aufblasbarrubrik war eigentlich nur Spass, aber scheinbar kann man sich darüber profilieren.

BoyToys Favorites

BoyToys Favorites

Der Proof of Concept Long Tail Test hat hiermit offiziell begonnen. Wir wollen in den nächsten 4-8 Wochen herausfinden, ob sich mit so einem Konzept wirklich Umsatz machen lässt. Warum so lange? Einige Affiliateprogramme zahlen leider erst nach 6 Wochen aus. Im nächsten Artikel berichte ich dann von der Ergebnissituation, den Erfahrungen mit Google AdWords, ggf. den Anwendungserfahrung mit Zlio und natürlich werde ich Tipps zur Sortimentierung geben. Funktionieren Digitalkameras als Zlio Shop?

Unser Ziel ist es natürlich mit boytoys.zlio.net zum Synonym für Männerspielzeug im deutschsprachigen Internet zu werden. Bisher sind rund 75 Produkte online. Das ist sogar für eine Nische noch relativ wenig. 250 Produkte könnten es schon werden. Vielleicht hat der geneigte Leser ein paar Produkttipps für uns. Wir würden auch die Kategorie nach ihm benennen!

So liebe Leser: Klicken und Shoppen bitte :-)

P.S.: Ich betreibe den Shop nicht mit Flo, sondern mit Holger – einem guten Freund der auch an den Zlio Erfahrungen interessiert ist. Flo hat sich Zwecks Blindtestansatzes eine andere Nische gesucht und gleich mal unser Design geklaut. Siehe: http://partygames.zlio.net/

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