"Das (wirklich) echte Internet" …ohne Flash

Das iPhone intensivst als mobiles Endgeräte vermarktet, welches nun endlich den Zugriff auf’s „echte Internet“ ermöglicht. D.h. kein Surfen mehr auf reduzierten WAP-Seiten und alle vom PC bekannten Internetinhalte sind nutzbar. Soweit die Theorie…

Ich nutze nach einer sehr kritischen Anfangsphase das iPhone inzwischen recht gerne. Es hat noch einige Kinderkrankheiten, die ich aber mit Blick auf eine Softwareversion 2 Mitte diesen Jahres einigermaßen verschmerzen kann. Das Surfen im „normalen Internet“ ist aber bereits zum aktuellen Zeitpunkt recht gut gelungen. Generell ist aber auch hier zu beobachten wenn man das Gerät einmal interessierten Neulingen in die Hand drückt, dass die Bedienung sehr sensibel ist und im wahrsten Sinne Fingerspitzengefühl erfordert. Und bei diesen Neulingen handelte es sich nicht um Handylegastheniker!

Was mich abgesehen von einer, nennen wir sie mal filigranen, Bedienung beim Besuch von Internetseiten gestört hat war das nicht vorhandene Copy-And-Paste, die Möglichkeit Links in Tabs zu öffnen (nutze ich im Firefox extrem gerne) und die fehlende Flashfunktionalität.

Es wurde häufig spekuliert, dass Flash noch kommt, inzwischen scheint dies aber endgültig von Adobe dementiert worden zu sein. Adobe begründet die Abkehr von iPhone mit der nicht ausreichend vorhandenen Rechenleistung, Apple sieht dies vermutlich anders. Gründe für den Rückzieher können natürlich auch Differenzen in der Wahl des möglichen Lizenzmodells gewesen sein.

Nun kann man sagen: Flash ist so oder so nutzlos, wird eigentlich auch gar nicht benötigt und wenn eine Seite Flash voraussetzt, ist die Seite Mist. Dem kann ich nur teilweise zustimmen. Viele Seiten des „echten Internets“ setzen Flash voraus, was aufgrund der Verbreitung des Flashplayers von über 98% legitim erscheint. Man kann also von einem Quasistandard sprechen, der nun quasi vom iPhone ausgeschlossen wird. Für mich sehr schade, da nun z.B. Situationen wie folgende entstehen:

Ich nutze mit meinem iPhone natürlich die Möglichkeit E-Mails zu senden und zu empfangen. Ab und zu erhalte ich von Freunden nun Links zu sehenswerten YouTube-Videos. Als ich vor kurzem mal wieder eine solche Mail erhalten hatte dachte ich fein, denn das iPhone „kann“ ja YouTube. Ja, es kann YouTube-Videos im eigenen Player suchen und anzeigen. Es bekommt aber nicht die Verknüpfung meiner erhaltenen Mail mit dem Player hin, sondern zeigt mir eine YouTube-Seite mit dem Hinweis bitte Flash zu installieren. Hier war also erst mal Schluss 🙁

Neben Videoseiten mit ihren Flash-Videoplayern gibt es natürlich noch ein paar andere Seiten, bei denen der Flasheinsatz nicht sinnlos ist. Abgesehen davon soll das Gerät ja das „echte Internet“ beherrschen und da gehört für mich die Installation und Nutzung von Plugins wie z.B. Flash dazu. Vielleicht kommt als Alternative ja demnächst MS mit Silverlight um die Ecke, wer weiß…

Für andere „frustrierte“ Flashnutzer noch ein Hinweis auf iTransmogrify!, damit lassen sich Flashvideos in den meisten Fällen abspielen. Das ist zumindest ein Anfang.

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Über Florian Hermsdorf

Florian Hermsdorf beschäftigt sich seit 10 Jahren intensiv mit allen Themen im Bereich Mobile Commerce. Er verantwortete die M-Commerce Aktivitäten (inkl. Betrieb, Marketing, Produktmanagement) von otto.de. Anschließend war er mehrere Jahre im Otto Group Konzern in den Bereichen Business Development und Corporate Development E-Commerce tätig. Dort beschäftigte er sich mit strategischen Themen und der Planung sowie Bewertung von M-Commerce und E-Commerce Geschäftsmodellen. Er gründete und leitete 2,5 Jahre für die Otto Group als Geschäftsführer das Startup VitaBote. Darüber hinaus hält er Fachvorträge im M-Commerce Umfeld und als Gastdozent an der FH Wedel die M-Commerce Vorlesung. (Xing)

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