Beiträge vom Juli, 2008

Feedreader Statistik bei WordPress.com (Freibier!!!)

Samstag, 26. Juli 2008 14:05

…gibt es leider nicht. Man kann über das eingebaute Statistiktool bei WordPress.com leider nicht sehen, wieviel Menschen das Blog per Feed Reader lesen. Das ist natürlich unbefriedigend, obwohl wir hier behauptet haben:

Visits und RSS Abonnenten sind eh nur fürs Ego.

Man könnte natürlich auf Feed Burner umsteigen, allerdings haben wir keine Lust am System zu basteln und irgendwann wird wordpress.com diese Statistiken schon noch ausliefern. Trotzdem würde ich gerne eine Art Traffic-Report á la Robert basteln.

Als Google Reader Nutzer ist mir dafür vor drei Tagen eine interessante Funktion über den Weg gelaufen. Auf der Startseite des Google Readers bekommt man Empfehlungen für interessante Feeds, die wahrscheinlich auf den bisher abonnierten Feeds basieren. Wenn man dort auf “Alle Anzeigen” klickt, dann bekommt man die empfohlenen Feeds zusammen mit der Anzahl Abonnenten. Die Feedsuche verrät uns, dass wir 31 Abonnenten bei Google Reader haben.

Google Reader Abonnenten

Google Reader Abonnenten

Das ist schon mal nicht schlecht! Für unsere Statistik benötigen wir noch weitere Blogs die dort zu finden sind und gleichzeitig den Feedburner Button veröffentlichen. Zusätzlich wäre es nicht schlecht, wenn die Blogleser der anderen Blogs ggf. einen signifikante Schnittmenge mit dem eigenen Blog bilden. Also: “Unsere Blogleser lesen auch: Bascithinking, ExcitingCommerce…” Optimal ist es wenn die Statistiken auch kommentiert werden, um die Interpretationsfehler zu vermeiden.

Exciting Commerce: 316 Abonnenten lt. Google und 3.800 lt. Feedburner, Quote: 1:12
BasicThinking: 4302 Abonnenten lt. Google und 32.381 lt. Feedburner, Quote: 1:7,5
Netzwertig: 296 Abonnenten lt. Google und 3.291 lt. Feedburner, Quote 1:11
PaulinePauline: 45+12 Abonnenten lt. Google und 635 lt. Feedburner, Quote: 1:11

Ergebnis: Die Google Reader Zahlen mal 10 = ungefähr die Feedburner Zahlen.

Die Quote hängt meines Erachtens stark von den Bloglesern ab. So wird man in den USA durch die stärke Verwendung von Netvibes und Co. ggf. sogar Quoten unter 0,x bei speziellen Blogs finden. Für uns ist das aber egal. Wir nehmen mal an, dass die Leser der o.g. Blogs ein ähnliches Leseverhalten haben wie die Leser unseres Blogs, im besten Falle sogar identisch sind. Laut dem Trafficreport von Robert sind die Zahlen des Google Reader auch soweit verlässlich. Jetzt müssen wir noch den MyYahoo Bug abziehen. Wenn die Verteilung der Reader soweit hinkommt, dann müsste man von der Quote ca. 30% abziehen. Bleibt also der Faktor 6-7, um die Gesamtfeedreaderabonnenten zu berechenen.

Ergebnis:

Wenn alle oben getroffenen Annahmen richtig sind, dann verfolgen 31 x 7 Menschen unseren Blog per Feedreader = 217. Auch wenn einige Annahmen nicht zutreffen, so sind es wohl schon über 100. Das ist schön zu wissen.

Jetzt wollen wir nur zu gerne wissen, wer das eigentlich ist. Als Feedreader zählen für uns übrigens auch die iGoogle Nutzer! Also meldet euch :-) Die ersten fünf Leser die hier kommentieren, bekommen von uns auf dem nächsten Barcamp ein Bier ausgegeben.

Thema: Allgemein | Kommentare deaktiviert | Autor:

Vertrauen im E-Commerce und eKomi

Donnerstag, 24. Juli 2008 21:45

Nachdem Nicolai mir eine Xing-Nachricht zu eKomi gesendet hat und freundlicherweise auch ein paar Fragen beantwortet hat, möchte ich diese Plattform zum Anlass nehmen, um ein paar Gedanken über Vertrauen im E-Commerce zu posten. Ich gehe davon aus, dass er mich nur angeschrieben hat, weil wir hier auf dem klaren Weg zu A-Bloggern sind und sich deshalb Werbeeffekte verspricht. Aber in diesem Fall lasse ich mich gerne ausnutzen.

Auf Deutsche Startups und im XT-Commerce Blog ist eKomi bereist lobend erwähnt worden. Auch der E-Commerce Blogger unterstützt den Ansatz von eKomi und Eurospa sagt:

Eine echte Kundenmeinung sagt mehr als tausend Werbesprüche!

Genrell wurde und wird relativ viel zum Thema Vertrauen im E-Commerce geschrieben. Ob auf der Kunden zu Kunden Ebene Argumentation oder in der klassischen Listenform die in letzter Zeit sehr oft aus der Kiste geholt wird. Vertrauen kommt aber laut diverser Quellen nicht nur über die Meinung/Kommentare anderer Besucher, sondern auch über die Präsenz von Sicherheitsmechanismen wie dem Trusted Shop Zertifkat. Alle Artikel kommen zum selben Ergebnis - Vertrauen im E-Commerce ist ein zentrales Erfolgskriterium. Geteilter Meinung kann man aber über die Quelle des Vertrauens sein. Aber erstmal zwei Absätze zu eKomi

eKomi gibt es seit März 2008 und setzt mit seinem Geschäftsmodell auf das Thema Vertrauen. Sie ermöglichen es Shobbetreibern ihre Webseiten in einem guten Licht = mit einem Vertrauensbonus dastehen zu lassen. Die Funktionsweise von eKomi wird auf dem folgenden Screenshot gut erklärt. Sie bieten Shopbetreibern eine Art managend Feedbackwidget an und diese können so die Kommentare von Besuchern relativ prominent auf der Seite des Shops einbinden. Mir ist noch nicht ganz klar, wie eine Unparteilichkeit dabei gewährleistet wird, aber generell hilft es bei der Bildung von Vertrauen. Als Referenz wurde die Seite des Venus-Versand angeführt. Die sieht aber auch ohne eKomi vertrauenserweckend aus.

eKomi - Funktionsweise

eKomi - Funktionsweise

Im ersten Moment fand ich das Geschäftsmodell relativ überflüssig, aber wenn man genau hinschaut, dann scheint es für die Shops teilweise Sinn zu machen – als eine Art User generated Trusted Shop Siegel. Zumindest kann das Team nach eigener Aussage davon leben. Das will in den Zeiten vom Gratis-Internet schon was heißen. Ich war letztens auf der Suche nach der Digitalkamera Ixus 80 IS und bin über günstiger.de auf http://www.alta-discount.com/ gelandet. Trotz meiner relativ großen Erfahrung im E-Commerce war mir die Seite nich 100%ig geheuer. Das kann an den schlechten Templates oder aber am Bestellprozess gelegen haben, oder am Solgan der irgendwie nicht semantisch korrekt klingt. Das Widget von eKomi hätte mir auf dieser Seite mehr Vertrauen gegeben.

Vertrauen ist ohnehin nur ein Element für die Auswahl des Anbieters. Zur Relevanz der Anbeiterauswahl hatte ich schon etwas im Artikel über Social Commerce geschrieben. Die folgenden Abbildung zeigt die wichtigsten Element die für die Anbieterauswahl relevant sind. Diese Elemente sind im Social Commerce Kreis als Anbieterauswahl zusammengefasst. Neben dem Vetrauen sind insbesondere die Basisleistungen (siehe alta discount), der Preis und die Erfahrung mit einem Shop hoch relevant für die Anbieterauswahl.

Anbieterauswahl - Kriterien

Anbieterauswahl - Kriterien

### Exkurs Start ### Diese SmartArts von PowerPoint2007 setze ich so lange ein, bis es keine neuen mehr gibt! Kann man sich da eigentlich neue nachladen? ### Exkurs Ende ###

Wir wollen von den Kriterien den vielen Krieterien aber beim Vertrauen bleiben. Es gibt bereits viele Seiten, auf denen so ein PlugIn von eKomi wenig Sinn macht. Zum Beispiel amazon.de oder otto.de. Diesen Seiten wird von Userseite genügend Vertrauensvorschuss gegeben, der auf Erfahrung, Marke und ggf. auf realen sozialen Netzen basiert. Es gibt also Limits für den Markt von eKomi. Diese Limits liegen nicht nur bei großen Seiten, sondern auch bei kleinen ggf. unseriösen Seiten bei denen es einfach keine positiven Userkommenare gibt. Bleibt also noch die relativ breit aufgestellte Mitte von Shops, die vorrangig im Preiswettbewerb stehen oder besonders exotische Nischen bedienen.

Ich bin der Meinung, dass diese Mitte mittelfristig stärker von anderen Systemen abhängig wird – und damit das Thema Vertrauensgenerierung anderes geleistet wird. Wir erleben im E-Commerce bezogen auf den Kundenzugang einen starken Konsolidierungsprozess der unter Anderem auf ein geändertes Kaufverhalten zurückzuführen ist. Wenn an über Google einen Shop findet der in dem o.g. mittleren Shop-Bereich liegt, dann mag die Bewertung über das eKomi Widget hilfreich sein, wenn es aber ein Shop ist der über das Amazon Marketplace Programm angesteuert wird, dann wird eine solche Bewertung weniger wichtig. Dem Kunden ist es wichtig, dass der Shop gewisse Kriterien erfüllt die meistens mit der Teilnahme an den (Partner-) Programmen einher geht. Heißt: Wenn das Produkt im Vordergrund steht (siehe Social Commerce Artikel), dann rückt der Shop in den Hintergrund. Dort geht es dann nur noch um die Abwicklung. Die Bewertung der Shops ist aber (mittelfristig) nicht Hoheitsgebiet von Amazon & Co., sondern findet auf vielen Seiten statt. Es liegt ja auch in Googles Interesse diese Bewertung anzuzeigen. Man könnte meinen, dass durch die Harmonisierung der Kaufprozesse die kleinen unseriösen Shops ohnehin weniger werden. In der nächsten Abbildung wird das vielleicht deutlicher. Ich glaube Vertrauen wird langfristig weniger auf der Shopebene generiert, sondern findet schon eher statt.

Vertrauensbildung im E-Commerce

Vertrauensbildung im E-Commerce

Fazit: Vertrauen ist und bleibt einer der wesentlichen Bestandteile des E-Commerce. Die o.g. Studien kann man gar nicht anders deuten. Das Thema wird wahrscheinlich mit ausgefeilten Spammethoden immer wichtiger. Phishing betrifft heute vorrangig Banken, aber warum sollten es Spammer nicht auch im E-Commerce versuchen? Es wird also wesentlich für einen Shop sein bestimmte Sicherheitsrichtlinien einzuhalten – die muss er aber nicht seinen Kunden, sondern den großen Plattformen mitteilen, um daran teilzunehmen. Das Geschäftsmodell von eKomi ist sehr interessant, aber auf Shopebene nur bedingt skalierbar. Vielleicht lassen sich in das System noch andere Elemente einbinden auf/für die Shopbetreiber keine Lust/Zeit haben und die in Zukunft größere Relevanz für den Umsatz haben. Bis dahin verfolge ich aber mit Interesse die weitere Verbreitung des eKomi Widgets.

Thema: Commerce | Kommentare deaktiviert | Autor:

Die neuen TLDs der ICANN sind super

Dienstag, 15. Juli 2008 22:06

Ab Januar 2009 möchte die “Internet Corporation for Assigned Names and Numbers” (ICANN) zulassen, dass jede beliebige Top Level Domain in jeder beliebigen Sprache registriert werden kann. Damit wäre es möglich die Domain microsoft.windows zu erstellen, oder hoch.haus. Das Thema ist in diversen Publikationen sehr intensiv diskutiert worden, ohne dass sich ein Meinungstrend, á la “das ist eine super Sache oder eben nicht” herauslesen lässt. Unserer Meinung nach wird dieses Thema extrem wichtig für das Bild des Internets in den nächsten Jahren. Das “Warum?” kommt gleich.

Einführend in das ganze Thema kann man sich mal den Artikel von Spiegel Online durchlesen. Dort habe ich das Thema übrigens auch zuerst aufgeschnappt. Bei Hüllelos ist man sehr skeptisch. Die Diskussion um das Thema in der deutschen Blogszene ist insgesamt noch eher klein. Ich kann mir aber vorstellen das da noch mehr kommt. In den typischen Foren von Heise und Golem wurde das Thema diskutiert, mit einem relativ klaren Ergebnis:

Neue TLDs sind mittlerweile doch nur noch Cashcows

Rechtlich scheint diese Geschichte nicht so gut anzukommen. Die ICANN hat eher das Bild einer Abzockorganisation - einige Pannen tun ihr Übriges dazu. Aber das gilt es hier nicht zu diskutieren. Die Diskussion auf bbc.co.uk konnte ich leider nicht komplett lesen, dafür waren die über 1.000 Kommenare einfach zu viel. Das Diskussionsergebnis ist zwar noch offen, insgesamt ist man aber auch dort eher skeptisch. Teilweise sind sehr amünsante Kommentare dabei. Ein sinnvoller Kommentar daraus:

I hope that people who sell merchandise over the Internet will still be identifiable according to their addresses as to the country of their location. That will continue to eliminate having to wade through entire websites to determine whether it is practical to carry on in them.

Auch bei den englischsprachigen Blogs ist man sich noch sehr unsicher. Readwriteweb versucht sich den Erfolg dieses Vorhabens über die schwache Akzeptanz von .eu, .asia und Co. herzuleiten. Dieser Ansatz ist verbreitet, aber greift viel zu kurz! Bei Slashdot ist die Stimmung auf die ICANN zumindest in den Kommentaren sehr bescheiden. Venturebeat steht der Sache etwas offener gegenüber (“Das Internet ist so schnell – wen kümmert morgen noch .com“). Die Internetnews sieht langfristig Potenzial in der Sache.

Insgesamt sieht aber keiner so richtig viel Potenzial bzw. Anwendungsfälle für die neuen Domains. Hier und da kann man rauslesen, dass die neuen generischen Domains das Internet bewegen können, aber so richtig spricht das keiner aus. Die Kassenzone glaubt aber ganz fest an ein Erdbeben durch die neuen Domains. Aber nicht im positiven Sinne für jeden – und schon gar nicht für die vielen kommentierenden Domaingrabber. In der Diskussion ist erkennbar, dass sich Alle schon fest an das alte, kontrollierbare TLD Raster gewöhnt haben. Da fällt es schwer sich auf etwas Neues einzulassen. Das alte Raster könnte vereinfacht wir folgt aussehen:

Die klassische TLD Welt

Die klassische TLD Welt

Wenn ich heute eine (Internet-) Gechäftsidee habe, versuche ich einen sinnvollen (freien) Namen zu finden, verbinde den mit einer bestehenden TOP-TLD und los geht es. Wenn man fest an diese TLD Welt glaubt, dann sieht man jede Veränderung als Angriff. In den wenigsten Diskussionen wurden aber die verschiedenen Sichten aufgezeigt die so eine Veränderung mit sich bringen kann. Die folgenden Tabelle skizziert ein paar dieser Sichten.

Pro und Cons aus Stakeholdersicht

Je nach Anwendungfall kann die Öffnung durch die ICANN Fluch oder Segen sein. Für Unternehmen macht sowas zum Beispiel Sinn, wenn besonderes viele Subdomains unter einer Hauptdomain laufen. Statt kassenzone.wordpress.com könnte eine sinnvolle Domain auch kassenzone.blog sein. Man muss sich ingesamt von der Vorstellung verabschieden, dass unter einer TLD alle generischen Begriffe laufen. Man bewegt sich nun in ein TLD Long Tail der für verschiedenste Bereiche gut ist. Zlio könnte sich zum Beispiel die Domain .shop sichern, oder für ein Megaprojekt (.hafencity) könnten hinter einer eigenen Domain für das Projektmanagement verschiedene Inhalte abgelegt werden. Da ist noch viel möglich.

Die Sicht des Kunden ist aber wohl für die meisten relevant. Heute suchen sich die meisten Menschen noch den Weg über Suchmaschinen. Das wird morgen wohl auch noch der Fall sein, aber ich kann mir gut vorstellen, dass neue TLD auch eine Art Klassifizierungsraster darstellen, so dass man unter visit.[setze Ländernamen ein] jeweils eine Zugang zum Touristikangebot oder zu Einreiseämtern bekommt. Das ist noch weit weg, aber prinzipiell möglich. Mein Surfverhalten würde ich dann anpassen.

Krass übersehen wird auch die Relevanz von regionalen Anpassungen von Domains. Wir erwarten automatisch, dass weltweit jeder google.com, google.de o.Ä. schreibt. Über 75% der Menschen weltweit sind noch nicht online und die interessiert es überhaupt nicht was hinter .com und .net liegt. Die meisten davon sprechen keine Sprache mit indogermanischer Abstammung. Wenn diese Menschen einen Zugang zu relevanten Inhalten bei Domains in landestypischer Sprache bekommen, dann hat der entsprechenden Anbieter einen riesen Vorteil. Wir hätten doch auch keine Lust kyrillische Schriftzeichen in die URL einzugeben bzw. bei Google darauf zu klicken. Das Internet wird durch diese Reform wieder ein Stück lokaler. Das macht die Welt zwar komplexer, aber hey – auch ein wenig spannender. Die Komplexität haben wir versucht in der nächsten Abbildung zu skizzieren. Einfach nur “geilername.com” reicht dann nicht mehr. Die Domain ist übrigens noch frei :-) .

ICANN macht die TLD Welt komplexer

ICANN macht die TLD Welt komplexer

Was lernen wir daraus?

Die Reform der ICANN mag dieser Organisation eine Menge Geld bringen, aber das Internet wird dadurch wieder ein Stück spannender und bunter. Es lässt sich noch nicht beantworten, ob sex.com oder .xxx, langfristig das Rennen machen – ein paar Profiteure (siehe Tabelle) wird es aber geben. Aus Endkundensicht wird sich da auch noch eine Menge Spannendes tun. Die meisten Unternehmen werden sowieso langfristig ihre Domains sichern, wenn eine Art Klassifizierungsraster abzusehen ist. Je nach rechtlicher Einschätzung besteht dazu aber nicht so viel Eile. Also wir sagen: “We love ICANN.”

Übrigens: Es wird sicher bald Nachfrage für Subformen der ICANN geben, die den aufwändigen Registrierungs und Administrationsprozess gegen Gebühr für Unternehmen verwalten. Super Geschäftsmodell auch. (5% @ Kassenzone!)

Und was sagst du? Bereit für gute Diskussionen!

Thema: Allgemein, Technologie | Kommentare (10) | Autor:

A-Blogger für einen Tag

Mittwoch, 9. Juli 2008 23:18

Wahnsinn! Ein guter Beitrag und man steigt in den Olymp der Blogosphäre auf. Zumindest für einen Tag, zumindest gefühlt. Nach der Verlinkung von Robert Basic hat sich in der Kassenzone doch Einiges getan. Wie dort in den Kommentaren schon angekündigt, wollte ich den Effekt (soweit er eingetreten ist) auch für alle anderen sichtbar machen. Der Beweis dafür, dass Robert in Blogdimensionen auch sponen kann. Gibt es schon ein Verb für Robert, was die Bedeutung “geSpOnt” einnimmt? Ernsthafte A-Blogger werden natürlich über den Traffic lachen, aber wir als Nischen-/Themenblog freuen uns natürlich sehr. Insbesondere das hohe Kommentaraufkommen ist sensationell, weil wir gerade das erreichen möchten – gute Diskussionen in der Nische!

Was ist also passiert seit Sonntag?

Wir haben in den letzten Wochen aus verschienden Gründen nichts posten können. Das soll sich aber in Zukunft ändern, so dass mindestens jede Woche ein Beitrag hier zu sehen ist. Das Blog befindet sich noch im Aufbau, aber die ersten Stats aus April zeigen, dass ca. 20-30 Besucher täglich den Weg hierher finden. Leider lässt sich über das wordpress.com Backend die Zahl der Feedreader Abbonennten nicht tracken, aber bis vorgestern war die verschwindend gering. Deshalb ist der Effekt von Robert als netto = brutto zu werten. Er hat uns am Sonntag Abend verlinkt, und innerhalb der nächsten 2 Tage hatten wir ca. 1000 Visists und bereits 16 Trackbacks/Kommentare. Die folgenden Grafik beschreibt den Robert-Effekt schon sehr eindrucksvoll. Das ist insofern beachtlich, weil Commerce ein Nischenthema ist und die meisten Leser bei Robert eher die Mainstream Internetthemen konsumieren, oder das was Robert dafür erklärt.

Social Commerce Eintrag Zugriffszahlen

Social Commerce Eintrag Zugriffszahlen

Was mich besonders erstaunt hat, ist die Tatsache, dass wir mit den paar hundert Visits schon in den Top-Beiträgen auf WordPress.com waren, zumindest im deutschsprachigen Bereich. Ich weiß nicht wieviele Blogger aus Deutschland dieses System nutzen, aber ein paar tausend werden es wohl sein. Dafür finde ich es beachtlich in die Top-Beiträge zu kommen. Es ist aber wahrscheinlich, dass WordPress das syndizierte Lesen (per RSS) nicht in der Statistik berücksichtigt. Egal – gut für unser Ego! Beim nächsten Mal schlagen wir auch den Opernsänger Spot, der als Beitrag bei Robert 10x mehr Zugriffe und Kommentare hatte. Soviel zu Mainstream :-)

Wordpress Top-Artikel 07.07.2008

Wordpress Top-Artikel 07.07.2008

Die letzte Abbildung zeigt noch einmal die Anzahl Zugriffe der verschiedenen Referrer, wobei die Referrer-Seiten mit hoher Wahrscheinlichkeit den ersten Link von Robert hatten. Sogar auf Rivva haben wir es geschafft. Yeaahhhh! Es ist schon ein lustiges Gefühl auf den Medien verlinkt zu werden, die man sonst selber als Newsquelle hat. Einmal Onlinesplitter bei der Internetworld zu sein bringt also 30 Besuche/r. Ganz bemerkenswert finde ich die drei Besuche über einen 1,5 Jahre alten Beitrag von Jochen Krisch über das Thema Social Commerce. Dort hatte ich per Track Backaus dem Ursprungsartikel verlinkt. Das zeigt die Präsenz von Jochen bei diesem Thema.

Refferer 07.07.2008

Refferer 07.07.2008

Es gibt noch ein paar weitere Effekte durch so einen Beitrag. Ein paar Kontaktanfragen über Xing, ein paar nette Mails und sicherlich noch ein paar gute Kontakte die durch die Diskussionen entstehen. Ich freue mich auch schon auf das Ergebnis der Blog Parade, die Thomas gerade eingerichtet hat.

Danke an alle die uns einen Track Back gegeben haben. Ich glaube nur so kann man sinnvoll wachsen und die richtigen Leute für unsere Nische erreichen. Wir sind gespannt was hier noch so passiert. Wenn wir es schaffen das Kommentaraufkommen so hoch zu halten wie bisher, dann wäre es traumhaft. Visits und RSS Abonnenten sind eh nur fürs Ego.

P.S.: – Weil wir gerade bei der Sache sind.

Liebe Autoindustrie,

Sie sind jetzt auf einem der am 07.07.08 meistgelesenen deutschen Blogs gelandet. (siehe Beitrag oben) Die Autoren sind total nett und bestimmt super Multiplikatoren in dieser nerdigen Web 2.0 Szene. Wir würden gerne auch einmal über eine tolles Auto berichten in diesem Blog. Ich könnte mir kaum etwas Schöneres vorstellen, als einen ausführlichen Testbericht über einen Mercedes oder eine ähnlich hochwertige Automarke zu schreiben. Als Testzeitraum würden mir 2-4 Wochen gut passen. Bitte nehmen Sie doch unverbindlich Kontakt mit uns auf. Florian mag übrigens gerne Handys :-) .

Ihre A-Blogger für einen Tag

Thema: Allgemein | Kommentare deaktiviert | Autor:

Social Commerce Hype oder Trend?

Sonntag, 6. Juli 2008 13:21

### Langweilig Start ### Laut Wikipedia ist Social Commerce eine konkrete Ausprägung des elektronischen Handels (bzw. Electronic Commerce) verstanden, bei der die aktive Beteiligung (z. B. Kommunikation untereinander) der Kunden und die persönliche Beziehung der Kunden untereinander im Vordergrund stehen. ### Langweilig Ende ###

Markus Krechting hält (hielt?) das ganze Thema für einen Hype und auf Exciting Commerce begann die Diskussion um das Thema schon vor 1,5 Jahren. Wirklich weiter in der Bewertung Hype oder Trend ist man noch nicht, auch wenn mittlerweile viele Start Ups diese Richtung verfolgen und dabei gar nicht mal so schlecht performen.

Da ist es doch an der Zeit, dass sich die Kassenzone dem Thema mal konzeptionell nähert. Wir hoffen natürlich auf spannende Diskussionen. Nachfolgend versuchen wir uns anhand eines stark vereinfachten Kaufprozesses der Antwort auf die Hype or Trend Frage zu nähern. Die Abbildungen 1 & 2 sind etwas komplexer in diverser Literatur einzusehen. Meine Interpretation ist stark vom Smatch-Björn geprägt, der sich sicherlich auch schon so einige Gedanken zu dem Thema gemacht hat.

Ganz am Anfang gab es keinen E-Commerce…

Richtig, Kaufprozesse gab es schon vor dem Internet und die sehen in vereinfachter Form aus wie in Abbildung 1 beschrieben. Erst wird der Anbieter gewählt, dann das Produkt und dann wird gekauft. Das ist etwas stark vereinfacht beschrieben, aber zum größten Teil trifft das zu. Als Beispiel könnte man das ganz normale “analoges” Shopping meiner Frau nehmen. Sie geht in die Stadt (einfach so!) und wählt als Ziel H&M = Anbieterwahl. Dort stöbert sie rum und findet ein hübsche Hose = Produktwahl. Die gefällt ihr so gut, dass sie auch gekauft wird = Produktkauf. Alle Teile dieses Kaufprozesses haben außerhalb des Internets stattgefunden. Vielleicht hat sie mal eine Werbung von H&M online gesehen oder einen H&M Blogpost und wählt deshalb diesen Laden, am Kaufprozess ändert das aber nicht. Als Grafik sieht das so aus:

Commerce 1.0

Commerce 1.0

Dann hat das Internet Alles Einiges verändert…

Das Internet hat nicht zwingend den Commerce 1.0 Kaufprozess geändert, weil er an einer anderen Stelle stattfindet (Im Internet!), aber er hat dazu geführt, dass sich Umsätze von offline nach online verlagert haben. In diesem Prozess wird gemeinhin vorausgesetzt, dass der Kunde nicht stöbert. Das würde er vielleicht gerne, aber das Online Shopping Verhalten wurde und wir im Wesentlichen von den Möglichkeiten der eingesetzten Software geprägt und die ist stark transaktionsorientiert aufgebaut und nichts für Stöberwillige. Egal, im E-Commerce weiß der Kunde also schon vorher was er kaufen will, so dass der Anbieter nicht mehr die führenden Rolle spielt. Wichtiger für den Kunden ist es seinen Produktwunsch (z.B. Digitalkamera) möglichst gut zu erfüllen. Dafür sucht er sich auf, bleiben wir beim Beispiel Digitalkamera, auf testvergleich.de ein paar passende Kameras die er dann auf Ciao.de bewerten lässt, im die beste Kamera zu finden = Produktwahl. Danach sucht er sich über einen Preisvergleichsdienst, zum Beispiel guenstiger.de, den passensten Anbieter = Wahl des Anbieters. Wenn der Anbieter auf seiner Website nicht viele Fehler gemacht hat (Unseriöse Banner, schlechter Zahlungsprozess) dann wird der Kunde sein Produkt dort kaufen = Produktkauf. Das funktioniert im Wesentlichen noch heute so bei vergleichbaren (z.B. Technik, Reisen) Produkten. Darauf können sich alle Online-Händler einstellen und in einen Google Adwords-, und Preiswettbewerb treten. Das führt zu geringen Margen, aber alles bleibt kontrollierbar. Der Prozess ist nicht auf alle Sortimente anwendbar, zum Beispiel Mode, relevant ist aber, dass der Trigger zum Kauf weiterhin offline passiert. @alle Kritiker: Online Produktempfehlungen á la Amazon lassen wir hier mal raus!

E-Commerce

E-Commerce

Und jetzt will soll der Nutzer auch noch mitmachen…

Als wenn das mit dem Internet alleine nicht schon schwer genug ist, soll der Kunde jetzt auch noch mitmachen (siehe Wikipedia Zitat). Das verändert den ohnehin doofen, weil kaum steuerbaren und margenarmen, Prozess noch mehr. Impulse die ein Kaufbedürfnis wecken sind Dank der Nutzerpartizipation jetzt auch online vorhanden. Weil man online alles so schön verknüpfen kann, reicht es nicht mehr aus möglichst weit vorne bei Google zu sein, sondern immer dort wo der Impuls entsteht. Nehmen wir mal als Beispiel Facebook (gefällt mir auch nicht, aber versteht jeder): Angenommen Maria und Anna sind Freude bei Facebook und Anna hat ein “Diese Produkte finde ich gut Widget” von [setze eine Social Commerce Platform ein] auf ihrem Profil (warum auch immer), dann könnte sich Maria durch ein interessantes Produkt auf Annas Profil = Online Impuls (Ich mag Anna, ich mag das Produkt, ergo ich klicke drauf) durchaus zum Kauf hinreißen lassen. Die Anbieterwahl wird dabei ggf,. glatt übersprungen und die alles was man als Händler so schon steuern könnte lässt sich nicht mehr anwenden. Nach dem Produktkauf erscheint das Produkt vielleicht noch auf Marias Liste wo sie es als besonders “lovely” bewertet = Partizipation. Dadurch werden ihre Freundinnen Claudia und Silvia auch darauf aufmerksam. Das ist alles sehr idealtypisch und findet bisher kaum statt. Möglich ist es aber! Das Beispiel mit den Frauen soll auch keinesfall diskriminierend sein. Frauen shoppen halt einfach mehr auf Impulsbasis. Der bisher lineare Einkaufsprozess (Abb 1 & 2) wird auf einmal unendlich, wobei einzelnen Schritte einfach übersprungen werden können. Das bedeutet für Kassenzone Social Commerce.

Social Commerce @ Kassenzone

Social Commerce @ Kassenzone

Es geht sogar noch weiter…

Auch wenn wir noch nicht voll in der Social Commerce Welt angekommen sind, wird sich dieser Prozess noch deutlich weiterentwicklen. Das hat technische Gründe (Datenaggragtion) und wirtschaftliche Gründe (neue Business Modelle) Der Blick dahin ist heute aber zu weit. Später vielleicht mehr.

Einige Zahlen sagen…

Die Frage ob Trend oder Hype haben wir noch gar nicht beantwortet. Bisher haben wir den konzeptionellen Part erledigt. Ein Trend ist nachhaltig, ein Hype temporär. Wenn man wirklich objektiv ist, kann man die Frage gar nicht 100%ig korrekt beantworten, aber ich würde den folgenden Vergleich als Hilfestellung nehmen. Laut Einzelhandel.de sieht der Markt in Deutschland wie folgt aus:

Der Online-Handel wird nach HDE-Prognose 2008 voraussichtlich 20,0 Milliarden Euro umsetzen. Damit steigen die Online-Shopping-Umsätze im Vergleich zu 2007 um gut neun Prozent. In 2007 wird der Internethandel voraussichtlich 18,3 Milliarden Euro erwirtschaften. Trotz eines weiter deutlichen Wachstums liegt der Umsatzanteil des E-Commerce am gesamten Einzelhandelsumsatz nur bei etwa 3,5 Prozent.

Darin ist mE Ticketing, Autos und Co. nicht enthalten. Sagen wir mal das Internet ist für 10% aller Einzelhandelsumsätze verantwortlich, dann liegen wir heute bei einer Verteilung von 90% Kaufprozess 1, 9,9% Kaufprozess 2 und 0,1% Kaufprozess 3. Ich gehe nicht davon aus, dass die Mechanismen aus Kaufprozess 3 morgen wieder abgestellt werden. Sie werden vielmehr verstärkt eingesetzt, so dass eine nachhaltige Entwicklung zu erwarten ist, die eine mittelfristige Umsatzverschiebung in Richtung (80%, 16%, 4%) ausmachen wird. Aus Kassenzonensicht ein klarer Trend und kein Hype.

Die relativen Zahlen mögen klein aussehen, aber in absoluten Zahlen stecken hinter jedem Prozent einige Milliarden Euro Umsatz. E-Commerce (Prozess 2) wurde 1995 sicherlich genauso belächelt wie Social Commerce heute. Jochen hat also absolut recht, wenn er Social Commerce so in den Himmel lobt in seinen Beiträgen. Pauline Pauline natürlich auch wenn sie so begeistert über neue Shopping Tools redet :-) . Der Visualblogger fand es schon lange gut. Bei Polyvore scheint es schon jetzt zu funktionieren, obwohl Robert noch skeptisch ist (war?).

Fazit:

Social Commerce ist ein Trend und kein Hype. Sagen auch andere.  Social Commerce ist wahrscheinlich sogar deutlich mehr, wenn man es konzeptionell betrachtet, weil es an so vielen Stufen der Wertschöpfungskette des Handels ansetzt. Vorsicht ist geboten bei den Vereinfachungen. Keiner der Prozesse verläuft in der Realität so idealtypisch wie oben beschrieben und das Beispiel mit den Facebook Nutzerinnen habe ich so in der Realität auch noch nicht beobachtet. Man muss sich klarmachen, dass kein Prozess den anderen ablöst, sondern nur Marktanteile verschoben werden bzw. im besten Fall Mehrumsatz gemacht werden kann. Für Mode ist Social Commerce einfach eine super Entwicklung.

P.S.:

Die Powerpoint 2007 Smart Arts sind wirklich cool. Vielleicht kann mir mal jemand erklären wie ich die Farben noch detaillierter steuern kann. “Wahl des Anbieters” müsste nach der in Abb1 und Abb2 eingeführten Logik eigentlich blau sein.

Update #1:
Thomas bei Web:Manual widmet sich diesem Thema noch einmal genauer und macht eine eigene Blogparade für das Thema. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse.

Update #2:
Mir ist bei der letzten Abbildung ein kleiner Fehler unterlaufen. Die Wahl des Produktes kommt vor der Wahl des Anbieters. Das habe ich mit der aktuellen Abbildung geändert.

Thema: Commerce, Strategie | Kommentare (29) | Autor: